Durchschnittlich 1.500 mal wird die Berliner Feuerwehr täglich zu Notfällen im Stadtgebiet alarmiert. Zumeist ist jeder Notfall zeitkritisch und für die Hilfesuchenden geht es oft um Sekunden. In solch einer Situation kommt es vor, dass Menschen über sich hinauswachsen. Sie helfen anderen und stellen ihre eigenen Belange hierfür in den Hintergrund. Sie zeigen Zivilcourage und sind für andere in Not da, wenn Hilfe am meisten gebraucht wird. Sie werden in diesen Sekunden zu einem „Engel der Großstadt“.
Bereits zum 15. Mal konnten in feierlichem Rahmen im großen Saal des Dienstgebäudes in der Voltairestraße Menschen geehrt werden, die im Jahr 2025 nicht weggeschaut haben, wenn andere Hilfe brauchten. 20 Fälle wurden für die Verleihung nominiert und insgesamt 24 Menschen konnten vom Leiter der Fachaufsicht über Polizei und Feuerwehr der Senatsverwaltung für Inneres und Sport, Herrn Thilo Cablitz und dem Landesbranddirektor, Prof. Dr Karsten Homrighausen, mit einer Urkunde und dem Engel-Pokal ausgezeichnet werden. Die Fälle wurden jeweils einzeln in einer Laudatio vorgetragen. Neben den zu Ehrenden nahmen auch viele Gäste und Angehörige sowie an den Fällen beteiligte Einsatz- und Führungskräfte an der Verleihung teil. Nach den Ehrungen war noch Zeit für die Beteiligten sich in geselliger Runde auszutauschen.
Die Verleihung zeigt, dass es sie immer noch gibt. Die Menschen, die für andere da sind, die anderen in Not die Hand reichen und zeigen, dass wir keine verrohte Gesellschaft sind. Sie sollen ein leuchtendes Beispiel für uns alle sein und ihnen gebührt unser höchster Respekt. Danke, dass es Euch gibt – ihr Engel der Großstadt.
Exemplarisch seihen hier ein paar ausgewählte Fälle genannt:
Bilal A. ist Taxifahrer und fuhr am 30. Juni 2025 eine langjährige Kundin zu einem Arzttermin in eine Klinik. Kurz vor dem Erreichen des Ziels bemerkt er, dass etwas nicht stimmt. Seine Kundin erlitt einen Herzstillstand und atmete nicht mehr. Geistesgegenwärtig stoppte Herr A. das Taxi, stieg aus und sprach einen vorbeikommenden Fahrradfahrer an, dass er Hilfe braucht. Gemeinsam trugen sie die Kundin aus dem Taxi und Herr A. begann sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen durch eine Herzdruckmassage. Diese führte er durch, bis der Rettungsdienst eintraf. Zudem informierte er den Ehemann der Kundin anschließend über die dramatische Situation. Die Kundin konnte vom Rettungsdienst erfolgreich Reanimiert und in eine Klinik gebracht werden. Nach mehreren Tagen im Koma erwachte sie und konnte das Krankenhaus später ohne bleibende Schäden verlassen. Ohne Herrn A. Hilfe, wäre dies niemals möglich gewesen.
Dmytro D. ist am Abend des 14. November mit seinen beiden Kindern im Stadtbad Lankwitz. Es sollte ein ganz normaler Ausflug werden. Als er das das Stadtbad betritt bemerkt er ein Kleinkind, welches leblos im Wasser des Beckes treibt. Ohne zu zögern springt Herr D. ins Wasser, zieht das Kind zum Beckenrand und ruft dabei um Hilfe. Er schuf dabei die entscheidenden Sekunden, die dem Kind das Leben retten sollten. Durch Mitarbeitende des Stadtbades und Herrn D. werden lebensrettende Sofortmaßnahmen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes eingeleitet. Das Kind kann das Krankenhaus später ohne bleibende Schäden verlassen, was ohne die schnelle Reaktion von Herrn D. nicht möglich gewesen wäre.
Tobias K. ist bereits im Berufsleben ein „gelber Engel“ und hilft Menschen als Mitarbeiter des ADAC bei Pannen im Straßenverkehr. Am 1. November 2026 war Herr K. mit seinem Dienstfahrzeug auf der alten Hellersdorfer Straße unterwegs, als es an einem Fußgängerüberweg zu einem dramatischen Unfall kam. Hierbei geriet ein Fußgänger unter einen Pkw, wurde lebensgefährlich verletzt und unter dem Fahrzeug eingeklemmt. Er stoppte seinen Dienstwagen, sicherte hierbei gleich die Unfallstelle ab und verschaffe sich einen Überblick über die Situation. Sofort erkannte er, dass jede Sekunde, welche die Person unter dem schweren Fahrzeug eingeklemmt war, die Überlebenschancen verringert. Mit mehreren Wagenhebern sicherte er das Fahrzeug und hob es soweit an, dass er zusammen mit einer eintreffenden Funkwagenbesatzung der Polizei den lebensgefährlich Verletzten aus der Zwangslage befreien und an die Rettungsdienstkräfte übergeben konnte. Das schnelle Handeln von Herrn K. gab einem Menschen in Not die Chance zu überleben.
Bilder: Berliner Feuerwehr
(dp)

