Im absturzgefährdetem Bereich
Höhenexponierte Einsatzstelle
Transport überschwerer Personen
 

Wir über uns

Der auf der Berufsfeuerwache Marzahn stationierte Höhenrettungsdienst wurde 1998 gegründet und ist gewissermaßen eine Weiterführung des in Berlin bis 1990 bereits bestehenden „Speziellen Rettungsdienstes“ der Berufsfeuerwehr. Eine andere und auch genauere Bezeichnung für diese Einheiten ist „Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen“. Unter spezieller Rettung sind Techniken zu verstehen, die über die Möglichkeiten regulärer Feuerwehreinheiten beim Erreichen von höhen- und tiefenexponierten Einsatzstellen hinausgehen.

Gerade im urbanen, immer dichter und höher  bebauten Stadtbereich,  gibt es viele Einsatzszenarien die, die Anwendung dieser, an den Bergunfalldienst und  der Industriekletterei angelehnten Taktiken erforderlich machen. Mittlerweile gibt es bei fast allen großen Berufsfeuerwehren, einzelnen Freiwilligen Feuerwehren sowie bei den Hilfsorganisationen Deutschlands Höhenrettungsgruppen. Typische Aktivitäten bei den bisherigen Einsätzen dieser speziellen Rettungsgruppen der Feuerwehr sind:

  • Retten von Personen aus der Höhe (mittels Hängesitz/Krankentrage)
  • Retten von Personen aus der Tiefe (mittels Hängesitz/Krankentrage)
  • Seilgestützter Transport von überschweren Personen im Treppenhaus bzw. über das Fenster
  • Retten von Personen aus einem Seil
  • Sicherung von Einsatzkräften in absturzgefährdeten Bereichen
  • Technische Hilfeleistung  zur Sicherung von Bauteilen etc.

Eine Aufstellung aller Möglichkeiten der Berliner Höhenrettungsgruppe ist unter der Rubrik „Einsatzmöglichkeiten“ beschrieben und bebildert.

Die Ausbildung der Höhenrettungsgruppen richtet sich nach den Vorgaben der Berufsgenossenschaften, den Empfehlungen der AGBF (Arbeitsgemeinschaft der Berufsfeuerwehren) und den Vorgaben des länderübergreifend entwickelten EUSR-Projektes (European Union Spezial Rescue). Weiterhin kommen Empfehlungen der UIAA (Union Internationale des Associations d`Alpinisme), des DAV (Deutscher Alpenverein) sowie anerkannte Regeln zur Anwendung. Die in Berlin grundsätzlich freiwillige Ausbildung zum Höhenretter beginnt mit einer zweiwöchigen Grundausbildung. Danach muss jedes Mitglied der Gruppe mindestens 80 Stunden Training pro Jahr absolvieren. 

In der Regel braucht man nach der Grundausbildung 2 Jahre, um die Fähigkeiten und die Praxis zum weitestgehend selbstständigen arbeiten zu erwerben. Besonders geeignete Kollegen, die möglichst bereits über eine Führungsqualifikation verfügen sollten, werden in einem zweiwöchigen Lehrgang an der Brand- und Katastrophenschutzschule Heyrothsberge zum Ausbilder und Einsatzleiter weitgebildet. Weiterhin wird für alle Angehörigen des Höhenrettungsdienstes die abgeschlossene Rettungsassistentenausbildung angestrebt. 

Die persönliche Ausrüstung jedes Höhenretters besteht aus einem Wetterschutzoverall, einem kombinierten Sitz- und Brustgurt, einem Helm, Handschuhen, Stiefeln, einem Kappmesser, sowie diversen Karabinern, Reepschnüren, Abseilgeräten und Seilklemmen. Auf dem Gerätewagen Höhenrettung befindet sich eine größere Menge spezieller Geräte zum Ab- und Aufseilen, zum Aufziehen, mehrere Tragen, Seile (von 60 bis 200m), spezielle Leitern, Traversen etc.. Pro Wachabteilung gibt es ca. 15 Höhenretter, von denen durchschnittlich 4 über die Qualifikation zum Einsatzleiter verfügen. 

Der Höhenrettungsdienst wird in Berlin im Springerbetrieb besetzt. Bei einer Alarmierung geht ein Löschfahrzeug außer Dienst und der Gerätewagen Höhenrettung wird  mit  einer Stärke von 1:4 besetzt. Sollten alle Einsatzfahrzeuge der BF Marzahn im Einsatz sein, müssen diese ausgelöst werden und besetzen dann den GW. Dies hat natürlich eine längere Ausrückezeiten zur Folge. Weiterhin betreibt das THW Steglitz eine HRD Gruppe. Der Ausrückebereich der Berliner Höhenretter umfasst das Stadtgebiet von Berlin und auf Anforderung auch das Land Brandenburg. Einmal im Jahr trifft sich ein Teil der Höhenrettungsgruppen der Berufsfeuerwehren zu einem Leistungsvergleich. Weiterhin nahmen die Berliner Höhenretter erfolgreich an internationalen Wettbewerben teil. Näheres zu dem Thema und Berichte aller Wettbewerbe finden sich unter der Rubrik Wettkämpfe.