Projekt TXL

An der Berliner Feuerwehr- und Rettungsdienst-Akademie (BFRA) in Berlin-Schulzendorf werden alle Berliner Feuerwehrleute aus- und fortgebildet. Mit jährlich knapp tausend Lehrveranstaltungen und über 10.000 Seminarteilnehmern gehört sie zu den größten Feuerwehrschulen Deutschlands. Den Anschluss an das bundesweite Niveau von Landesfeuerwehrschulen bzw. Rettungsdienstschulen hat die BFRA jedoch lange verloren. Eine wirtschaftlich günstige Lösung liegt auf der Hand: Die Nutzung eines Teils des heutigen Flughafen Tegel (TXL).

Warum Schulzendorf nicht mehr geht
Die Ausbildungsabteilung der West-Berliner Feuerwehr wurde Anfang der 1980er Jahre in die Polizeikaserne an der Ruppiner Chaussee in Schulzendorf verlegt. „Nur vorübergehend“, wie es damals hieß, doch das Provisorium hält bis heute an. Mittlerweile für die Berufsfeuerwehr der gesamten Stadt Berlin und mit deutlich gestiegenen Anforderungen an die Feuerwehr- und Rettungsdienst-Ausbildung.

Weil es gefährlich ist
Am Standort Schulzendorf mangelt es an ausreichenden Räumlichkeiten, Anlagen und Übungshallen, in denen sich typische Einsatzszenarien realitätsnah reproduzieren lassen. So findet die praktische Ausbildung bei Wind und Wetter unter freiem Himmel statt, was bei Regen und Schnee eine nicht unerhebliche Unfallgefahr für unsere noch nicht ausgebildeten Nachwuchskräfte bedeutet. Die Übungsanlagen sind eher abstrakt gestaltet, eine realitätsnahe Ausbildung ist hier kaum möglich.

Weil es nicht zumutbar ist
Die Gebäude der ehemaligen Luftabwehrkaserne aus den 1930er Jahren sind für den Unterrichtsbetrieb eher ungeeignet. Die Unterrichtsräume erfüllen hinsichtlich ihrer Größe nicht die Vorgaben des LAGeSo. Sozialräume sind kaum vorhanden, eine Mensa gibt es nicht. Die Auszubildenden müssen sich an einem Imbiss-Wagen versorgen. Da die Gebäude aber unter Denkmalschutz stehen, sind bauliche Veränderungen kaum möglich.

Weil wir stören
Oftmals ist der Ausbildungsbetrieb bei der Feuerwehr mit Lärm und Rauch verbunden. Das ist unvermeidlich, hierunter leiden die zahlreichen Anwohner in unmittelbarer Nähe. Hinzu kommt, dass die ebenfalls auf dem Gelände ansässige Polizei hier ein Einsatztrainingszentrum mit diversen Schießständen auf Flächen plant, die derzeit noch von der BFRA genutzt werden.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BFRA versuchen zwar ständig, die Standortdefizite durch viel Kreativität und persönliches Engagement zu kompensieren, doch lässt sich ein Ausbildungsbetrieb so nicht dauerhaft hochwertig durchführen. Den Anschluss an das bundesweite Niveau von Feuerwehr- und Rettungsdienstschulen kann die BFRA derzeit nicht halten.

Warum wir in TXL genau richtig sind
Um bessere Bedingungen für die Aus- und Fortbildung zu schaffen, plant die BFRA ihren Umzug auf Teile des heutigen Flughafens Tegel (TXL). Das Areal des derzeit noch in Betrieb befindlichen Flughafens bietet hervorragende Möglichkeiten für die Unterbringung der BFRA. Wo heute noch Flugzeuge gewartet werden, könnten morgen schon künftige Einsatzkräfte der Feuerwehr ihr Handwerk erlernen. Zwei große Hangars ließen sich mit verhältnismäßig geringem Aufwand zu multifunktionalen Übungshallen für die Feuerwehrausbildung umbauen.

Weil es wirtschaftlich ist
Die baulichen Investitionen würden dabei nur einen Bruchteil der Kosten betragen, die erforderlich wären, um solche Anlagen andernorts neu zu bauen. Die Nachnutzung der Anlagen wie beispielsweise des Tanklagers durch die Feuerwehr würde zudem hohe Abbruch- und Entsorgungskosten ersparen.

Weil es sicherer ist
Der Betrieb der heutigen Flughafenfeuerwache durch die Berliner Feuerwehr würde den Standort TXL für die hier geplante Ansiedlung von Start-Ups, universitäre Forschung und Industrieunternehmen zusätzlich attraktiv machen: Bei medizinischen Notfällen, Havarien oder Bränden wäre Hilfe schnell vor Ort.

Weil wir dazugehören
In die Pläne für einen Technologiepark passen wir voll rein. Die Berliner Feuerwehr engagiert sich seit Jahren in der Forschung (s.a. hier). An der BFRA sind schon viele innovative Entwicklungen entstanden. Viele Tüfteleien der Start ups in der smart city können vor Ort mit uns sofort getestet werden. Weitere Informationen zur Nachnutzung des Flughafens Tegel finden Sie hier.

Weil wir schnell da sein können
Auf einen Umzug nach TXL bereitet sich die Berliner Feuerwehr bereits seit Jahren vor. Nach Beendigung des Flugbetriebes wären wir sofort in der Lage, den Brandschutz für das gesamte Areal zu übernehmen und den Lehrbetrieb hier aufzunehmen.

Weil Berlin gut ausgebildete Feuerwehrleute braucht
Was im großen gesellschaftlichen Kontext gilt, gilt auch für Feuerwehr im Detail: Bildung ist die Basis von allem. Die Herausforderungen an die größte Berufsfeuerwehr Deutschlands werden in den kommenden Jahren rasant wachsen: Bevölkerungszuwachs, Demografie, Terrorgefahren oder neue Technologien sind da nur einige Stichworte. Die Qualität einer Feuerwehr ist ein entscheidender Standortfaktor. Ein entscheidendender Faktor für die Qualität ist die Ausbildung: Je qualifizierter Berlins Feuerwehrleute sind, desto sicherer wird die Stadt. Das nützt uns allen.