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    09.11.2017   11:05

    Berlin entwickelt App für freiwillige Helfer

    Gefahrenlagen erfordern einen schnellen Einsatz von Helfern und viele Menschen wollen spontan mithelfen. Das Land Berlin will dafür zukünftig eine Smartphone-App einsetzen: KATRETTER. Das System, das auf der etablierten Warn-App KATWARN basiert, erreicht und koordiniert freiwillige Helfer mobil und ortsgenau in Notfällen oder Krisensituationen entsprechend der jeweiligen Kenntnisse und Fähigkeiten.

    Mit einer speziellen KATRETTER-App will das Land Berlin in Zukunft die Arbeit der Rettungskräfte unterstützen, um freiwillige Helfer in Notfällen und Krisensituationen noch besser einzubinden. Per Ortungsfunktion der modernen Smartphones kann die Leitstelle der Feuerwehr über die KATRETTER-App damit diejenigen Menschen informieren und aktivieren, die sich in der Nähe eines Einsatzortes befinden.

    „Bei der Rettung von Menschen zählt oft jede Minute“, weiß Dr. med. Stefan Poloczek, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst in Berlin. „Mittels der KATRETTER-App können wir bei medizinischen Notfällen oder in Krisensituationen die richtigen Personen schnell und gezielt erreichen und zur Mithilfe aktivieren. Diese Innovation ermöglicht es uns, die behandlungsfreie Zeit beim Herz-Kreislauf-Stillstand durch den Einsatz von Ersthelfern weiter zu verkürzen.“

    Beispiel: Eine Person erleidet einen Herz-Kreislauf-Stillstand und die Rettungskräfte erreichen den Einsatzort binnen acht Minuten. In KATRETTER registrierte Ersthelfer mit entsprechenden Kenntnissen, die sich in der Nähe befinden, können sofort mit der Ersten Hilfe beginnen, wenn sie über die App alarmiert worden sind: „Person mit Herzstillstand – bitte sofort helfen!“ Eine integrierte Kartendarstellung in der App zeigt den schnellsten Weg.

    Das Besondere: Im Gegensatz zu den mittlerweile verbreiteten Apps ermöglicht KATRETTER die persönliche Registrierung auch für Personen ohne spezifische Kenntnisse. Damit kann sie auch für einfache Hilfeleistung eingesetzt werden, wie dem Tragen von Sandsäcken bei Hochwasser oder anderen Ereignissen, die einen Einsatz von engagierten Bürgerinnen und Bürgern zulassen.

    Noch ist die App nicht im Einsatz, aber die Berliner Feuerwehr, die CombiRisk GmbH – ein Tochterunternehmen der öffentlichen Versicherer – sowie das Fraunhofer FOKUS haben den Kooperationsvertrag bereits unterzeichnet, um KATRETTER so schnell wie möglich in den Einsatz zu bringen. Aufbauend auf der Technologie des KATWARN-Systems sowie auf den Ergebnissen eines dreijährigen Forschungsprojekts, an dem unter anderem die Berliner Feuerwehr und das Fraunhofer FOKUS beteiligt waren, ist ein Start in Berlin schon Anfang  des nächsten Jahres geplant. Danach soll die KATRETTER-App auch in ganz Deutschland von Feuerwehren, Rettungskräften und Katastrophenschützern genutzt werden können.