26. September 2016 - Panorama

Feuerwehrleute besser vor Gefahrstoffen schützen

Berufsgenossenschaften und Unfallkassen wollen den Gesundheitsschutz für Feuerwehrleute weiter verbessern. Zu diesem Zweck hat ihr Verband, die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) in Kooperation mit dem Deutschen Feuerwehrverband, mehreren Berufsfeuerwehren sowie Feuerwehrunfallkassen und Berufsgenossenschaften, ein neues Forschungsprojekt initiiert. Das Ziel ist zu erforschen, inwiefern Feuerwehrleute im Einsatz ausreichend gegen den Kontakt mit Gefahrstoffen geschützt sind. Mit Hilfe der Untersuchungen soll unter anderem geklärt werden, ob und wenn ja, wie viel der schädlichen Substanzen im Einsatz über die Haut aufgenommen werden. Hygiene ist daher einer der Schwerpunkte des Projekts. Die Ergebnisse sollen in konkrete Hinweise münden, wie Feuerwehrmänner und -frauen sich besser schützen können.
 
„Der Schutz der Gesundheit unserer Einsatzkräfte hat für uns oberste Priorität“, so der ständige Vertreter des Landesbranddirektor Karsten Göwecke, „Ich freue mich darum über die Möglichkeit als Partner an diesem Forschungsprojekt der DGUV teilzunehmen.“ Brandamtsrat Holger Notzke vom Stab BTK wird die Zusammenarbeit koordinieren: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstituten der DGUV. Ich bin gespannt wie unsere bisherigen Schutzmaßnahmen greifen und wie wir den Gesundheitsschutz für Feuerwehrleute auch weiterhin verbessern können.“
 
Feuerwehrleute können je nach Einsatz krebserzeugenden Stoffen wie Ruß, Asbest oder polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen ausgesetzt sein. Im Normalfall schützt ihre persönliche Schutzausrüstung (PSA) sie davor, diese Substanzen über die Atemluft aufzunehmen. Seit einiger Zeit rückt allerdings verstärkt die Frage in den Vordergrund, ob der Hautkontakt mit Gefahrstoffen problematisch sein kann. Einsatzkleidung schützt die Haut nicht immer vollständig gegen Staub und Ruß. Außerdem kann ein Kontakt auch nach Ablegen von Kleidung und PSA erfolgen – zum Beispiel dann, wenn Räume, in denen die private Kleidung lagert, nicht sauber von Räumen getrennt werden, in denen die schmutzige Einsatzkleidung abgelegt wird. Wie gut Feuerwehrleute in der Praxis tatsächlich vor schädlichen Einwirkungen geschützt sind, wollen die Forschungsinstitute der DGUV mit Hilfe technischer Messungen und medizinischer Untersuchungen klären.
 
„Welche Bedeutung die Haut hier als Eintrittspforte für die Gefahrstoffe hat, ist noch unklar“, sagt Dr. Walter Eichendorf, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der DGUV. „Das wollen wir untersuchen.“ Aus den Ergebnissen ließen sich möglicherweise Rückschlüsse darüber ziehen, wie der Schutz erhöht werden könne. Unter anderem kämen hier technische, organisatorische und verhaltensbezogene Maßnahmen in Frage, die dazu beitragen, die Hygiene im Einsatz zu verbessern.
 
Ein weiteres Ziel des Projekts sei, die Dokumentation von Gefahrstoffkontakten im Einsatz zu vereinfachen. Zur Dokumentation sind die Feuerwehren gesetzlich verpflichtet. „Wenn es uns gelingt, für Szenarien, die häufig vorkommen, wie Wohnungs- oder Fahrzeugbrände, standardisierte Einwirkungen zu beschreiben, würde das den Verantwortlichen die Arbeit sehr erleichtern“, so Eichendorf.
 
Das Projekt hat eine Laufzeit von 1,5 Jahren. Neben den Forschungsinstituten der DGUV sind daran auch externe Partner wie der Deutsche Feuerwehrverband, die Berliner Feuerwehr und die Feuerwehr Hamburg beteiligt. Die Erkenntnisse aus der Studie sollen über Informationsschriften sowie eine Beratung vor Ort schnellstmöglich in den dienstlichen Alltag einfließen.

Informationen über die Schutzausrüstung bei der Berliner Feuerwehr finden Sie hier.
 

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