Straße: Schildhornstraße
Ortsteil: Steglitz
Es brannte eine Elektrohauptverteilung im Erdgeschoss eines sechsgeschossigen Mehrfamilienhauses mit Übergriff auf den Treppenraum, der im Erdgeschoss im Vollbrand stand. Dabei kam es auch zu einer Verrauchung des gesamten Treppenraums bis ins oberste Geschoss und in einzelne Wohnungen.
Aufgrund des Umfangs erhöhten die ersten Kräfte die Alarmstufe und holten auch ein sogenanntes "MANV-Modul" (MANV = Massenanfall an Verletzten) zur Einsatzstelle, da mit einer größeren Anzahl an Patienten zu rechnen war.
Die Brandbekämpfung erfolgte mit zwei Löschrohren über den Treppenraum und eine Hofdurchfahrt, in dessen Wand die Elektrohauptverteilung eingebaut war. Durch einen schnellen und effektiven Löscheinsatz konnten wir eine Brandausbreitung in die Wohnungen und den Treppenraum oberhalb der Brandetage verhindern. Es kam jedoch zu einem Rauchschaden im gesamten Treppenraum sowie in einzelnen Wohnungen. Im Verlauf des Einsatzes wurden 27 Bewohnerinnen und Bewohner (darunter auch Familien mit Kindern) mit Brandfluchthauben gerettet und in einen sicheren Bereich gebracht. Wir haben alle Wohnungen kontrolliert, wovon einige mit Schaden geöffnet werden mussten. Die Verrauchung beseitigten wir maschinell mit zwei Drucklüftern und mittels Querbelüftung. Ein vorsorglich im Hinterhof in Stellung gebrachtes Sprungpolster musste nicht zum Einsatz kommen.
Insgesamt gab es etwa 40 Personen des Hauses zu betreuen, die in einem als Havarie-Bus genutzten Linienbus der BVG untergebracht wurden. In einzelnen Rettungswagen erfolgte eine Sichtung aller Personen, aus denen 11 leicht Verletzte resultierten und von denen 4 ins Krankenhaus transportiert wurden. Die anderen 7 konnten nach einer ambulanten Versorgung vor Ort verbleiben. Durch einen Leitenden Notarzt und einen Organisatorischen Leiter Rettungsdienst erfolgte die Koordinierung des medizinischen Einsatzabschnittes.
Durch den Energieversorger wurde das gesamte Haus stromlos geschaltet, wovon auch zwei benachbarte Häuser betroffen waren. Aufgrund des Brandumfangs und der dadurch entstandenen Nichtnutzbarkeit des Treppenraumes als Zugang zu den angrenzenden Wohnungen ist das Haus vorübergehend unbewohnbar. Das zuständige Bezirksamt kümmerte sich gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz um die ersatzweise Unterbringung derer, die nicht bei Familie, Freunden oder Bekannten unterkommen konnten.
Wir waren mit 76 Kräften und 28 Fahrzeugen vor Ort. Eingesetzt haben wir unter anderem 2 Löschrohre, 20 Pressluftatmer, 27 Brandfluchthauben und 2 Drucklüfter.
Nach Abschluss aller feuerwehrtechnischen und rettungsdienstlichen Maßnahmen haben wir die Einsatzstelle gegen 23:45 Uhr an die Polizei übergeben, die sich im Nachgang um die Brandursachenermittlung kümmerte.
Eingesetzt: 6 LHF (1x LFW), 2 DLK, 5 Sonderfahrzeuge, 6 RTW, 1 NEF, 1 RTH, 1 LNA, 5 Führungsdienste (1 x OrgL RD), Pressedienst der Berliner Feuerwehr
Andere Dienste: Polizei Berlin, Energieversorger Strom, Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, Bauaufsicht, Deutsches Rotes Kreuz, Berliner Verkehrsbetriebe
Bildmaterial: Berliner Feuerwehr
(mw)
