Einsätze

    08.10.2017   13:22

    Ende des Ausnahmezustands

    In den Nachmittagsstunden des 05.10.2017 zog das Sturmtief „Xavier“ mit orkanartigen Böen und Windgeschwindigkeiten bis 120 km/h über das gesamte Berliner Stadtgebiet.

    Aufgrund des erhöhten Einsatzaufkommens wurde um 16.04 Uhr der Ausnahmezustand Wetter ausgerufen, da bereits im Zeitraum bis 19:00 Uhr 705 wetterbedingte Einsätze gemeldet wurden. Die 60 Notrufleitungen waren zeitweise durchgehend belegt.

    Die Leitstellenreserve der Freiwilligen Feuerwehr und dienstfreie Kräfte des Leitstellenpersonals unterstützten die Feuerwehrleitstelle und besetzten alle Notfrufabfrageplätze.

    Alle Freiwilligen Feuerwehren Typ B wurden zur Wachbesetzung alarmiert. Zeitweise waren bis zu 600 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren im Einsatz. Durch das THW erfolgte die Unterstützung ab dem 06.10.2017 täglich mit rund 100 Einsatzkräften. Zur Koordination der einsatzbedingten Maßnahmen war ein Fachberater des THW in der Feuerwehrleitstelle anwesend. Der diensthabende Vertreter des Landesbeauftragten der Freiwilligen Feuerwehren Berlins war mit der Koordination der Einsatzkräfte beauftragt und unterstützte den Lagedienst.

    Die strategisch taktischen Entscheidungen des Lagedienstes erfolgten in Abstimmung mit dem Landesbranddirektor. Zur Erkundung und Priorisierung der Einsatzstellen wurden am 06. und 07.10.2017 Beamte des gehobenen feuerwehrtechnischen Dienstes zur Entscheidung über Maßnahmen zur Gefahrenabwehr entsandt. Zur Sicherstellung des Grundschutzes für die Berliner Bevölkerung wurden während des gesamten Ausnahmezustandes Alarmstaffeln vorgehalten.

    Insgesamt wurden im Zeitraum vom 05.10.2017, 16:04 Uhr, bis 08.10.2017, 13:22 Uhr, über 3000 wetterbedingte Einsätze dem Sturmtief Xavier zugeordnet. Alle Einsätze zur Brandbekämpfung und Technischen Hilfeleistung wurden in diesem Zeitraum zentral disponiert. Die Einsätze wurden wie folgt priorisiert:

    • Menschenleben in Gefahr
    • Behinderungen des ÖPNV
    • Behinderung von Hauptstraßen/Nebenstraßen
    • sonstige Gefahren

    Bisher bekannte Einsätze mit verletzten Personen:

    05.10.2017, 17.13 Uhr
    Adresse: Stuckstraße
    Ortsteil: Plänterwald

    Zwei verletzte Personen aus einem unter einem Baum eingeklemmten PKW befreit und ins Krankenhaus transportiert.

    05.10.2017, 17.36
    Adresse: Schwarzer Weg / Heiligenseestraße
    Ortsteil: Tegel

    Zwei Personen wurden durch einen umstürzenden Baum nach Verlassen Ihres PKW eingeklemmt. Eine weibliche Person verstarb vor Ort, eine weitere weibliche Person wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus transportiert, eine dritte Person wurde leicht verletzt.

    08.10.2017, 17.34 Uhr
    Adresse: Adlergestell
    Ortsteil: Grünau

    Hier wurden drei Personen durch einen umgestürzten Baum in Ihrem PKW eingeschlossen. Nach erfolgter Befreiung durch die Einsatzkräfte wurden die verletzten Personen nach einer Erstversorgung ins Krankenhaus transportiert.

    Zwei Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr zogen sich bei Räumungsarbeiten leichte Verletzungen zu, wovon ein Kamerad ambulant in einer Klinik behandelt werden musste.

    Die Einsatzdauer lag in sehr vielen Fällen, aufgrund der Größe der umgestürzten oder vom Umsturz bedrohten Bäume, bei mehreren Stunden. Bei rund 650 Einsätzen waren mehrere Fahrzeuge erforderlich. Dies hatte zur Folge, dass die Abarbeitung aller Einsätze erst am 08.10.2017 abgeschlossen werden konnte.

    Es wurden nahezu alle Löschfahrzeuge des Katastrophenschutzes durch die Freiwilligen Feuerwehren zusätzlich besetzt. Durch den Technischen Dienst wurde ein zusätzlicher Rüstwagen in Dienst genommen.

    In den Nachstunden wurden die ehrenamtlichen Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren in Absprache mit dem Vertreter der Freiwilligen Feuerwehren aus dem Dienst entlassen. Auch die Helfer des THW stellten die Arbeiten in den Nachtstunden ein.

    Mit Einsatzbereitschaft und großen Engagement leisteten die Freiwilligen Feuerwehren einen wichtigen Beitrag zur zügigen Beseitigung der Sturmschäden.

    Der Ausnahmezustand konnte am 08.10.2017 um 13:22 Uhr beendet werden.

    Fotos: FD Feuerwehr-Doku

    (TK)

    Abkürzungen

    A-Dienst Einsatzleiter A (höherer Dienst)
    AAO Alarm- und Ausrückeordnung
    AB Abrollbehälter
    ABC ErkKW ABC Erkundungskraftwagen, Fahrzeug zum Messen, Spüren und Melden radioaktiver, chemischer oder biologischer Kontamination
    ANT Atemschutznotfalltraining
    ANTS Atemschutz-Notfall-Trainierte-Staffel
    B-Dienst Einsatzleiter B (höherer Dienst)
    BF Berufsfeuerwehr
    BFRA Berliner Feuerwehr- und Rettungsdienstakademie
    BHP Behandlungsplatz
    BSB Brandschutzbereitschaft
    BW Bundeswehr
    CAFS Compressed Air Foam System, System zur Erzeugung von Druckluftschaum
    CSA Chemikalienschutzanzug
    DEKON G Dekontamination von Geräten
    DEKON P Dekontamination von Personen
    DLK Drehleiter mit Korb
    ELW Einsatzleitwagen
    ENT Einsatznachsorgeteam
    FF Freiwillige Feuerwehr
    FF Typ A Freiwillige Feuerwehr mit eigenem Ausrückebereich.
    FF Typ B Freiwillige Feuerwehr ohne eigenen Ausrückebereich. Die Angehörigen leisten einen zehnstündigen Regeldienst pro Monat und werden bei besonderen Anlässen zur Unterstützung der Berufsfeuerwehr eingesetzt.
    FMeMW Fernmeldemesswagen
    FmEW Fernmeldeeinsatzwagen
    FRF First-Responder-Fahrzeug
    Fw Feuerwehr
    FW Feuerwache
    FwA Feuerwehranhänger
    GW Gerätewagen
    HiO Hilfsorganisation
    ITH Intensivtransporthubschrauber
    ITW Intensivtransportwagen
    j Keine Einträge
    KDOW Kommandowagen
    KLEF Kleineinsatzfahrzeug
    LB Löschboot
    LBD Landesbranddirektor
    LBD-V Ständiger Vertreter des Landesbranddirektors
    LF 16 TS (Z) Löschgruppenfahrzeug 16 mit Tragkraftspritze (und Zusatzbeladung)
    LHF Lösch-Hilfeleistungsfahrzeug
    LHF K Lösch-Hilfeleistungsfahrzeug klein
    LKW Lastkraftwagen
    LNA Leitender Notarzt
    MANV Massenanfall von Verletzten
    MOBAS Mobile Atemschutzstrecke
    MTF Mannschaftstransportfahrzeug
    MZB Mehrzweckboot
    NAW Notarztwagen
    NEF Notarzteinsatzfahrzeug
    NOTF (medizinischer) Notfall
    Notfalltransport Transport von Menschen, die sich nicht in unmittelbarer Lebensgefahr befinden, jedoch kurzfristiger, notfallmedizinischer Hilfe bedürfen (§ 2 Abs. 2a RDG Berlin).
    OrgL RD Organisatorischer Leiter Rettungsdienst. Führungskraft bei Großschadenslagen.
    PA Pressluftatmer. Atemschutzgerät, bei dem die Atemluft in Druckluftflschen mitgeführt wird.
    PTZ Patiententransportzug
    q Keine Einträge
    RTB Rettungsboot
    RTH Rettungshubschrauber
    RTW Rettungswagen
    RTW HIO Rettungswagen einer Hilfsorganisation
    RTW-B Rettungswagen für den Transport von Menschen, die sich nicht in unmittelbarer Lebensgefahr befinden, jedoch kurzfristiger, notfallmedizinischer Hilfe bedürfen (Notfalltransporte nach § 2 Abs. 2a RDG Berlin)
    RTW-I Rettungswagen für den Transport von Menschen mit hochansteckenden Krankheiten
    RTW-S Rettungswagen für den Transport von Menschen mit sehr schwerem Körpergewicht.
    RW Rüstwagen oder Rettungswache
    SE Serviceeinheit
    SE EL Serviceeinheit Einsatzlenkung
    STEMO Stroke-Einsatz-Mobil. Fahrzeug zur Versorgung von Schlaganfallpatienten.
    SW Schlauchwagen
    TD Technischer Dienst
    TH Technische Hilfeleistung
    THW Bundesanstalt Technisches Hilfswerk
    TLF Tanklöschfahrzeug
    TM 50 Teleskopmast 50 m
    TroLF Trockenlöschfahrzeug
    ÜMANV Überörtliche Hilfe bei MANV-Lage
    v Keine Einträge
    WLF Wechselladefahrzeug
    x Keine Einträge
    y Keine Einträge
    ZS Serviceeinheit Zentraler Service
    ZS BL Zentrale Büroleitung
    ZS F Zentraler Service Finanzen
    ZS FG Zentraler Service Fahrzeuge und Geräte
    ZS IT Zentraler Service Informationstechnik
    ZS ORG Zentraler Service Organisation
    ZS P Zentraler Service Personal
    ZS R Zentraler Service Recht