30. März 2016 - Menschen

Ein Wachabteilungsleiter geht in den Ruhestand

Das Berliner Feuerwehrleute in den wohlverdienten Ruhestand gehen passiert im Jahr so an die 120 mal. Wir haben uns für STATUS 5 mal einen Mitarbeiter rausgepickt.
Brandoberinspektor Lutz Voß von der Feuerwache Schöneberg ist im März in den Ruhestand versetzt worden. Zum Abschied nutzen wir die Gelegenheit, um noch ein wenig von ihm persönlich zu erfahren.

Lieber Lutz, dein letzter Dienst auf der Wache Schöneberg ist beendet. Wie lange warst du bei der Feuerwehr und was waren die Stationen deiner Laufbahn?
Eingestellt wurde ich in Treptow am 15.03.1982 als Oberfeuerwehrmann  im Einsatzdienst der Betriebsfeuerwehrabteilung beim Fernsehen der DDR.
01.09.1985 - 31.07.1988 absolvierte ich dann ein Studium in Heyrothsberge mit Abschluss als Ingenieur für Brandschutz
01.08.1988 - 01.03.1990  Instrukteur der Feuerwehr ( VB/ Brandursachenermittlung ) FW Treptow
01.04.1990 - 14.07.1991  WaL/Zugführer FW Treptow
15.07.1991 - 31.08.1991  Praktikum FW Urban
01.09.1991 - 31.12.1992  WaL/Zugführer FW Lichterfelde
01.01.1993 - 31.03.1997  WaL/ZFÜ FW Schöneberg
01.04.1997 - 30.09.1997  Praktikum im Abschnitt SW - SW 3
01.10.1997 - 29.02.2016  WaL/Stfü FW Schöneberg

Welche Ereignisse deines Feuerwehrleben werden besonders in Erinnerung bleiben?
Auf alle Fälle die drei Jahre Studium mit kasernierter Unterbringung in Heyrothsberge. Das war eine harte aber auch schöne Zeit. Meine schönsten Arbeitsjahre erlebte ich auf der FW Schöneberg. Hier habe ich 23 Jahre gearbeitet. Der Zusammenhalt, die Vielfalt der Einsätze, es war immer Action und es hat Spaß gemacht. Wenn man nach dem Urlaub wieder seinen ersten Dienst antrat, sagte irgendwann eine Stimme: „Willkommen zu Hause“. Es war einfach die zweite Familie in der ich mich sehr wohl fühlte.

Im November 1998 verunglückte meine Frau tödlich. Plötzlich stand ich mit meinen drei schulpflichtigen Kindern allein da. In dieser schwierigen Situation gab mir meine damalige Wachabteilung Halt und Verlässlichkeit, so dass ich nach kurzer Zeit meinen Dienst wieder aufnehmen konnte. Alles was man in solch einem Moment brauchte hat mir auch diese zweite Familie gegeben. Das werde ich nie vergessen.

Auch die Organisation meines letzten Dienstantritts durch meine Wachabteilung wird unvergesslich bleiben. So etwas erlebt nicht jeder und es war einfach Spitze.  Da kann man noch so ein harter Hund sein, da bleiben die Augen nicht trocken.

Nun kommt der Ruhestand. Welche Pläne hast du für diesen neuen Lebensabschnitt?
Auf alle Fälle weiterhin fit bleiben durch sportliche Betätigung. Am Haus und im Garten ist immer etwas zu werkeln und wenn meine Frau ihre freien Tage hat werden wir dann öfter mal Ausflüge unternehmen.

Lieber Lutz, danke für diesen Einblick in dein Feuerwehrleben. Für deinen Ruhestand wünschen wir dir alles, alles Gute und wir sehen uns hoffentlich beim Pensionärstreffen am 5. September auf der Feuerwache Wannsee.

Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.

0 Kommentare