Feuerwehrteleskopmast

Auch in Berlin gibt es Gebäude, bei denen Brände besonders schwierig zu bekämpfen sind, z.B. Gebäude mit Kuppeldächern (Deutscher Dom, Berliner Dom) und Industrie- und Verkehrsanlagen (Kraftwerke, Flughäfen, Bahnhöfe). Die meisten Berliner Feuerwachen verfügen über je eine Drehleiter, die vorwiegend zur Menschenrettung bis etwa 23 m Höhe konzipiert sind. Wenn in besonderen Einsatzsituationen Drehleitern nicht ausreichen, kann aufgrund seines größeren Aktionsradius ein Teleskopmast besser geeignet sein. Er ist jedoch kein Ersatz für bauliche Maßnahmen, wie z.B. die Rettungswege von Hochhäusern.

Früher konnte die Berliner Feuerwehr auf die Gelenkmastbühne der Werkfeuerwehr GASAG zurückgreifen, die z.B. beim Kuppelbrand am Deutschen Dom im Oktober 1994 gute Dienste geleistet hatte. Seit Auflösung dieser Werkfeuerwehr GASAG gibt es jedoch diese Gelenkmastbühne nicht mehr. Zwar ist die Anmietung von gewerblichen Hubsteigern möglich, sie stehen jedoch nicht "rund um die Uhr" einsatzbereit zur Verfügung, und es sind reine Arbeitsbühnen, also keine Feuerwehrfahrzeuge. Die Berliner Feuerwehr hat sich daher dazu entschlossen, trotz der Anschaffungskosten von 790.000 € eine Gelenkmastbühne in Auftrag zu geben.

Generell haben Teleskopmaste folgende Vorteile:

  • Aufgrund der zwei Gelenke im oberen Bereich des Teleskoparms können Hindernisse "umfahren" werden.
  • Hubarbeitsbühnen sind durch ihre Bauweise sehr belastungsfähig und robust. Die Tragfähigkeit der Arbeitsbühne von 400 kg ermöglicht das Arbeiten mit schwerem Werkzeug.
  • Die große Tragfähigkeit ermöglicht die Installation eines fernbedienbaren Wasser- bzw. Schaumwerfers mit einer Leistung von über 2.000 l/min. Somit ist Löschen auch dort möglich, wo ansonsten die Einsatzkräfte (im Korb einer Drehleiter) gefährdet wären, z.B. bei Tankbränden oder bei der Kühlung von Gasbehältern.
  • Durch die große Ausladung kann das Fahrzeug in ausreichendem Abstand zum Gebäude aufgestellt werden.
  • Umfangreiche Erkundungsmaßnahmen ohne Gefährdung der Einsatzkräfte werden somit möglich.

Der Berliner Gelenkmast verfügt über folgende Sonderausstattung:

  • Fest verlegte Wasserleitung zum Wasser-/Schaumwerfer am Arbeitskorb
  • Luftleitung aus 2 Flaschenbatterien zu Anschlüssen im Arbeitskorb, um bis zu drei Mann ununterbrochen mit Atemluft zu versorgen. Ist eine Flaschenbatterie verbraucht, wird optisch und akustisch gewarnt und automatisch zur zweiten Batterie umgeschaltet.
  • Zur Sicherheit können bei Ausfall des Fahrzeugmotors alle Gelenkarm-Manöver über eine elektrisch angetriebene Hydraulikpumpe ausgeführt werden.
  • Die Mannschaft kann sich bei Bedarf selber retten: von der Plattform geht es notfalls über eine Fluchtleiter am Korbarm zum Gelenkpunkt, um sich von dort mit einem Abseilgerät sicher abzuseilen.
  • Zur Rettung mehrerer Personen kann am Korb ein 50 m langer Rettungsschlauch befestigt werden. Diese "Rutsche" hat alle zwei Meter Öffnungen. Pro Minute können nacheinander 2 bis 3 Personen in Sicherheit gebracht werden kann.

Für technische Hilfeleistungen gehören u.a. zur Beladung: elektrische Kettensäge, elektrischer Trennschleifer, elektrische Bohrmaschine, diverse Gerüstdübel und Schrauben, 2 Flutlichtscheinwerfer á 1500 Watt und ein Stromerzeuger 8 KvA.

Zur Versorgung bzw. Rettung verletzter Personen führt der Teleskopmast einen Akutkoffer 2000, ein Rollgliss 60m, eine Krankentragehalterung und eine Sc