19. April 2018 - Menschen, Aus- und Fortbildung

Bericht aus Lissabon

Nach langem Warten ging es am 01.10.2017 vom Flughafen Berlin-Schönefeld in das noch sehr warme Lissabon.

Ich war erleichtert, als ich dort von einem sehr netten Kollegen der Lissaboner Feuerwehr abgeholt wurde. Auf der Fahrt in das Hauptquartier bekam ich die ersten Eindrücke von der schönen Hauptstadt Portugals. Die Begeisterung war groß als wir dem Hauptquartier und der größten Wache Lissabons näher kamen. Ein altes, aber dennoch prunkvolles Gebäude mit einer großen Gedenktafel im Eingang, die an alle im Dienst verstorbenen Kollegen erinnerte. Herzlich wurde ich von allen Kollegen begrüßt und aufgrund meiner komplett anderen Dienstkleidung bestaunt.

Ich freute mich als ich den ersten Kontakt mit den Kollegen des „Regimento De Sapadores Bombeiros Lisboa“, kurz RSB, hatte, da ich so unglaublich nett empfangen worden bin.

Meine Wohnung für die nächsten vier Wochen war nur ein paar Gehminuten entfernt. Sie befand sich, in einem für Lissabon üblichen Altbau, in einer der schönen Gassen die Lissabon zu bieten hat. Alles was man brauchte war fußläufig zu erreichen, ein Markt zum Einkaufen, die kleinen Typischen Cafés, in denen die Einheimischen morgens ihren Kaffee in einer familiären Atmosphäre genossen und die kleinen Restaurants in den schmalen verwinkelten Gassen, in denen man bis nachts draußen saß und typische Lissaboner Speisen genießen konnte.

Im Headquarter des RSB wurde ich herzlich von Chef Pedro Pedro empfangen, er war mein Ansprechpartner für die nächsten Wochen, und obwohl wir uns noch nicht kannten, hatten wir gleich ein freundschaftliches Verhältnis. Nach einem sehr netten und kurzen Gespräch ging es in die Erste Etage des Gebäudes, das mit alten Möbeln und Antiquitäten aus längst vergangenen Zeiten noch viel prunkvoller wirkte. Im Schulungsraum angekommen wurde mir ein sehr ausführlicher, interessanter Vortrag über die Struktur und den Aufbau des „Regimento De Sapadores Bombeiros Lisboa“ gehalten. Für die nächsten Tage wurde ein unglaublich tolles Programm organisiert. Es war überwältigend mit welch großem Aufwand sich um mich gekümmert wurde. Die ersten zwei Wochen sollten dazu dienen, die verschiedenen Bataillone und ihre Wachen zu besichtigen, sowie die Feuerwehrschule und die Leitstelle. Für einen besseren Einblick in Struktur und Aufbau der Lissaboner Feuerwehr hier ein paar nützliche Informationen:

Das „Regimento De Sapadores Bombeiros Lisboa“ hat zwei oberste Führungspersonen. Der Superior Commander Infantry Lieutenant Colonel Pedro Patricio, er gehört der Republikanischen Nationalgarde an, sie ist die portugiesische Sicherheitspolizei und offizieller Teil der portugiesischen Streitkräfte. Er ist der oberste Chef der Lissaboner Berufsfeuerwehr, die auf einer militärischen Führung basiert. Die zweithöchste Führungskraft ist der Deputy Commander Lieutenant Colonel of the Engineering Tiago Lopes, er gehört der Armee an. Diese beiden Führungskräfte vertreten den RSB in der Öffentlichkeit und in allen politischen Angelegenheiten. Lissabon selbst ist in drei sogenannte Batallions unterteilt, jedes Bataillon wiederum in zwei Companies. Es ist vergleichbar mit unseren drei Direktionen. Das erste Bataillon südöstlich mit dem Namen „Historical and Central“, das zweite Bataillon südwestlich mit dem Namen „Florest and Ocidental“ und das größte und dritte Bataillon im Norden Lissabons mit dem Namen „North and Oriental“. In diesem Batallion befinden sich die unterschiedlichsten Stadtteile Lissabons. Von dem ältesten und ursprünglichsten Stadtteil Alfama mit seinen unwahrscheinlich schönen alten Bauten und steilen Treppen, auf denen man zur Festung „Castelo de Sao Jorge“ hinauflaufen kann, den traditionellen und für Lissabon berühmten “Azulejos”, Kacheln mit wunderschönen Mosaiken, die man überall an den Gebäuden wiederfinden kann und die einen staunen lassen. Bis hin zum Stadtteil Baixa, welcher 1755 fast vollkommen vom Erdbeben zerstört wurde und so prächtig und eindrucksvoll von den Architekten Carlos Nardel, Manuel Da Maia und Eugenio Dos Santo neu geplant und errichtet wurde. Heute befindet sich dort der beeindruckende Triumphbogen am „Praça do Comércio“, durch den man eine der buntesten Einkaufsstraßen Lissabons betritt.

Lissabon hat insgesamt 11 Berufsfeuerwachen auf denen circa 800 Feuerwehrmänner und Frauen stationiert sind, die Tag und Nacht in einem 12-Stunden Schichtsystem arbeiten und sich innerhalb von vier Dienstplangruppen abwechseln. Außerdem haben sie einige sehr interessante Spezialeinheiten zu denen ich im späteren Verlauf noch kommen werde. In den darauffolgenden Tagen besuchte ich unter anderem die Feuerwache „Defensores de chaves“, die sich in der Nähe des berühmten „Marquês de Pombal“ befindet. Ein prachtvoller Platz, von dem sich Straßen in alle Himmelsrichtungen erstrecken und der das Drehkreuz Lissabons bildet. Dahinter erstreckt sich der riesige Park „Eduardo des VII“. In der Mitte des Platzes erhebt sich eine Statue, die Marquês de Pombal für seine Taten während des starken Erdbebens um 1755 gewidmet wurde. Er trieb den Wiederaufbau nach dem schweren Erdbeben voran, bei dem die größten Teile Lissabons  vollständig zerstört worden waren. Er entwickelte die sogenannte „Gaiola ou esqueleto“, eine Skelettkonstruktion aus Holz, die für mehr Flexibilität der Gebäudestruktur sorgte und somit das Einsturzrisiko minimierte. Heute sind die meisten Bauwerke noch in dieser ursprünglichen Form der Skelettbauweise erhalten, was ein großes Problem bei niedrigem Brandschutz und extrem schneller Brandausbreitung bedeutet. Außerdem dringt oft Wasser in die Wände ein, was zum Aufquellen des Holzes führt und die Gebäude instabil werden lässt. Die Feuerwache „Praca da Alegria“, die ich ebenfalls besuchte,  befand sich weiter südlich in der Nähe des National Historischen Museums  in einer etwas ruhigeren Gegend.

Auf allen Wachen begegnete man mir mit einer unglaublichen Freundlichkeit und Sympathie, ich wurde zum Mittagessen in der eigenen Kantine eingeladen, mir wurde alles gezeigt und ich hatte immer einen Ansprechpartner an der Seite. Ich besuchte das „Museu dos coches“ mit zwei Kollegen aus dem Büro von Pedro Patricio, der die Führung organisierte. Das Museum befindet sich im Lissaboner Stadtteil Bélem, nahe des Tejo. Ein sehr imposantes Museum über die Entstehung der Lissaboner Feuerwehr, es gilt mit 400.000 Besuchern pro Jahr als das meistbesuchte Museum der Stadt und besitzt eine der schönsten Sammlungen historischer Wagen der Welt.

Auch die Feuerwehrleitstelle habe ich bei meiner zweiwöchigen Kennlernphase nicht ausgelassen. Sie liegt etwas außerhalb von Lissabon und ist an eine Feuerwache angegliedert, die sich speziell auf Waldbrände spezialisiert hat. Durch die schnellwachsenden Eukalyptusbäume gibt es ein erhöhtes Waldbrandrisiko rund um Lissabon, da die Bäume das Wasser aus dem Boden ziehen und so den Waldboden extrem trocken und anfällig machen. In der Zeit die ich in Lissabon verbrachte wüteten über 600 lokalisierte Waldbrände außerhalb von Lissabon und nahe Porto. Und auch die Kollegen des RSB waren überall im Einsatz um die Waldbrände in den Griff zu bekommen. Außerdem besitzt diese Wache ein Spezialfahrzeug für technische Hilfeleistung mit sehr guter technischer Ausstattung und ein Spezialfahrzeug für Waldbrände mit einem großen Löschwassertank.

Die Leitstelle selbst ist in einem großen, zweigeteilten, Raum untergebracht. Der eine Teil gehört der Feuerwehr und in dem anderen Raum hat die Polizei ihre Leitstelle. Die Alarmierung erfolgt nicht per Drucker und Alarmzettel auf der Wache, sondern per Funk. Der Fernmelderaum auf der Feuerwache ist Tag und Nacht besetzt. Geht ein Alarm in der Leitstelle ein, stellt das Computerprogramm fest, welche Fahrzeuge in der Nähe disponibel und damit alarmierbar sind. So können die Einsatzadressen mit der kurzmöglichsten Ausrückezeit beschickt werden. Die Ausrückzeiten des RSB belaufen sich im Durchschnitt auf circa 6 Minuten. Der Fernmelder schreibt die Adresse und den Grund der Alarmierung auf und macht eine Durchsage auf der Wache welches Fahrzeug ausrücken muss. Der Maschinist des Fahrzeuges muss die Adresse des Einsatzortes kennen, da keine direkte und automatische Navigation besteht. Einen Tag nach der Besichtigung der Leitstelle und der Wache stand ein Besuch der Feuerwache „Marvila“ und der angegliederten Feuerwehrschule an. Die Feuerwehrschule gehört zum dritten Bataillon und befindet sich im Norden Lissabons. Das Schulungsgebäude ist ein kleineres, aber neues Gebäude, bestehend aus Übungsräumen, Computerräumen und Büros. Dort findet die rettungsdienstliche und feuerwehrtechnische theoretische aus Aus- und Fortbildung statt. Außerdem befindet sich hier ein großes Gelände mit Autowracks für Übungszwecke, Brandcontainern für die praktische Brandbekämpfung, einen großen Steigeturm, eine eigene Wäscherei und ein Übungsgelände für die dort stationierte Hundestaffel. Diese wird auf dem dortigen Übungsgelände trainiert und zur Menschen- und Tierrettung eingesetzt. Ich durfte bei sehr interessanten Übungen zuschauen, so fanden Rettungsübungen statt,  bei denen es darum ging, sich aus dem Brandraum zu retten. Die Kollegen mussten sich am Schlauch aus dem Fenster des zweiten Obergeschosses ablassen und mit Hilfe von tragbaren Leitern aus dem Brandraum retten, indem sie an den Holmen herunterrutschten.

Nach dem täglichen Mittagessen in der eigenen Kantine und den tollen Gesprächen über die Unterschiede unserer Feuerwehren bzw. Feuerwachen, die ich mit den Kollegen des RSB führte, ging es am Nachmittag an eine spezielle Belastungsübung, die im Keller des Steigeturms stattfand. Dabei mussten die Jungs in voller Schutzausrüstung mit Hilfe des Halligan-Tools eine Wand aus Holzpaletten aufschlagen, durch das Loch klettern und durch einen schmalen Gang, versehen mit allerlei Gerümpel, kriechen. Als das geschafft war mussten sie mit  einer  langen  Bandschlinge  eine schwere  Übungspuppe  über zwei Treppenabsätze transportieren. Eine Extrembelastung, bei denen einige der Jungs an Ihre Grenzen kamen, noch dazu bei einer Außentemperatur von 30 Grad Celsius, was die Übung nicht gerade einfacher machte.

Die Berufsfeuerwehr Lissabon hat noch zwei sehr interessante Organisationen innerhalb der Feuerwehr, die mehr als eine Erwähnung wert sind, da sich mich persönlich sehr begeistert haben. An erster Stelle zu nennen die Männer und Frauen des „Social Intervention and Citizen Support Service (NISAC)“. Es ist eine Gruppe für nicht mehr im Dienst geeignete Kollegen, die zu älteren Hilfebedürftigen Leuten fahren, nach dem Rechten sehen und denen Mut zusprechen, bei denen schon lange Hilflosigkeit, Kummer und Einsamkeit herrscht. Sie haben einen speziell ausgestatteten Jeep mit verschiedensten Equipment, unter anderem kleine Lunchpakete, Getränke und Ausrüstung um die Vitalwerte zu checken. Sie installieren die SOS-Sender des „Cruz Vermelha Portuguesa“, dem portugiesischen Roten Kreuz, und helfen bei kleinen Alltagsproblemen. Am Morgen bekommen sie Ihre Aufträge von der Leitstelle und sind anschließend in ganz Lissabon unterwegs. Ich begleitete die Truppe für zwei Tage, war mit Ihnen in der Stadt unterwegs und besuchte mit Ihnen einige der oft vereinsamten Menschen. Es hat mich mehr als begeistert mit welch einer Herzlichkeit und Ruhe mit den Leuten gesprochen wurde. Ebenso sind sie immer für Kollegen da, die im Dienstalltag erkranken oder sich während eines Einsatzes verletzen. Sie begleiten den Kollegen ins Krankenhaus, betreuen ihn bis er behandelt wurde und begleiten ihn im Anschluss nach Hause.

Die  zweite Abteilung innerhalb der Feuerwehr, die ich noch kurz erwähnen möchte ist der sogenannte „Prevention Service“. Eine kleine Gruppe von vier Feuerwehrleuten und vier studierten Brandschutzingenieuren, deren Büros sich im Hauptquartier des RSB befinden. Dessen Aufgabenbereich besteht darin die größten und wichtigsten Gebäude Lissabons zu besichtigen und deren Brandschutz zu kontrollieren. Um das zu bewerkstelligen haben sie die Gebäude in vier Kategorien unterteilt. Dabei darf die Kategorie I und II von Feuerwehrleuten geprüft und abgenommen werden, bei Kategorie III und IV jedoch ist die Prüfung durch Ingenieure notwendig. Ich verbrachte mehrere Tage mit den Aufgaben des „Prevention Service“. Dabei war Feuerwehrmann Ramos stets an meiner Seite, er erklärte mir viel und versuchte mich zu integrieren. In diesen Tagen besuchten wir etliche Gebäude und inspizierten den Brandschutz in einem großen Geschäftsgebäude, in einer Bank und in einem Pflegeheim. Nach einem ausführlichen Gespräch mit der Geschäftsleitung ging es mit der Besichtigung der Brandschutzanlagen los. Brandmeldeanlagen, Sprinkleranlagen, Feuerwehrauzüge, Rettungswege, Rauchabzugsanlagen, Notfallgeneratoren, Co-Warner, Rauchmelder wurden besichtigt. Die Pumpen und Notfallgeneratoren wurden in ihrer Funktion geprüft, die Rauchmelder einem Live-Test unterzogen und die Rauchabzugsanlagen sowie die Sprinkleranlagen auf ihre Arbeitsfähigkeit überprüft. Die Prüfung aller brandschutzspezifischen Anlagen dauerte teilweise mehrere Stunden und es wurde nichts ausgelassen. Nach der Besichtigung ging es zurück ins Büro des „Prevention Teams“, dort wurden alle relevanten und für den Brandschutz wichtigen Unterlagen durch die Ingenieure geprüft und bewilligt.

Nach diesen unglaublich spannenden und interessanten Wochen bei dem RSB, hatte ich einen super Überblick über die Arbeit der Feuerwehrmänner und Frauen in den verschiedenen Teilbereichen bekommen. Ich hatte schon viel von Lissabon gesehen und fand mich mittlerweile super zurecht, sei es mit Metro oder auch mit der Tram. Auch einige Worte portugiesisch gingen mittlerweile gut und leicht über die Lippen. So ging es für mich dann endlich auch nach zwei Wochen intensiven Kennenlernens mit dem Bus Richtung Feuerwache „Defensores de chaves“. Startpunkt war die Bushaltestelle Conde Barao, nur ein paar Gehminuten von meiner Wohnung entfernt. Nach circa 20 Minuten Fahrzeit und einem kleinen Fußmarsch erreichte ich die alte, aber doch schöne Wache, die sich in der Nähe des Platzes „Marques de Pombal“ befand. Dort sollte ich für die restlichen Wochen den aktiven Einsatzdienst begleiten und den Kollegen bei ihrer Tätigkeit auf die Finger schauen. Nach einem sehr netten Empfang bekam ich eine ausführliche Wachführung. Die Wache besitzt zwei Fahrzeughallen, einen Fernmelderaum,         mehrere Schlafsäle, einen Sportraum, Büroräume für die Führungskräfte und nicht zu vergessen, eine große Küche. Dort       wurde das Essen jeden Tag von Köchinnen frisch zubereitet. So ist es auf jeder Feuerwache in Lissabon üblich, dass sie eigene Köche haben und es immer eine Auswahl verschiedenster Gerichte gibt. Auf den Tisch kamen Salat, Suppe, frisch gegrillter Fisch sowie Fleisch, Reis und verschiedenste Nachspeisen.

Die nächsten zwei Wochen begleitete ich die Kollegen im 12-Stunden Rhythmus und war mit dem sogenannten VCOT, einem Land Rover, der extrem robust und super geeignet ist für die schmalen, steilen und verwinkelten Gassen der Altstadt, unterwegs. Es ist ein Fahrzeug der taktischen Einsatzleitung, das nur zu größeren Einsatzstellen fährt. Besetzt ist das Fahrzeug durch einen Chief und seinen Fahrer. Ich begleitete Chief Caetano und Chief Vaz bei Ihren Tätigkeiten der Einsatzleitung. Außerdem war ein VUCI auf unserer Wache stationiert, ein Fahrzeug zur taktischen Brandbekämpfung und technischen Hilfeleistung, sowie eine Ambulanz und ein Motorrad, besetzt mit einem Paramedic der „INEM“. Die „INEM (National Institute of Medical Emergency)“ ist eine Rettungsdienstorganisation, die den größten Teil des  Rettungsdienstes in der Hauptstadt Portugals übernimmt. Die nächsten Tage auf der Wache vergingen  wie  im  Flug, wir waren viel mit dem VCOT unterwegs. Wir besuchten verschiedene Wachen um dortige Aufgaben zu erledigen, prüften Hydranten und Löscheinrichtungen in Metrostationen, besichtigten einsturzgefährdete Gebäude um deren Zustand zu beurteilen und weitere Maßnahmen festzulegen. Auch einen Brand sollte ich miterleben. Kurz nach der Dienstübernahme klingelte die Alarmglocke und wir rückten mit dem VCOT zu einem vermeintlichen Feuer in einem Supermarkt, unweit der Hauptwache aus. Kurz vor unserem Eintreffen waren auch schon die Rauchschwaden am Himmel zu sehen. Als wir die Einsatzstelle erreichten, waren die Einsatzkräfte tatkräftig mit dem Innenangriff beschäftigt. Es brannte ein Elektroofen, der starken Rauch verursachte. Die Brandbekämpfung war schnell erledigt und im Anschluss versuchten die Feuerwehrleute den Rauch mit einem Vakuumsauger aus dem Gebäude zu bekommen. An dem Vakuumsauger wurde ein langer Gummischlauch montiert, mit dem der Rauch nach außen geleitet wurde. Die Einsatzstelle war schnell unter Kontrolle und ich beobachtete die Handgriffe der Kollegen bevor es wieder zurück zur Wache ging.

Die letzten Tage vergingen schnell und so rückte leider auch mein Abschied von der wunderschönen Stadt Lissabon näher. Was ist also mein Fazit nach dieser tollen Zeit bei dem „Regimento De Sapadores Bombeiros Lisboa“? Es war eine unglaublich tolle Zeit, in der ich so viele verschiedene Menschen kennenlernen durfte, an die ich immer zurückdenken werde. Da sie mich fasziniert und begeistert haben mit ihrer Herzlichkeit, Gastfreundschaft und Lebensfreude. Vom ersten Tag an fühlte ich mich wohl und gut aufgehoben. Und auch an die Stadt werde ich nur mit Begeisterung zurückdenken, da sie so unglaublich viel zu bieten hat. Ob Strand, Meer oder einfach nur gemütlich am Tejo sitzen und einen „Galao“, dem typischen portugiesischen Milchkaffee, und einen „Pasteis de Nata“, ein landestypisches Gebäck, genießen und dem „Fado“ lauschen, der Abends überall in den Straßen erklingt. Es ist eine Stadt mit sehr viel Lebensqualität, Charme und Freundlichkeit.

Und so widme ich meine letzten Worte den Jungs des Regimento Sapadores Bombeiros, danke für die schöne Zeit und hoffentlich vejo você em breve :-)

Jonas Grimmer
FW Schöneberg

Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.

0 Kommentare