1935: Einsturz eines S-Bahn-Tunnels

Am Folgetag des Brandes auf dem Messegelände kommt es um 12.15 Uhr zu einem weiteren Unglück: Die Baugrube des Nordsüd-S-Bahn-Tunnels in der heutigen Ebertstraße vor dem Brandenburger Tor stürzt ein. In wenigen Sekunden bricht der gesamte Fahrdamm auf einer Länge von etwa 60 Metern ein und zieht Sand, Eisenträger, Kräne, Straßenbahngleise und Baubuden in die Tiefe. Bei der Berliner Feuerwehr wird sofort achter Alarm gegeben. Die fieberhaft durchgeführten Arbeiten dauern elf Tage an, mehrere hundert Mann wechseln sich in Sechsstundenschichten ab und können schließlich nur vier von den 23 verschütteten Arbeitern lebend befreien. Zu den Bergungsarbeiten wird außer Feuerwehr, Wehrmacht, Arbeitsdienst und Technischer Nothilfe auch ein Spezialtrupp von Bergarbeitern aus dem Ruhrgebiet eingesetzt, um einen Stollen zu den Verschütteten vorzutreiben.