19. April 2018 - Technik

Löschlanzen für den Druckluftschaumeinsatz

Die Berliner Feuerwehr hat speziell für den Druckluftschaumeinsatz geeignete Löschlanzen beschafft. Die neu ausgelieferten Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuge (LHF) der Berliner Feuerwehr sind bereits mit „CAFS Löschlanzen“ bestückt. Es erfolgt nun im Rahmen von Werkstattterminen die schrittweise Nachrüstung aller Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuge, die über eine Druckluftschaumanlage verfügen. Die zukünftigen Abrollbehälter Brand/Schaum werden ebenfalls über diese Löschlanzen verfügen.

Bei der Beschaffung wurde großer Wert darauf gelegt, dass mit diesen Geräten Druckluftschaum in hoher Qualität und mit dem notwendigen Volumenstrom abgegeben werden kann. Die Löschlanzen können natürlich auch mit Wasser oder Netzwasser eingesetzt werden, wobei sich damit deren Wirkungsradius verkleinert.

Löschlanzen sind dafür gedacht, Brände an schwer zugänglichen Stellen oder in schwer zugänglichen Räumen zu erreichen. Einsatzmöglichkeiten sind beispielsweise:

  • Fahrzeugbrände- Eindringen in den Motorraum
  • Gebäudebrände-Löschen von Zwischendecken und Hohlräumen
  • Eindringen in nicht begehbaren Räumen von außen

Da man mit der Löschlanze nur wenige Materialien direkt durchstoßen kann (z.B. Rigips u.ä.), müssen vor allem vorhandene Öffnungen genutzt oder entsprechende Zugänge geschaffen werden. (z B. mit dem Halligan-Tool). In besonders schweren Fällen (Betondecken, Wände, ...) ist der Technische Dienst in der Lage, mittels Schlagbohrer die entsprechende Öffnung zu schaffen. Ein Ø von 24 mm ist ausreichend.

Die Löschlanzen selbst dürfen nicht mit anderen Werkzeugen (Hämmern u.ä.) zum Durchstoßen von Bauteilen verwendet werden.

Erfolgreicher Einsatz

Brand in der Ufnaustraße 10 in Moabit am 18.12.2017

Die durch die BFRA (CAFS-Arena) und durch QM CAFS (Wachschulungen) geschulte und empfohlene taktische Variante bei einem Vollbrand, wenn sich die Möglichkeit bietet, einen kombinierten (nacheinander folgenden) Außen- und Innenangriff durchzuführen, wurde durch die in der Ufnaustraße tätigen Einsatzkräfte eindrucksvoll bestätigt.

Es brannte im ersten Obergeschoss ein ca. 20 m² großes Schlafzimmer im Vollbrand mit beginnender Ausbreitung auf das benachbarte Wohnzimmer. Während der Angriffstrupp mit Setzen des Rauchverschlusses, Öffnen eines Treppenhausfensters und in Stellung bringen des Lüfters den Innenangriff vorbereitete, führte ein zweiter Trupp einen Außenangriff mittels Druckluftschaum durch. Mit Zusammenbrechen der Flammen wurde der Außenangriff beendet. Die Applikationszeit betrug 19,1 s und dabei wurden zwischen 63 und 72 l Wasser- Schaummittel Gemisch (abhängig vom Druck am Strahlrohr, der sich nicht mehr genau ermitteln ließ) verbraucht. Der nachfolgende Innenangriff erfolgte im leicht gebücktem Vorgehen und war nach Aussage des Angriffstrupps "angenehm". Lediglich in einem kleinen Deckenbereich waren noch Flammen vorhanden, deren Durchbrand in das darüber liegende Geschoss verhindert werden konnte. Bei Nachlöscharbeiten wurden nur noch einige wenige Glutnester gefunden. In der darunter liegenden Wohnung gab es lediglich einige kleine Wasserflecke an der Zimmerdecke.

Aufgrund der Wurfweite des Druckluftschaums können fast alle Geschosse eines Berliner Altbaus erreicht werden. Mit Hilfe einer DLK sind auch die oberen Geschosse der meisten Hochhäuser erreichbar. Wichtig ist dabei, dass der Druckluftschaum von außen möglichst viele heiße Flächen trifft, daher sollte der Löschangriff möglichst von unterhalb des brennenden Geschosses erfolgen.

 

Lutz Orlik
Stab QM BBK / THL

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