1908: Hochbahnunglück am Gleisdreieck

Die Einführung neuer, revolutionärer Technologien hat die Menschen schon immer beunruhigt und verängstigt. So auch die erste Untergrundbahn in Berlin vor rund hundert Jahren. Befürchtungen über einstürzende U-Bahn-Tunnel führten dazu, dass die ersten Bahnen auf einem Ständerwerk oberhalb der Straßen geführt werden. Eine Ironie des Schicksals, dass sich das bisher schwerste Unglück in der Geschichte der Berliner „Untergrundbahn“ ausgerechnet auf einer solchen Hochbahn ereignet. 

Aufgrund eines übersehenen Haltesignals kollidieren am 26. September 1908 zwei Züge, ein Wagen entgleist dabei und stürzt etwa 10 Meter in die Tiefe. Der Waggon drehte sich unglücklicherweise im Sturz, der Rahmen wird durch das Gewicht von Motoren und Drehgestell völlig deformiert, was die Rettung der eingeklemmten Personen äußerst schwierig machte. Die ersteintreffenden Kräfte der Wache in der Schöneberger Straße geben sofort „Mittelfeuer“ (heute vergleichbar: „6 Staffeln“). Unter Lebensgefahr sicherten diese Kräfte einen weiteren Wagen gegen den drohenden Absturz. Insgesamt fordert das Hochbahnunglück 20 Verletzte und 18 Tote.