11. Februar 2016 - Technik

Polizeihubschrauber "PIROL BERLIN"

Mit der Vereinbarung über den gemeinsamen Betrieb eines Polizeihubschraubers begann im Jahre 2004 die Kooperation zwischen der Polizei Berlin und der Bundespolizei. Der zuvor mit den Hubschraubern vom Typ Mi-2 vom Standort Berlin-Schönefeld durchgeführte Einsatzbetrieb wurde eingestellt.

Am Stützpunkt Ahrensfelde steht täglich im 24h-Betrieb ein Eurocopter EC135 mit einsatztaktischer Ausrüstung zur Verfügung, der auch zur Bewältigung von Einsatzlagen der Berliner Feuerwehr über die Einsatzleitzentrale der Polizei Berlin angefordert werden kann. Die eingesetzte Hubschrauberbesatzung setzt sich aus insgesamt drei Vollzugsbeamten der Polizei Berlin und der Bundespolizei zusammen.

Die polizeitaktische Ausrüstung umfaßt einen Träger mit Tageslicht- und Wärmebildsensoren, einen Arbeitsplatz zur Darstellung und Auswertung der mit den Sensoren aufgenommenen Bildern mit integrierter Sendeanlage für die einsatztaktische TV-Übertragung, eine digitale Vollformat-Spiegelreflexkamera sowie einen Hochleistungsscheinwerfer.

Für die Berliner Feuerwehr kommt insbesondere die Auswertung und Nutzung der Luftbild- sowie Tageslicht- und Wärmebildaufnahmen des Polizeihubschraubers in Frage. Hierdurch könnte der Führungsvorgang bei größeren und unübersichtlichen Einsatzstellen effizienter und lagegetreu mittels aktueller Aufnahmen erfolgen. Zusätzlich verdeutlicht das aktuelle Luftbildmaterial den Entschluß und den Befehl den beteiligten Einsatzkräften.

 

Mit der ständig an Bord mitgeführten Luftbildkamera können hochauflösende Aufnahmen angefertigt werden und großformatig ausgedruckt und entsprechende Bildausschnitte erstellt und ggf. vergrößert werden. Aufnahmen der Tageslicht- und Wärmebildsensoren erfolgen in komprimierter Form als Videosequenz oder Bildaufnahme. Alle Aufnahmen erfolgen digital, so dass diese kurzfristig nach dem Einsatzflug zur Verfügung gestellt werden können und sofort auf PCs weiterverarbeitet werden können. Hierzu sind grundsätzlich auch die Landung im Nahbereich der Einsatzstelle und die Übergabe der Dateien an die entsprechende Einsatzleitung auf CF-Karte oder USB-Stick möglich.

Aber auch im Rahmen der Erkundung bei nicht näher bekannten Einsatzstellen (z. B. bei Rauchentwicklung in Wäldern, Einsatzlagen auf Bahngeländen usw.) kann der Polizeihubschrauber zur Unterstützung eingesetzt werden. Durch den Einsatz der Wärmebildsensorik kann die Einsatzstelle schnell lokalisiert und die entsandten Kräfte herangeführt werden.

Zusätzlich kann der Hubschrauber auch zur Lokalisierung von Personen im Wasser eingesetzt werden. In diesem Einsatzspektrum wurden bereits gemeinsam Einsatzlagen erfolgreich bewältigt. Die Alarmierung des Polizeihubschraubers sollte zeitgleich mit der Alarmierung der Einsatzkräfte über die Polizei-Einsatzleitzentrale erfolgen. Neben der Suche mittels Sensorik, die nur erfolgversprechend ist, wenn sich die Person an der Wasseroberfläche befindet, ist auch die visuelle Absuche ohne technische Hilfsmittel durch die Besatzung möglich.

Jens Lange
Polizeihauptkommissar
Polizeihubschrauberstaffel Berlin

 

 

 

 

 

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