1929: „Stahlgewitter“

Am 24. Juli 1929 kommt es im Füllraum des Azetylenwerks der Fa. Linde im Stadtteil Borsigwalde zu einer Explosion. In der Folge zerknallen rund eintausend Azetylen, Stick- und Sauerstoffflaschen. Sie gehen hoch wie Granaten und „regnen“ trommelfeuerähnlich auf das Fabrikgelände und die nähere Umgebung nieder. Dabei werden zahlreiche Gebäude, Bretterstapel und Grasflächen in Brand gesetzt. Einzelne Flaschen fliegen bis zu 500 m weit und explodieren erst bei ihrem Aufschlag. Die Feuerwehr setzt 20 Löschzüge in Marsch, kann jedoch zunächst nur aus der Deckung heraus agieren und auch nur an der Peripherie tätig werden. Da jedoch auch noch zwei Gasbehälter und ein Azetylenlager akut gefährdet sind, entschließt sich der Einsatzleiter zum Angriff. Da dieser Einsatz für die Feuerwehrmänner mit äußerster Lebensgefahr verbunden ist, soll nur eingesetzt werden, wer sich freiwillig meldet. Es melden sich alle Feuerwehrleute freiwillig und so kann der Löschangriff beherzt und umfassend angegangen werden. Nach zwei Stunden sind die Brände unter Kontrolle, die Nachlöscharbeiten erstrecken sich noch bis zum Morgen des folgenden Tages.