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1947: Für den Mantel das Leben verloren

Am späten Abend des 8. Februar 1947 kommt es zu einer Brandkatastrophe, wie sie in solcher Grausamkeit seit Gründung der Berliner Feuerwehr außerhalb der Kriegszeit nicht mehr für möglich gehalten wird. In der Gaststätte Loebel in Hakenfelde bricht ein Feuer auf einem Kostümfest mit etwa 750 Gästen aus. Als diese die ersten Flammen bemerken, versuchen alle, schnell hinauszugelangen. Da aber die damals so kostbaren Mäntel in der Garderobe am Eingang hängen, kommt es dort zu einem Gedränge. Es versuchen sogar einige über den rückwärtigen Notausgang Geflüchtete wieder durch den Haupteingang in das Gebäude zu kommen, um ihre Mäntel zu retten. Plötzlich bricht die Decke ein und begräbt eine große Anzahl von Besuchern unter sich. Mit Ausnahme des Löschzuges 17 der Wache Spandau und der Leiter des Zuges 18 kommen die Feuerwehrkräfte erst nach etwa 40 Minuten am Einsatzort an. Die Wagen mussten aufgrund des regenerierten Motorenöls bei minus 25 Grad Außentemperatur in den unbeheizten Hallen erst warmlaufen und dann wegen zerstörter Brücken teilweise große Umwege in Kauf nehmen. Im tiefen Schnee muss erst noch nach Hydranten gesucht werden, bevor schließlich ein B- und acht C-Rohre eingesetzt werden können, um den Brand unter Kontrolle zu bringen.
Dieses große Unglück, bei dem 80 Tote –ausschließlich an der Garderobe übereinander liegend– und über 150 zum Teil schwer Verletzte zu beklagen sind, macht die geradezu furchtbare Armut der Berliner nach dem Krieg deutlich, bei der „die von Panik besessenen Mädchen und Männer in ihren Flitterkostümen doch noch mehr Angst um ihre Garderobe als um ihr Leben hatten“ (Der Abend).