1986: Flugzeugabsturz in Bohnsdorf

Am 12. Dezember 1986 war bei dem mit 72 Toten zweitschwersten Flugzeugunglück der DDR fast parallel zur Straße Richtung Flughafen Schönefeld eine breite Schneise in den Wald gebrannt worden. Aber die Natur hat sich die Unglücksstätte längst zurückerobert.

Der Absturz der Maschine vom Typ Tupolew Tu-134 blieb vielen Menschen im Osten vor allem dadurch in Erinnerung, dass sich unter den Toten auch 20 Schüler einer zehnten Klasse aus Schwerin befanden, die aus der weißrussischen Hauptstadt Minsk zurückkehrten. Auch ihre Lehrerin und die beiden Betreuer wurden getötet. Nur zehn der 82 Menschen an Bord überlebten das Unglück, darunter sieben Schüler aus jener Klasse der Ernst-Schneller-Oberschule.

Doch den Grund für den Fehler des Piloten, der den Absturz genau wie die anderen acht Besatzungsmitglieder nicht überlebte, gab die Regierungskommission erst im April 1987 in einem internen Dokument zu Protokoll. Danach soll der Kapitän rechts und links verwechselt haben. Obwohl der Schönefelder Tower der Maschine die rechte Landebahn zugeteilt hatte, flog sie die linke an. Der Pilot habe im letzten Moment versucht, den Fehler zu korrigieren und die Tu-134 nach rechts zu ziehen. Aber da war die Maschine schon zu niedrig

Ein trüber Dezemberabend, zwei Wochen vor Weihnachten, der Wetterbericht kündigt Nebel an. Sie werden nach Bohnsdorf gerufen. Schon auf der Hinfahrt ahnen sie, das wird ein dicker Hund. Auf allen Leitungen wilder Alarm, aus jeder Richtung rücken Einsatzkräfte an, sind die Zufahrten abgeriegelt. Beim Landeanflug auf Berlin, Hauptstadt der DDR, war um 17.03 Uhr ein Passagierflugzeug im Wald abgestürzt, eine russische TU 134. Die Maschine zerbrach, ihre Treibstofftanks explodierten. 72 Menschen starben, darunter zwanzig Kinder, eine Schulklasse aus Schwerin. Bohnsdorf war die Feuertaufe. Spätestens hier, zwischen den zersplitterten Kiefern, ahnt der junge Hauptfeuerwehrmann, daß sein Beruf kein Spaziergang wird. Und auch kein Abenteuerspielplatz. Denn wer fühlt sich noch als Held beim Einsammeln trauriger Reste?