Freiwillige Feuerwehr Lichtenberg
Freiwillige Feuerwehr
Die Freiwillige Feuerwehr Lichtenberg liegt im Stadtbezirk Lichtenberg. Sie hat keinen eigenen Ausrückebereich (FF Typ B).
Die Wachnummer ist 6401.
In der Einsatzabteilung sind
3 Frauen
und
33 Männer
aktiv.
Die Ehrenabteilung hat 13 Mitglieder.
Die Freiwillige Feuerwehr Lichtenberg gehört zum Einsatzbereich E 6.
Betreuungswache ist die Feuerwache Lichtenberg.
Übungsdienst der FF:
Dienstag von 18:00 bis 22:00 Uhr
Jugendfeuerwehr
In der Jugendfeuerwehr sind
ein Mädchen
und
17 Jungen aktiv.
Kinder ab 10 Jahren können Mitglied der Jugendfeuerwehr werden.
Übungsdienst der JF:
Dienstag von 16:30 bis 18:00 Uhr (nicht in den Ferien)
Fahrzeuge der FF Lichtenberg

LHF 20/12
Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug

LF 20 KatS
Löschgruppenfahrzeug 20 Katastrophenschutz
Über uns
Die Freiwillige Feuerwehr Lichtenberg gehört zu den Wehren ohne eigenen Ausrückebereich (Typ B). Dies bedeutet, dass sie bei einsatzbedingter längerer Abwesenheit der hauptamtlichen Kollegen aufgrund von Großschadensereignissen (bspw. Unwetter oder Großbrände) auf die Wache gerufen werden, um den Grundschutz für die Bevölkerung aufrechtzuerhalten und die Einsätze mit abzuarbeiten oder auch als Absicherung von Großveranstaltungen (z. B. Silvester, Public Viewing, Paraden) geplante Einsatzdienste versehen. Darüber hinaus treffen sich die Wehrmitglieder zu geplanten Einsatzdiensten, bei denen sie vorrangig vor oder gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr zu Einsätzen ausrücken.
Die Alarmierung erfolgt über Digitale Fernmeldeempfänger (DME, "Pieper"), mit welchem jedes aktive Mitglied ausgestattet ist.
Für die Ausbildung stehen unserer FF
- 1 Ausbilder für Atemschutzgeräteträger-Grundausbildung
- 5 Atemschutznotfall-Trainer
- 2 Trainer für die Absturzsicherung
- 1 Trainer für die Motorkettensäge
- 4 Trainer für die Mobile Atemschutzstrecke (MobAS)
- 2 Ausbilder für die Truppmann- und Truppführer-Ausbildung und
- mehrere Rettungssanitäter und ein Notfallsanitäter
zur Verfügung.
Historischer Überblick
Die Freiwillige Feuerwehr Lichtenberg wurde am 6. März 1876 auf Initiative des Amtsvorstehers Roedelius durch Franz Rummel, Adolf Schroeder und weitere Mitstreiter als „Freiwilliger Feuerlösch- und Rettungsverein zu Lichtenberg“ gegründet. Anfangs verfügte sie über eine Dampfspritze und einen Wasserwagen, die durch ortsansässige Pferdebesitzer bespannt wurden. Bereits 1877 beschaffte die Gemeinde eine neue Dampfspritze. 1878 erfolgte die Umbenennung in „Freiwillige Feuerwehr Lichtenberg-Friedrichsberg“. Nach dem Rücktritt Schroeders wurde Franz Rummel 1879 Oberführer. In den folgenden Jahren erhielt die Wehr weitere Dampfspritzen und richtete 1884 eine Kranken-Unterstützungskasse ein.
Wegen Differenzen mit der Gemeinde kündigte der Verein den bestehenden Vertrag, gab gemeindeeigene Geräte zurück und beschaffte Ausrüstung eigenständig. Unterstützt durch Spenden und ein Grundstück errichtete die Wehr ein Spritzenhaus. Die parallel gegründete Ortsfeuerwehr erwies sich als leistungsschwach, sodass 1891 ein neuer Vertrag geschlossen wurde und die Freiwillige Feuerwehr wieder die Feuerlöschpflicht übernahm. Ab 1890 wurde eine Samariterkolonne aufgebaut, das Wasserwerk errichtet, Fahrzeuge beschafft und die Alarmierung durch Feuermeldestellen mit Telefonanschluss verbessert.
Ende der 1890er Jahre bezog die Wehr ein neues Feuerwehrdepot im Rathaus Lichtenberg und wurde als eingetragener Verein geführt. Sie beteiligte sich an überregionalen Ausstellungen und nahm moderne Technik wie eine Magirus-Drehleiter in Dienst. 1905 bezog sie ein eigens errichtetes Depot in der Rathausstraße mit Stellplätzen und Wohnungen für Einsatzkräfte. Nach Erhalt des Stadtrechts 1908 wuchsen die Aufgaben. 1909 wurde eine Gasspritze, 1911 zusätzliches Berufspersonal eingestellt.
Nach der Eingemeindung von Rummelsburg 1913 wurden beide Wehren vereinigt. Die technische Ausstattung wurde erweitert, u. a. durch Motorspritzen und verbesserte Alarmierungsstrukturen. Während des Ersten Weltkriegs unterstützte die Wehr Truppen- und Verwundetentransporte. Viele Mitglieder wurden eingezogen, Hilfskräfte und Frauen übernahmen Wach- und Meldedienste. Insgesamt wurden 63 Mitglieder einberufen, acht kehrten nicht zurück. Auch während der Spartakusunruhen 1919 war die Wehr im Einsatz.
Mit der Eingemeindung Lichtenbergs nach Groß-Berlin 1920 wurde das Feuerlöschwesen neu organisiert. Inflation und zunehmende Konflikte mit der Berufsfeuerwehr führten ab 1923 zur Einschränkung des Dienstbetriebs der freiwilligen Wehr. Geräte wurden entzogen, Einsätze verhindert und Zahlungen 1926 eingestellt. Die Wehr bestand mit zuletzt 58 Mitgliedern nur noch als Verein fort.
Erst am 1. Oktober 1970 wurde die Freiwillige Feuerwehr Lichtenberg wieder in Dienst gestellt. Es folgten mehrere Standortwechsel und Fahrzeugübernahmen. Ab 1977 führte die Wehr die Nummer 30, nach der Wende wurde sie in 631 geändert. 1991 bezog die FF Lichtenberg ein neues Gerätehaus in der Storkower Straße und vereinigte sich mit der FF Friedrichsfelde. Ein Jahr später erfolgte die Änderung der Wachnummer in 6410, weitere vier Jahre später in 6401. Die technische Ausstattung wurde kontinuierlich erneuert, eine Jugendfeuerwehr 1998 gegründet.
Anfang der 2000er Jahre drohte die Auflösung der Wehr, die durch Proteste abgewendet wurde. Die Wache wurde jedoch verkauft und später abgerissen. Seitdem ist die Wehr bei der Berufsfeuerwehr untergebracht. Trotz mehrfacher politischer Gespräche blieb eine Sanierung der Feuerwache ungeklärt. In den Jahren 2021 bis 2023 erhielt die Wehr neue Einsatzfahrzeuge. 2022 wurden erstmals Planungen für den Neubau einer kombinierten Feuer- und Rettungswache mit Ausbildungsstandort vorgestellt.
