A.N.T.S.

Atemschutz-Notfall-Trainierte-Staffel

Kaum eine Tätigkeit bei den Feuerwehren verlangt mehr Vorbereitung als der Einsatz unter Atemschutz. Trotz aller Vorkehrungen sind Unfälle von Atemschutzgeräteträgern nicht auszuschließen. Um auf die unterschiedlichen Notfallszenarien angemessen reagieren zu können, gibt es bei der Berliner Feuerwehr das Atemschutznotfalltraining (ANT) gemäß der FwDV 7 als kontinuierliche Aus- und Fortbildung.

Einsatzstellen sind oft unübersichtlich, schwer zugänglich oder nur über lange Anmarschwege erreichbar. In diesem Umfeld gelangt der Zwei-Mann Sicherheitstrupp, der bei jedem Einsatz unter Atemschutz bereitgestellt wird, schnell an seine Leistungsgrenze. Hier stellt die Atemschutz-Notfall-Trainierte-Staffel (A.N.T.S.) durch entsprechendes Training, spezielle Zusatzausbildung und eine angepasste Zusatzausrüstung eine Ergänzung dar. Beim Notfall unter Atemschutz verunglückter Einsatzkräfte ermöglicht ein kombinierter Einsatz von Sicherheitstrupp ANT und A.N.T.S. eine schnelle und sachgerechte Rettung.

Seit 2012 sind die Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuge (LHF) auf den Feuerwachen Neukölln, Prenzlauer Berg und Wedding mit einer A.N.T.S. besetzt. Das LHF verfügt dabei über zusätzliche Ausrüstung. Die Alarmierung eines LHF mit A.N.T.S. erfolgt in folgenden Fällen:

  • Präventiveinsatz
    Standardmäßige Alarmierung ab Brand 6 (Brand, bei dem mindestens 6 Staffeln alarmiert werden) oder auf Anforderung des Einsatzleiters bei unübersichtlichen Einsatzstellen, langen Anmarschwegen oder besonderen Gefahrenlagen.
  • Atemschutznotfall
    Verunglückt ein Atemschutzträger wird auf Eigenrettung alarmiert. Hier ist es Aufgabe des  A.N.T.S., den Sicherheitstrupp zu ergänzen und eine strukturierte Suche sowie fachgerechte Rettung zu gewährleisten.

Neben der persönlichen Schutzausrüstung führt der vorgehende 4 Personen-Trupp folgende Zusatzausrüstung mit sich:

  • Jeder ein PA 60 (Pressluftatmer mit doppeltem Atemluftvolumen)
  • Eine Wärmebildkamera
  • 1 Atemschutz-Notfall-Set (RIT-Bag) mit: einem 6,8 l Druckluftbehälter mit Lungenautomat, Bandschlingen mit  Schraubkarabinern,  Notfall-Schneide-Werkzeug S-CUT,  RespiHood und Tür-Keilen
  • 1 Spineboard zum schonenden Transport des verunglückten Atemschutzträgers
  • 1 D-Schlauchleitung mit Strahlrohr zum Eigenschutz

Die Ausbildung erfolgt durch zertifizierte Trainer. Dabei wird der Umgang mit den Gerätschaften trainiert und die taktische Vorgehensweise geschult. Der Schulungs- und Trainingsaufwand umfasst mindestens 64 Unterrichtseinheiten. Damit die notwendigen Handgriffe auch unter Stress und ohne Sicht sitzen, wird auf den A.N.T.S. Feuerwachen regelmäßig trainiert. Eine gute Fitness ist hier im besonderen Maße notwendig.