1933: Reichstagsbrand

Zu dem wohl folgenreichsten Brand in der Geschichte wurde die Berliner Feuerwehr am 27. Februar 1933 alarmiert. Als die erste Meldung über einen Brand im Reichstag um 21.13 Uhr eingeht, rückt der Zug der Wache Stettin aus, aufgrund der zweiten über einen Feuermelder in der Moltkestraße abgegebenen Meldung wird auch der Zug Moabit geschickt. Um 21.31 Uhr wird von den ersten eintreffenden Feuerwehrkräften zehnter Alarm gegeben, worauf acht weitere Züge alarmiert werden. Der ebenfalls alarmierte Oberbranddirektor Gempp gibt sofort nach seinem Eintreffen 15. Alarm und übernimmt die Leitung des Einsatzes.

Von den im Innenangriff vorgehenden Feuerwehrmännern werden mehrere kleine Brandstellen in mehreren Räumen und in den Wendelgängen entdeckt, teilweise sind diese schon erloschen. Als sie zum Plenarsaal vordringen, finden die Einsatzkräfte viele einzelne Brandherde in den Sitzreihen sowie links und rechts vom Präsidium vor. Zu dieser Zeit haben diese Brände noch keine gefährliche Ausdehnung, kurz darauf findet hier allerdings eine plötzliche Verpuffung statt, die den ganzen Plenarsaal in Brand setzt. Dieser Brand zerstört die Glasdecke zwischen Saal und Kuppel sowie die Kuppelverglasung, wodurch ein Kamineffekt entsteht. Der dadurch resultierende starke Luftstrom führt zu einer rasanten Brandentwicklung. Für die im Innenangriff eingesetzten Feuerwehrbeamten besteht die Gefahr, dass die glühende Eisenkuppel in das Gebäude stürzt und sie unter sich begräbt. Unter genauer Beobachtung hält sie jedoch dem Feuer stand.

Gempp lässt mit Leitern über die beiden Höfe angreifen, über die seitlichen Zugänge wird mit 15 B- und 5 C-Rohren vorgegangen. Durch den Einsatz zweier Löschboote auf der daneben gelegenen Spree ist die Wasserversorgung gesichert. Nach zwei Stunden ist der Brand endlich unter Kontrolle.

Die genauen Umstände dieser politisch motivierten Brandstiftung werden wohl nie vollständig geklärt werden. Der Holländer Marinus van der Lubbe, Mitglied einer rätekommunistischen Gruppierung, wurde von Zeugen beobachtet, als er durch ein eingeschlagenes Fenster im ersten Stock des Reichstagsgebäudes einsteigt und beginnt, mit Kohleanzündern und Kleidungsstücken Möbel und Vorhänge in verschiedenen Räumen in Brand zu setzen. Einsatzleiter Gempp vertritt im späteren Reichtagsbrand jedoch die Ansicht, ein solcher Brand hätte nur von mehreren Tätern gelegt werden können.