1991: Wand schleudert Feuerwehrleute aus dem Drehleiterkorb

Am 18. März 1991 geht um 1.07 Uhr in der Feuerwehr-Leitstelle der Alarm einer ausgelösten Sprinkleranlage in einem Hochregallager in der Gradestraße 45-57 in Neukölln ein. Die Erkundung ergibt, dass im oberen Bereich des Hochregallagers ein Brand ausgebrochen ist, welches auf das Dach des Lagers übergegriffen hat. Fünf Löschzüge beteiligen sich an der Brandbekämpfung. In der Phase des ersten Innenangriffs werden im Außenbereich drei Drehleitern in Position gebracht um das brennende Dach abzulöschen und zu kühlen.
Um 4.08Uhr kann „Einsatzstelle unter Kontrolle“ gegeben werden. Die nun folgenden Aufräum- und Nachlöscharbeiten werden durch zwei ablösende Löschzüge ausgeführt.

Um 6.25 Uhr bricht jedoch erneut ein Brand im oberen Bereich des Hochregallagers aus. Schnell brennt auch wieder das Dach. Wie schon in der Nacht werden während des Innenangriffes, im Außenbereich Drehleitern in Position gebracht, um das Dach zu beobachten und den Innenangriff zu sichern. Kurz darauf können die Feuerwehrbeamten ein „brennendes Abtropfen“ in der Halle beobachten. In kürzester Zeit steht das Hochregallager im Vollbrand worauf hin sämtliche Einsatzkräfte die Lagerhalle räumen.

Eine halbe Stunde später stürzt die Lagerhalle plötzlich und unvermittelt ein. Dabei kippt eine Außenwand um und stürzt gegen die Drehleiter des Löschzugs Wilmersdorf. Der Leitersatz, der auf ca. 16 Meter ausgefahren ist, wird durch die Wucht in kürzester Zeit zu Boden gedrückt. Der Leiterkorb schlägt auf den Boden auf, dabei werden die zwei Feuerwehrmänner im Korb tödlich verletzt.

Im Laufe der Brandbekämpfung, wird bis auf den „zehnten Alarm“ erhöht. Obwohl bei der Brandbekämpfung ca. 20.000 Liter Wasser pro Minute eingesetzt wurden und sich auf den Hof des Geländes ein See mit einer Tiefe von über 50 cm bildet, konnte erst drei Tage später „Einsatzstelle unter Kontrolle“ gegeben werden. Die Ablöscharbeiten erstrecken sich noch bis zum 28. März 1991.