1965: U-Bahn-Unglück in der Nähe des Bahnhofs Zoo

Am Vormittag des 30. Juni 1965 fährt auf der bis dato neuesten Berliner U-Bahn-Strecke, der Linie G (heute U 9), zwischen Bahnhof Zoo und Hansaplatz ein voll besetzter U-Bahnzug auf einen im Tunnel wegen defekter Bremsen stehenden, ebenfalls voll besetzten Zug mit ca. 70 Stundenkilometern auf.

Dabei werden der letzte Wagen des stehenden und der erste Wagen des auffahrenden Zuges schwer beschädigt. Es müssen 99 Verletzte versorgt und in Krankenhäuser transportiert werden. Da das Rettungsamt Berlin mit einer solchen Lage völlig überfordert ist, bitte es die Feuerwehr um Amtshilfe. Doch auch die Berliner Feuerwehr gerät bei diesem Szenario an ihre Grenzen. Sie muss alle Unfall- bzw. Krankentransportwagen mobilisieren und hat für andere Einsätze nun keine Reserven mehr.

Der Schaden beträgt ca. 900 000 Mark. Ursache war der Fehler eines zu dieser Zeit im Tunnel arbeitenden Monteurs. Dieser hatte das wegen des Zuges im Tunnel auf Rot stehende Signal manuell grün geschaltet und damit die Fahrt frei gegeben für den in Zoo wartenden Zug.