
Rettungshubschrauber "Christoph 31" (RTH)
RTH Christoph 31 (RTH) - Eurocopter EC-135, hier ist der in Berlin stationierte Rettungshubschrauber zu sehen. Der Betreiber des Hubschraubers ist der Allgemeine Deutsche Automobil Club (ADAC). Dieser Hubschrauber fliegt den Großteil seiner Einsätze innerhalb des Stadtgebietes. Er wird immer dann alarmiert, wenn die Anfahrt eines NAW zuviel Zeit in Anspruch nehmen würde, dies ist besonders in den Randbezirken Berlins relevant.
Mit ca. 2.500 Einsätzen im Jahr dürfte er zu den höchstfrequentierten Rettungshubschraubern der Bundesrepublik gehören. 1987 wurde der Hubschrauber in Dienst gestellt, obwohl in Berlin ein generelles Flugverbot durch die alliierten Streitkräfte bestand. Erst nach Zustimmung durch den Kontrollrat der Stadt Berlin wurde eine Ausnahmegenehmigung für die Luftrettung in Berlin erteilt. Der Hubschrauber mußte allerdings ausgeflaggt werden, so dass formal die Firma Omniflight Ltd. den RTH unter amerikanischer Flagge und amerikanischem Kennzeichen N4573T betrieb.
Intensivtransporthubschrauber (ITH)
Seit 1995 ist er offiziell im Dienst, anfangs noch unter dem Namen ITH Berlin, mit der bundesweiten Vereinheitlichung der Funkrufnamen bei öffentlich-rechtlich-tätigen ITH im Jahre 2005 unter dem BOS-Funkrufnamen „Christoph Berlin“ im Einsatz. Dieser technisch und medizinisch besonders ausgestattete Hubschrauber dient hauptsächlich zum Interhospitaltransfer von Notfall- und intensivpflichtigen Patienten unter Fortführung aller notwendigen medizinischen Maßnahmen. Daneben kommt er auch als Rettungshubschrauber bei Primäreinsätzen im Land Berlin und in anderen Bundesländern zum Einsatz.
Mit der Schließung des Flughafen Berlin Tempelhof Ende Oktober 2008 erfolgte die Stationierung des ITH auf dem Dach des Unfallkrankenhauses Berlin-Marzahn, wo am 14.07.2009 die Infrastruktur mit der Inbetriebnahme eines hochmodernen und architektonisch sehr anspruchsvollen Hangars fertiggestellt wurde. Hier steht der Helikopter vom Typ Bell 412 HP 24 Stunden am Tag für Einsätze bereit. Innerhalb von 90 Sekunden nach der Alarmierung bringen die 2 Pratt & Whitney Triebwerke mit einer Leistung von 2 x 1025 PS die ca. 5 t der Maschine auf eine Reisegeschwindigkeit von 250 km/h. Entsprechend dimensionierte Tanks sorgen für eine Reichweite von ungefähr 700 km. Der Hubschrauber verfügt neben der Standardausrüstung über eine Instrumentenflugausrüstung, ein Wetterradar, ein satellitengestütztes Kartenlesegerät (Moving Terrain) und ein Satellitennavigationssystem (GPS), das aufschaltbar auf den ebenfalls vorhandenen Autopiloten ist. Große Zusatzscheinwerfer geben zusätzliche Sicherheit bei Nachtlandungen. Auch die medizinische Ausstattung kann sich sehen lassen:
Alle Piloten des Stützpunktes Berlin sind im Dienstrang eines Kapitäns mit einer Flugerfahrung von durchschnittlich 4000 Flugstunden. Sie fliegen die Bell 412 grundsätzlich als Team, dadurch sind die Forderungen der Luftverkehrsbehörde nach zwei Piloten für Flüge nach Instrumentenregeln bei Verkehrshubschraubern erfüllt. Die Doppelbesetzung erhöht außerdem die Sicherheit bei Außenlandungen, vor allem bei Landungen im Primärbetrieb, zu denen der „Christoph Berlin“ vermehrt auch alarmiert wird. Ein Sekundär- oder auch Intensivtransport läuft meistens nach dem gleichen Schema ab: die Alarmierung erfolgt über digitale Funkmeldeempfänger (DME) durch die nach dem Berliner Rettungsdienstgesetz zuständige Feuerwehr-Leitstelle (FwLtS), danach erfolgt parallel zum Wettercheck ein Arzt-Arzt-Gespräch, in dem die medizinischen Inhalte des Einsatzes geklärt werden.
Alle diese Maßnahmen sind notwendig, um die Sicherheit bei solchen Flügen zu gewährleisten. Dies gilt vor allem bei den Nachtlandungen im unbekannten Gelände bei Primäreinsätzen oder an noch nicht bekannten Krankenhäusern bei Sekundärtransporten. Dieses umfangreiche Prozedere wird regelmäßig in „Crew-Breefings“ und am Standort Berlin durchgespielt. Die Einsatzhäufigkeit liegt bei etwa 2 Einsätzen täglich, Saisonale Häufungen sind bis jetzt nicht festzustellen. Über das Jahr betrachtet ist die Einsatzverteilung konstant. Transporte werden sowohl in anderen Bundesländern als auch vom Umland nach Berlin, von Berlin ins Umland und innerhalb Berlins geflogen. Hier greift eine zukunftsweisende Vereinbarung, die auf der Grundlage eines Staatsvertrages zwischen dem Land Berlin und dem Land Brandenburg über die Zusammenarbeit in der Luftrettung im Juli 2004 abgeschlossen wurde. Aber auch Flüge von und nach dem europäischen Ausland (Schweiz, Schweden, Dänemark, Polen, usw.) wurden schon durchgeführt. Natürlich überwiegt ganz klar die Anzahl der Sekundärtransporte, hier liegen auch die Stärken dieses Hubschraubertyps. Nach 18 Jahren Einsatzzeiten und annähernd 13.000 Stunden Flugzeit mit dem Hubschrauber vom Typ Bell 412 ist es am 12. Oktober 2011 zu einem „Generationswechsel“ gekommen. Die HDM-Luftrettung gemeinnützige GmbH setzt seit diesem Tag das neue Eurocopter-Hubschraubermuster EC 145, einen der modernsten Hubschrauber Europas, in Berlin ein.
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