Einsatzmöglichkeiten

Grundsätzliches

Folgende Grundvarianten, die im Anschluss näher erläutert werden, sind mit den Mitteln der Speziellen Rettung aus Höhen und Tiefen möglich:

  • Ablassen von Personen aus fast jeder Höhe mit oder ohne Begleitung,
  • im Rettungssitz oder mittels Trage;
  • Aufseilen von Personen mit oder ohne Begleitung im Rettungssitz oder in der Trage;
  • Auf – oder Abstieg zu einer Einsatzstelle: Ablassen oder Aufziehen von Gegenständen / technischem Einsatzgerät

Alle Angehörigen des HRD sind mindestens Rettungssanitäter und ca. 80% von ihnen ausgebildete Rettungsassistenten. Letztere beherrschen alle von RA´s zu erwartenden, auch erweiterte, Maßnahmen und sind in der Lage, delegierte ärztliche Maßnahmen durchzuführen.

Weiterhin ist es möglich, einen Notarzt/ Notärztin, wenn sie psychisch und physisch dazu in der Lage sind, an eine Einsatzstelle in der Höhe oder in der Tiefe zu bringen.

Abseilen im Rettungssitz

Hierbei wird eine zu rettende Person entweder von einem festen Standort oder aus einem Seil unter Verwendung eines Aufnahmegerätes (Rettungsweste, Rettungsdreieck) in ein Seilsystem übernommen und zu Boden gebracht.

Zur Stabilisierung der zu rettenden Person, kann auch das KED-System mit eingebunden werden.

Denkbare Einsatzorte wären hier zum Beispiel Baugerüste, Kräne, Rohbauten ohne geeignete Zu- und Abgänge, Fensterputzgondeln, Windkraftanlagen sowie sonstige technische Anlagen.

 

Retten aus großer Höhe – hier ca. 200m
Übernahme aus einem Seil am Kran
Retten unter Verwendung des KED-Systems
Retten unter Verwendung des KED-Systems
Retten im Rettungs-dreieck
Retten aus großer Höhe – hier ca. 180m
Windkraftanlage mit ca. 100m
 

Ablassen von Personen mit einer Trage

Hierbei wird die zu rettende Person mit oder ohne Vakuummatratze in einer Trage angeschnallt, gesichert und begleitet zum Boden abgeseilt. Mögliche Einsatzorte wären hier zum Beispiel Baugerüste, Kräne, Rohbauten ohne geeignete Zu- und Abgänge sowie technische Anlagen. Eine erforderliche medizinische Versorgung kann während des Transportes fortgesetzt werden.

Anstelle der Trage steht auch ein so genanntes Spinbord zur Verfügung.

 

Arbeiten an der Dachkante
Arbeiten an der Dachkante
Tragenrettung mit Begleitung
Tragenrettung mit Begleitung

Aufseilen von Personen

Die zu rettenden Personen werden unter Verwendung von Flaschenzügen sowie Hängesitz oder Trage aus Schächten (Aufzüge, Kanalisation), unterirdischen Anlagen (Kellerräume) oder anderen technischen Anlagen (Silos, Behälter, Tanks, Krankabinen usw.) mit oder ohne Begleitung aufgezogen.

Auch hier kann eine medizinische Versorgung eingeleitet und während des Transportes fortgesetzt werden. Soweit erforderlich kann die Rettung auch unter Atemschutz erfolgen.

 

Aufseilen der Trage im Schacht
Aufseilen der Trage im Schacht
Rettung auch über Kopf aus einem Steigschutzsystem
Schachtrettung unter Atemschutz

Abseilen im Hängesitz oder Trage zu einem nicht unter dem Abseilpunkt liegendem Ziel (Schrägseil/Seilbahn)

Hierbei wird im Prinzip eine Seilbahn errichtet und die zu rettende Person mit Führungseilen an vorher gespannten Tragseilen zu einem weiter vom Abseilpunkt entfernt gelegenen Ort abgelassen. Die zu rettende Person kann alleine oder (medizinisch) betreut abgelassen werden.

 

Schrägseil / Seilbahn
Schrägseil / Seilbahn
Schrägseil / Seilbahn

Transport überschwerer Personen

Unter Verwendung der auf dem Bettentransportwagens mitgeführten Schwerlasttrage (Tragfähigkeit 1 000 kg), können überschwere Personen in Treppenhäusern mit offenem Treppenauge abgelassen werden.

Weiterhin können in der Zusammenarbeit mit dem Kran des Technischen Dienstes überschwere Personen mittels der Schwerlastrage aus Fenstern von Gebäuden gerettet werden. Hierbei ist es erforderlich, dass der Kran vor dem Gebäude in Stellung gebracht werden kann (max. 10-15m Entfernung) und das Fenster nicht höher als 20m Höhe liegt.

 

Seilunter-stützter Transport einer überschweren Person im Treppenhaus
Seilunterstützter Transport einer überschweren Person im Treppenhaus
Seilunterstützter Transport einer überschweren Person im Treppenhaus
Schwerlast-trage mit 1000kg Tragfähigkeit
Rettung mit der Schwerlast-trage aus dem Fenster
Rettung mittels Schwerlasttrage in Zusammenarbeit mit dem TD

Gesicherte Vorstiege

Im Gegensatz zu den Möglichkeiten, die eine Löschfahrzeugbesatzung mit der Absturzsicherung hat, können die Angehörigen des HRD "anspruchsvollere" Vorstiege durchführen. Sie sind trainierter, sowohl im Handling, als auch in der Höhengewöhnung.

Haben längere Seile zur Verfügung und können auf spezielle Ausrüstung (Teleskopstangen, Strickleitern, Bandschlingen die problemlos über scharfe Kanten gelegt werden können usw.) zurückgreifen. Des Weiteren können viele vorhandene Sicherungseinrichtungen an Auf- oder Abstiegsleitern genutzt werden.

Einsatzfelder könnten zum Beispiel die Betreuung und Rettung von Personen in einem funktionsuntüchtigen Riesenrad, das Erreichen von Verunglückten in technischen Anlagen oder der Auf- bzw. Abstieg um beschädigte Gebäudeteile zu erreichen (Sturmschäden), sein.

 

Rettung eines erkrankten Kranfahrers
Vorstieg mit der Hakenleiter
Vorarbeiten in der Struktur einer Industrieanlage
z.B. Suizidenten am Kranausleger

Rettung aus Sicherungssystem von Auf- und Abstiegsleitern

Verunglückte die in dem Sicherungssystem von Leitern hängen, können mit oder ohne Seiltechniken zu Boden gebracht werden.

 

Innenaufstieg in einer Industrieanlage unter Nutzung eines Steigschutzläufers
Außenaufstieg in einer Industrieanlage unter Nutzung eines Steigschutzläufers
Spezielle Rettungsvariante an einem Steigschutzsystem

Zusammenarbeit mit der Bundespolizei

Mehrere Schulungen befähigten in der Vergangenheit die Kollegen des HRD zu gemeinsamen Rettungstätigkeiten mit den Kräften der Bundespolizei.

 

Rettung und Versorgung aus der Luft über die Rettungswinde am Hubschrauber

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