Gerätewagen Messtechnik

Der Gerätewagen Messtechnik (GW Mess) dient mit seiner kontinuierlichen Messtechnik zur Festlegung von Absperrgrenzen und Gefahrenbereichen. Dazu wurden neben leistungsfähiger Software auch neue Geräte und Prüfsysteme angeschafft. Zur Konzentrationsmessung verschiedener Gase und Abschätzung latenter Explosionsgefahren werden zwei Mehrgasmessgeräte mitgeführt. Damit gelingt die Bestimmung beispielsweise von Methan, Schwefelwasserstoff, Chlor, Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid. Weiterhin drei Eingangsmessgeräte für nitrose Gase, Schwefeldioxid und Ammoniak, außerdem die bekannte Gasspürpumpe mit Simultantests. Zur verfeinerten Prüftechnik zählen ein Photoionisationsdektektor (PID) und ein Flammenionisationsdetektor (FID). Diese Geräte sind wesentlich kompakter und handlicher als ihr Name vermuten lässt und leisten dabei Erstaunliches. Der PID kann organische als auch anorganische Stoffe detektieren. Der FID allerdings ist lediglich für organische Verbindungen geeignet. Diese werden in einem Wasserstoff/Luft-Gemisch verbrannt und die in der Flamme gebildeten Ionen werden gesammelt und ebenfalls elektronisch detektiert.

Von besonderer Bedeutung sind die Wärmebildkamera und das Infrarot-Fernthermometer. Das Prinzip dieser Spezialkamera beruht auf der unterschiedlichen Strahlungsenergie von kalten und warmen Körpern. Diese setzt die Kamera in helle bzw. dunkle Graustufen um. Eingesetzt wird die Kamera, um verborgene Wärmequellen aufzufinden und um sich in verrauchten Bereichen orientieren zu können. Da sie keine absolute Temperaturskala besitzt, wird das Infrarot-Fernthermometer mitgeführt, welches die Temperatur auch über weitere Entfernungen messen kann und den Meßfleck über einen ausgesandten Laserstrahl anzeigt.

Der GW Mess besitzt eine eigene Wetterstation. Man erhält so genaue Daten über Luftdruck, Windrichtung, Windgeschwindigkeit und Luftfeuchtigkeit. Diese Daten benötigt das weiter unten beschriebene Computerprogramm zur Simulation einer Gefahrstoffausbreitung. Weiterhin ist das Fahrzeug mit einer Gaswaschflasche zur Extraktion von Gasen aus der Luft ausgestattet. Dieses System funktioniert nach dem Prinzip, dass Luft durch eine mit der zu messenden Flüssigkeit gefüllten Flasche geleitet wird. Die Luft löst dabei die sich in der Flüssigkeit (z.B. Wasser) befindlichen Gase, und diese können dann analysiert werden.

An Bord sind selbstverständlich auch die bekannten Geräte zur Messung radioaktiver Strahlung, allerdings mit etwas mehr technischen Feinheiten ausgerüstet. Damit die Besatzung immer weiß, wo sie gerade ist, hat der ELW ein Navigationssystem mit Sprachansage. Zwei Mobiltelefone, ein Laptop-Computer sowie eine Scanner/Drucker-Kombination runden das technische Equipment ab. Die Gefahrstoffkonzentrationen werden jedoch nicht nur gemessen, die Daten können mit einer speziellen Software auch sofort weiterverarbeitet werden. Somit ist man in der Lage, zum einen Informationen über die Stoffe selber zu erhalten, zum anderen aber auch, ihre mögliche Ausbreitung zu simulieren und die entsprechenden Maßnahmen einzuleiten. Möglich ist dies durch den Einsatz von zwei Programmen, DISMA und GEO-FES. DISMA steht für "Disaster Management", also Katastrophen-Verwaltung. Es handelt sich um eine Simulation, welche die Ausbreitung von Gefahrstoffwolken berechnet. Zusammen mit den spezifischen kartographischen Daten der Stadt Berlin und einer Stoffdatenbank wird daraus dann GEO-FES, das Geographische-Feuerwehr-Entscheidungshilfe-System. Während DISMA die Ausbreitung berechnet, bildet GEO-FES die Wolke auf einer 5000er Karte ab. Hier kommt auch wieder die Wetterstation ins Spiel, denn DISMA benötigt die aktuellen Daten für seine Simulation. Zusätzlich sind auf der Karte alle feuerwehrrelevanten Gebäude und Einrichtungen verzeichnet. Der Einsatzleiter kann somit sehr genau abschätzen, welche Gefährdung in welchem Bereich besteht.

Das Fahrzeug ist beim Technischen Dienst 1 eingesetzt und ist besetzt mit zwei Einsatzkräften.