Arbeits- und Gesundheitsschutz (AGS)

Die Bezeichnung Arbeits- und Gesundheitsschutz (AGS) ist ein traditionell benutzter Begriff, der den Umfang aller Aufgaben nur teilweise erfasst. Dem Bereich AGS wurde insbesondere in den vergangenen Jahren eine Steigerung der Wertschätzung zuteil. Diese Steigerung resultiert zum einen am Erkennen der Notwendigkeit und des Nutzens für eine Exekutivbehörde und zum anderen an einer Vielzahl innerbetrieblicher Anweisungen und gesetzlicher Vorgaben.

Um allen Anforderungen an einen ganzheitlichen Arbeits- und Gesundheitsschutz Rechnung zu tragen, wurde 2007 ein Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) im Land Berlin eingeführt, das für alle Behörden in der „Dienstvereinbarung Gesundheit“ festgeschrieben und bindend ist.

Neben dem klassischen Arbeits- und Gesundheitsschutz, der sich u.a. mit der Kontrolle von Unfallverhütungsmaßnahmen in Gebäuden, auf Einsatzstellen sowie für die Schutzkleidung und Geräte beschäftigt, sind es zwei weitere Aspekte, die das gesamte Betriebliche Gesundheitsmanagement umfassend beschreiben.

  • die betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)
  • das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM)

Erst durch BGF und BEM wird das „Haus“ des Betrieblichen Gesundheitsmanagements auf insgesamt drei feste Säulen gestellt und damit zum „Rundumschutz“ für alle Beschäftigten: 

Die Betriebliche Gesundheitsförderung befasst sich mit allen Aspekten der Gesundheitsförderung durch innerbetriebliche und externe Sportangebote, um die Gesunderhaltung der Beschäftigten zu gewährleisten. Großer Wert bei den Sportangeboten wird auf das Training der Ausdauer gelegt, die Grundlage zur Ausübung des anstrengenden Feuerwehrdienstes. Neben ca. 400 Indoorcycling-Kursen monatlich an 28 Stützpunkten und mit 120 lizenzierten Trainern, stehen den Feuerwehrleuten in der Freizeit mehr als 200 Sportangebote mit 200 Übungsleitern der Feuerwehr zur Verfügung. Das Angebot reicht u.a. vom Lauftraining über Nordic Walking, Schwimmen, Radfahren bis hin zur Rückenschule.

Als sinnvolles „Arbeitsmittel“ zur Quantifizierung des Leistungsstandes bei den Beschäftigten der Berliner Feuerwehr hat sich der Feuerwehr-Fitnesstest herauskristallisiert. Dieses seit Jahrzehnten in der Sportwissenschaft angewendete Verfahren besteht aus einem Kraftleistungs- und einem Ausdauerleistungsteil. Die Kraftleistung wird an einer geführten Brustpresse anhand definierter Vorgaben ermittelt. Der Ausdauerleistungstest ermittelt die individuelle Kondition eines Probanden auf einem Ergometerfahrrad mit Messung der Ausatemluft (Spiroergometrie). 

Das Betriebliche Eingliederungsmanagement ist für die Rückführung von länger erkrankten Beschäftigten vorgesehen, die durch gezielte medizinische und sozialpädagogische Beratungs- und Unterstützungsangebote wieder den Weg in das Arbeitsleben finden sollen. Diese Beratungsgespräche erfordern Zeit und Einfühlungsvermögen, da neben körperlichen Beeinträchtigungen oft die Psyche angeschlagen ist. Pro Jahr sind einige Hundert Fälle durch unsere Betriebsärzte und Sozialpädagogen zu bewältigen.

Die Arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen und die Betriebsärztliche Betreuung nehmen für den Beruf des Feuerwehrmannes verständlicherweise einen sehr großen Raum ein. Sie sind neben der persönlichen Schutzausrüstung ein weiterer Teil der „Lebensversicherung“ im Einsatz. Ohne die turnusmäßigen, umfassenden Untersuchungen der Beschäftigten ist ein sicheres Arbeiten nicht denkbar. Über 2.000 Standard-Feuerwehr-Untersuchungen und Hunderte von speziellen Untersuchungen sind notwendig, um die Schlagkraft der Feuerwehr aufrecht zu erhalten.

Die Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel ist als gesetzlicher Auftrag ebenfalls Aufgabe von AGS. Dienstlich genutzte und private Elektrogeräte werden einer elektrotechnischen Prüfung unterzogen. Das betrifft ca. 40.000 Geräte, u.a. PC und Zubehör, Leuchten, Küchengeräte, Verteilersteckdosen.

Vorgaben

Die wichtigsten gesetzlichen Vorgaben für ein Handeln des Bereiches AGS regelt und fordert u.a. das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), das Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG), das Sozialgesetzbuch (SGB), das Infektionsschutzgesetz (ISchG), die Biostoffverordnung, die Unfallverhütungsvorschriften (UVV) der gesetzlichen Unfallversicherung-sträger (Unfallkasse Berlin) sowie die Regeln privater Organisationen (DIN, VDE, VDSI). Aber auch ein behördeninterner Veränderungsprozess hat die Notwendigkeit verschiedenster, neuer Aufgabenfelder bei AGS erkannt.