Am 4. März 1876 wurde in Köpenick die Freiwillige Feuerwehr zu Coepenick gegründet. Sie ist damit die älteste noch im Dienst befindliche Freiwillige Feuerwehr Berlins. Nur zwei Tage später, am 6. März 1876 wurde der Freiwilligen Feuerlösch- und Rettungsverein zu Lichtenberg gegründet und stellt damit die zweitälteste im Dienst befindliche Freiwillige Feuerwehr Berlins dar.
Um diese Jubiläen zu würdigen fanden in den Rathäusern Lichtenberg und Köpenick feierliche Festakte statt, zu denen neben den Wehrmitgliedern auch Gäste aus Politik und Unterstützende der Wehren geladen waren. So war auch der regierende Bürgermeister Kai Wegner bei beiden Wehren zugegen und würdigte in seinen Reden das hohe ehrenamtliche Engagement der Wehrmitglieder, welches oft weit über das zu erwartende Maß in einem Ehrenamt hinaus geht. Beim Festakt der Freiwilligen Feuerwehr Köpenick würdigte auch die Innensenatorin Frau Spranger das unermüdliche Engagement der Ehrenamtlichen Kräfte. Auch Landesbranddirektor Prof. Dr. Karsten Homrighausen und der ständige Vertreter des Landesbranddirektors Per Kleist fanden in ihren Reden in Köpenick und Lichtenberg viel Lob und Dank für die herausragende Leistung der aktiven und ehemaligen Wehrmitglieder, die seit 150 Jahren im Dienst der Öffentlichkeit stehen.
Beide Wehren haben in ihrer 150-jährigen Geschichte wechselvolle Zeiten erlebt. Die FF Köpenick hatte in der Schloßstraße 9, an der heutigen Ecke Freiheit und Kirchstraße ihr erstes Spritzenhaus und zog nach zwei weiteren Standortwechseln Anfang der 1950er Jahre in ihr heutiges Domizil am Katzengraben mit direktem Anschluss an die Spree. Seit 2003 gehört zur FF Köpenick auch eine Jugendfeuerwehr, in der zurzeit zwei Mädchen und 12 Jungs durch die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr betreut werden. Die 26 Kräfte der aktiven Wehr, zu der auch drei Frauen gehören, wurde im Jahr 2025 zu 137 Einsätzen alarmiert. Auch wenn die Wehr in der heutigen Zeit mit teils problematischen Rahmenbedingungen, zum Beispiel durch schwierige Anfahrts- und Parkmöglichkeiten am Katzengraben aufgrund von Bauarbeiten und Platzproblemen in der Köpenicker Altstadt zu kämpfen hat, so ist sie für die Bürgerinnen und Bürger im grünsten und wasserreichsten Bezirk Berlins eine immer verlässliche Größe in Sachen Sicherheit. Dies stellen die Wehrmitglieder nicht nur im Einsatzgeschehen, sondern auch durch Besuchen in Kitas, bei Sportveranstaltungen oder Stadtteilfesten unter Beweis.
Die Freiwillige Feuerwehr Lichtenberg konnte bereits bei ihrer Gründung auf für damalige Zeiten moderne Technik wie eine pferdebespannte Dampfspritze und einen Wasserwagen zurückgreifen und war eine der ersten Wehren, die sich auch um medizinische Notfälle kümmerte. So wurde im Jahr 1890 eine an die Wehr angegliederte Samariterkolonne gegründet. In dem 1905 bezogenem Feuerwehrdepot an der Rathausstraße wurden neben der Fahrzeughalle und den Diensträumen auch Wohnungen für die Einsatzkräfte bereitgestellt, was den Ausrückezeiten bei einem Einsatz deutlich zugutekam. Im Laufe ihrer 150-jährigen Geschichte hat die FF Lichtenberg auch mehrere Standortwechsel vollzogen und ist seit 1991 an der Storkower Straße ansässig. Im Jahr 1998 wurde mit der Gründung der 38. Jugendfeuerwehr auch der Grundstein für eine erfolgreiche Jugendarbeit gelegt, aus der sich mittlerweile viele Nachwuchskräfte der Freiwilligen Feuerwehr rekrutieren. In der FF Lichtenberg sind derzeit drei Frauen und 32 Männer aktiv, welche mit 382 Alarmierungen im Jahr 2025 zu den stärker geforderten Freiwilligen Feuerwehren in Berlin gehören.
Bilder: Tim Peschke / Dennis Kowyrkin
(dp)










