DLK 23/12 CC Vario LH

Als Revolution in der DL-Beschaffung kann man die 1996 erschienene Drehleiter mit lenkbarer Hinterachse ansehen. Die Tatsache des ständig ansteigenden Individualverkehrs und das kontinuierliche Fehlverhalten von Falschparkern, machte der Berliner Feuerwehr und selbstverständlich auch anderen Feuerwehren schon längere Zeit zu schaffen. Die beschafften City-LHF (LHF 16/12) kann man als erste Reaktion auf die Misere der immer enger werdenden Anfahrtswege ansehen. Da aber auch eine Drehleiter mit zum Zugverband gehört, musste auch hier eine Lösung geschaffen werden. Die zuletzt beschafften DLK hatten zwar nur noch eine Breite von 2.300 mm, aber konstruktionsbedingt war hier die Baugrenze erreicht. Ziel war es, auch bei den Drehleitern ein Optimum zu realisieren. Da Drehleitern in der Regel einen sehr langen Radstand haben, fehlte es hier nach wie vor an der Wendigkeit.

Darum entwickelte die Fahrzeug- und Gerätebeschaffung (SE FG) zusammen mit der Firma MAN ein Fahrgestell mit lenkbarer Hinterachse. Hierbei handelte es sich um eine modifizierte Achsschenkellenkung. Diese Zusatzlenkung ist bei Bedarf zuschaltbar und bei einer Fahrgeschwindigkeit von 30 km/h automatisch verriegelt. Drei Lenkvarianten sind möglich. Die Normallenkung, die Fahrt mit gelenkter Hinterachse und als dritte Variante die Parallelfahrt (Hundegang), in der alle Räder in die gleiche Richtung zeigen. Um die Gewichtsverteilung zu optimieren, musste der Radstand des Fahrgestelles verlängert werden. Erstaunlich ist die Tatsache, dass die Hinterachse nur einfach bereift ist. Demnach dauerte die Suche nach einem entsprechend tragfähigen Reifen sehr lange.

Der Durchmesser der Hinterräder ist bei dieser DLK auch etwas größer, was dem Fahrzeug eine leichte Kopfneigung verleiht. Im Mai 1996 wurde die Drehleiter auf der Feuerwache Schöneberg in Dienst gestellt. Wer die Möglichkeit hat, ein Lenkmanöver der DLK in engen Straßengebieten zu beobachten, kann sich einer gewissen Faszination nicht entziehen. Die Kollegen der Erprobungswache redeten bisher von vollster Zufriedenheit, so dass die Beschaffung weiterer Drehleitern mit gelenkter Hinterachse für die Zukunft so gut wie beschlossen ist. Ganz gewiss spielt aber auch hier wie immer der Kostenfaktor eine große Rolle. Der Prototyp wurde nach der Überführung aus Ulm lange wie ein Erlkönig behandelt. Nachfragen von anderen Feuerwehren und selbstredend auch Fahrzeugfans bestärkten das große Geheimnis.