Die Laufbahnen

Berufsfeuerwehrleute sind in aller Regel Beamte des sog. feuerwehrtechnischen Einsatzdienstes. Der feuerwehrtechnische Dienst gliedert sich in drei Laufbahnen, 

• den mittleren,
• den gehobenen und den
• höheren feuerwehrtechnischen Dienst.

Die Angehörigen des mittleren feuerwehrtechnischen Dienstes (Dienstgrade Brandmeister, Oberbrandmeister, Hauptbrandmeister, Hauptbrandmeister mit Zulage) bilden das breite Fundament der Berufsfeuerwehr. Sie leisten den Großteil unserer rund 330.000 Einsätze jedes Jahr. Die Angehörigen dieser Laufbahn wurden nach einem Auswahlverfahren, in dem festgestellt wurde, ob sie die Anforderungen für den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst erfüllen, in einer zweijährigen Ausbildung an unserer Feuerwehrschule für alle Einsatzfunktionen ausgebildet und sind auf den Feuerwachen und Rettungsdienststandorten tätig als

• Rettungssanitäter/in,
• Rettungsassistent/in,
• Truppmann/-frau bzw. Truppführer/in,
• Atemschutzgeräteträger/in,
• Fernmelder/in,
• Maschinisten (Bedienen von Drehleitern, Pumpen und Aggregaten) und
• LKW-Fahrer/in

Im weiteren Lauf ihrer Tätigkeit und bei entsprechenden Leistungen können sich die Einsatzkräfte des mittleren feuerwehrtechnischen Dienstes weiter qualifizieren, z.B. als Rettungsassistenten oder als Staffelführer. Auch ein Aufstieg in den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst ist grundsätzlich möglich.

Die Beamten des gehobenen feuerwehrtechnischen Dienstes (Dienstgrade Brandinspektor, Brandoberinspektor, Brandamtmann, Brandamtsrat, Brandoberamtsrat, Brandoberamtsrat mit Zulage) nehmen vorrangig Führungsaufgaben im „mittleren Management“ nach den Grundsätzen unseres Leitbildes wahr. Am Beginn der Laufbahn steht die Leitung einer Wachabteilung („Schichtführer/in“) auf einer Feuerwache mit ca. 20 bis 30 Einsatzkräften des mittleren feuerwehrtechnischen Dienstes mit der Verantwortung für die Personalplanung und dem Personaleinsatz im Schichtdienstbetrieb, die Planung der Mitarbeiterfortbildung und die Personalführung im Allgemeinen sowie die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft. Im Einsatz führen die Beamten des gehobenen Dienstes am Beginn ihrer Laufbahn bis zu zwei LHF-Besatzungen (sog. Staffeln). Als „Staffelführer“ ist es Ihre Aufgabe, die Einsatzlage zu erkunden, die erforderlichen Einsatzmaßnahmen zu entscheiden und anzuordnen und den Erfolg dieser Maßnahme zu überprüfen. 

Nach einigen Jahren in der Leitung einer Wachabteilung bestehen auch Beschäftigungsmöglichkeiten als Leiter einer Feuerwache (Brandamtsrat / Brandoberamsrat) mit rund 100 Einsatzkräften oder in administrativen Bereichen, wie z.B. den Direktionen, den Serviceeinheiten oder dem Stab. Hier erwarten Sie spannende Aufgaben im Personalmanagement, im Vorbeugenden Brandschutz, im Technik- und IT-Bereich oder in der strategischen Planung.  Als Einsatzleiter der sog. Gruppe „C“ führen diese Beamten im Einsatz bis zu vier Staffeln. 

Wer die Voraussetzungen für den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst erfüllt und das entsprechende Auswahlverfahren erfolgreich gemeistert hat, wird umfassend für die Aufgaben im gehobenen Dienst qualifiziert. Sie absolvieren einen zweijährigen Vorbereitungsdienst an unserer Feuerwehrschule in Berlin-Reinickendorf. Hier erhalten Sie zunächst eine feuerwehrtechnische Grundausbildung und dann die Ausbildung zum/zur Führer(in) einer Staffel. Auf Ihre künftige Tätigkeit als Leiter(in) einer Wachabteilung werden Sie ebenfalls umfassend vorbereitet. Dazu gehören auch praktische Abschnitte auf den Feuerwachen und bei anderen Berufsfeuerwehren. Auch später bestehen diverse Möglichkeiten, sich weiter zu qualifizieren, z.B. zum Führer von Verbänden. Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit, vom gehobenen in den höheren feuerwehrtechnischen Dienst aufzusteigen. 

Ein abgeschlossenes Hochschulstudium (Master) ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für den höheren feuerwehrtechnischen Dienst. Beamte dieser Laufbahn nehmen vorrangig Führungsaufgaben im „oberen Management“ nach den Grundsätzen unseres Leitbildes wahr. Zu ihren Aufgaben zählen anspruchsvolle Tätigkeiten im Personalmanagement, im Vorbeugenden Brandschutz, im Technikbereich oder in der strategischen Planung. Später werden sie Führungsaufgaben in den Direktionen, den Serviceeinheiten oder dem Stab übernehmen und Einsätze mit mehr als vier Staffeln bei besonders komplexen Einsatzlagen führen. Denkbar ist auch die Leitung einer gesamten Feuerwehr oder eine Führungstätigkeit an einer Landesfeuerwehrschule. Es bestehen aber auch interessante Tätigkeitsfelder in Ministerialbereichen außerhalb einer euerwehr. 

Auf diese Tätigkeit werden die Beamten in einem zweijährigen Brandreferendariat vorbereitet. Das Referendariat wird koordiniert vom deutschen Städtetag und erfolgt an verschiedenen Feuerwehrschulen im gesamten Bundesgebiet. Hier erhalten die Brandreferendare zunächst eine feuerwehrtechnische Grundausbildung und dann die Ausbildung zum/zur Führer(in) eines Löschzuges. Dazu gehören auch praktische Abschnitte in verschiedenen Feuerwehren und in Ministerialdienststellen. 
Nach bestandener Brandassessor-Prüfung werden sie nach Maßgabe freier Stellen zum Brandrat zur Anstellung bei einer Feuerwehr ernannt. In der darauffolgenden dreijährigen Probezeit haben Sie die Möglichkeit, sich in verschiedenen Leitungsfunktionen im Einsatz und im rückwärtigen Bereich zu bewähren. Dabei werden ihnen erfahrene Führungskräfte als Mentoren zur Seite gestellt. Im Einsatz übernehmen Sie zunächst als Einsatzleiter/-in die Führung von vier Staffeln bei komplexen Einsatzlagen. Hier ist es Ihre Aufgabe, die erforderlichen Einsatzmaßnahmen auf der Grundlage der  festgestellten Einsatzlage zu entscheiden und anzuordnen und den Erfolg dieser Maßnahme zu überprüfen. 

Technische Hilfeleistung bei einem Verkehrsunfall. Foto: Stefan Rasch
Beamter des höheren feuerwehr-technischen Dienstes. Foto: Berliner Feuerwehr
Einsatzleiter der Gruppen C und B bei der gemeinsamen Einsatzleitung. Foto: Stefan Rasch.