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FAQ und Verhaltensregeln KATRETTER

Auf dieser Seite finden Sie die häufigesten Fragen und Antworten zum KATRETTER System im Land Berlin. Des weiteren möchten wir für Ihre Einsätze als Ersthelfende einige Verhaltensregeln an die Hand geben, um einen optimalen Einsatzablauf zu gewährleisten. Die FAQ und Verhaltensregeln werden entsprechend der Erfahrungen mit dem System ständig fortgeschrieben und sind sowohl im Internet, als auch in der App jederzeit abrufbar.

 

Was ist KATRETTER?

KATRETTER ist eine Smartphone-App zur Aktivierung von Ersthelfenden bei vermutetem Herz-Kreislauf-Stillstand. Die Aktivierung wird dabei direkt von der Leitstelle der Berliner Feuerwehr ausgelöst.
Stand 20.08.2020

Wofür ist KATRETTER gedacht?

Kommt es bei einem Patienten zu einem Kreislaufstillstand, zählt jede Sekunde. Neben der schnellen Alarmierung des professionellen Rettungsdienstes muss alles getan werden, um die Zeit bis zum Beginn der Wiederbelebung so kurz wie nötig zu halten. Durch KATRETTER soll gewährleistet werden, dass in der Nähe befindliche Ersthelfende auf den Notfall aufmerksam gemacht werden und schnell Erste Hilfe leisten können.

Mit einer Aktivierung ergibt sich keinerlei Verpflichtung an einem Einsatz teilzunehmen. Aus unserer Sicht stellt KATRETTER einen "lauten und weit hörbaren Hilferuf" der Betroffenen dar.
Stand 20.08.2020

Wer kann teilnehmen?

Als KATRETTER kann sich grundsätzlich jeder registrieren. Eine besondere Qualifikation oder Ausbildung ist dafür nicht erforderlich.

Wir empfehlen aber einige Grundvorraussetzungen für die Teilnahme:

  • Die Ersthelfenden sollen über 18 Jahre alt sein
  • Jeder Ersthelfende muss sich zutrauen, lebensrettende Sofortmaßnahmen (insbesondere eine Wiederbelebung) durchzuführen

Stand 20.08.2020

Welche Pflichten haben die Ersthelfenden?

  • Nach Annahme eines Einsatzes soll der Ersthelfende sich unmittelbar zum Einsatzort begeben. Sollten äußere Faktoren (z.B. örtliche Nichterreichbarkeit) dies verhindern, wird um eine Dokumentation des Einsatzabbruchs in der App gebeten.
  • Die Nutzung von Kraftfahrzeugen zum Erreichen des Einsatzorts sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Bei Nutzung sind die geltenden Regeln im Straßenverkehr nach Straßenverkehrsordnung einzuhalten. Auf keinen Fall darf die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Straßenverkehr gefährdet werden.
  • Der Ersthelfende ist an die Weisungen der Feuerwehrleitstelle und professionellen Rettungskräfte gebunden.
  • Jeder Ersthelfende ist gegenüber Dritten zur Verschwiegenheit der ihm im Einsatzfall bekannt gewordenen Informationen verpflichtet. Zuwiderhandlungen werden von der Berliner Feuerwehr zur Anzeige gebracht!
  • Das Anfertigen oder Verbreiten von Fotos und Videos von der Einsatzstelle sowie von am Einsatz Beteiligten ist strikt untersagt. Zuwiderhandlungen werden von der Berliner Feuerwehr zur Anzeige gebracht!
  • Die Ersthelfenden haben zu dulden, falls sie an einem Einsatzort keinen Zugang gewährt bekommen.
  • Sofern von Angehörigen oder sonstigen berechtigten Personen keine Unterstützung gewünscht ist, ist dies durch den Ersthelfenden zu akzeptieren. Wir danken trotzdem für das Engagement!

Stand 28.11.2020

Wie wird alarmiert?

Wird im Rahmen der Notrufabfrage der Leitstelle der Berliner Feuerwehr ein potentieller Kreislaufstillstand erkannt, dann werden die Einsatzdaten automatisiert in das KATRETTER-System übertragen.

Das KATRETTER-System führt dann eine Standortabfrage der registrierten Ersthelfenden durch und aktiviert die drei zum Einsatzort nächstgelegenen Ersthelfenden über ihr Smartphone.

Bei Aktivierung ertönt auch bei stummgeschaltetem Smartphone ein lauter Alarmton, der Ersthelfende hat dann 30 Sekunden Zeit den Alarm anzunehmen. 

Ein Einsatz sollte nur dann in der App angenommen werden, wenn der Ersthelfende auch beabsichtigt sich zum Einsatz zu begeben. Erhält die App keine Rückmeldung wird der Einsatz an das System zurückgespielt und an den nächsten Ersthelfende weiter vergeben. 

Wenn der Einsatz angenommen wurde werden in der App weiterführende Daten zum Einsatzort angezeigt und es kann direkt eine Navigation gestartet werden.

EIn Video zum Einsatzablauf findet sich hier:

https://www.youtube.com/embed/Z8n-pY24LHM

Stand  16.10.2020

Wie häufig wird alarmiert?

Durchschnittlich wird im Land Berlin zirka 20 mal am Tag zum Stichwort Reanimation alarmiert. Dadurch, dass die Alarmierung von Ersthelfenden nur in einem bestimmten Umkreis stattfindet (Innenstadt 500 Meter, Stadtrand 1000 Meter) ist für den einzelnen Ersthelfenden nur von einer begrenzten Anzahl von Alarmierungen auszugehen. Zudem werden Ersthelfende im Anschluss an einen angenommenen Alarm für eine folgende Alarmierung für einen Zeitraum gesperrt, damit bei zufälliger Häufung von Alarmierungen die individuelle Belastung an einem Tag nicht zu hoch wird.
Stand 20.08.2020

Werde ich ständig geortet?

Im Ruhebetrieb erfolgt eine Grobortung der Teilnehmer, dabei wird die Position künstlich um bis zu 500 Meter verfälscht.

Wenn eine Aktivierung zu einem vermuteten Kreislaufstillstand an das KATRETTER-System übergeben wird, erfolgt im weiteren Umfeld des Einsatzortes eine Feinortung der vorhandenen Teilnehmer, damit eine zielgerichtete Alarmierung erfolgen kann. Dabei werden sämtliche Daten streng vertraulich behandelt, die Datenübertragungen erfolgen verschlüsselt nach aktuellstem Stand der Technik.
Stand 20.08.2020

Muss ich einen Alarm annehmen?

Nein! Sowohl die Registrierung als auch die Teilnahme an Einsätzen erfolgt komplett auf freiwilliger Basis. Wenn zum Zeitpunkt des Alarms keine Zeit oder Möglichkeit besteht sich zum Einsatzort zu begeben, kann dieser ignoriert werden.

Es ist durch verschiedene Maßnahmen bewusst sichergestellt, dass das "nicht-Annehmen" eines Alarms im Nachgang durch die Berliner Feuerwehr nicht nachvollzogen werden kann.
Stand 20.08.2020

Wann darf ich einen Alarm nicht annehmen?

Das KATRETTER-System beruht auf einer komplett freiwilligen Teilnahme. Aus einer Alarmierung ergibt sich keine Verpflichtung, sich zum Einsatzort zu begeben. Vielmehr gibt es auch Situationen, in denen eine Abwägung erfolgen muss, ob ein Alarm angenommen werden sollte. Insbesondere in folgenden Situationen sollten keine Alarme übernommen werden:

  • Wenn dadurch die Beaufsichtigung von Kindern oder betreungsbedürftigen Personen vernachlässigt würde
  • Wenn dienstliche Pflichten vorliegen (z.B. Feuerwerhangehörige oder Polizist*innen im Einsatzdienst) muss im Falle einer Aktivierung stattdessen umgehend Kontakt mit dem zuständigen Dienstvorgesetzen aufgenommen werden, ob ein Einsatz im Rahmen des Einsatzdienstes sinnvoll und möglich ist.
  • Wenn es der Gesundheitszustand des Ersthelfenden nicht zulässt
  • Wenn eine Beeinträchtigung durch Rauschmittel (z.B. duch Alkolholkonsum) vorliegt
  • Wenn dadurch andere wichtige Pflichten vernachlässigt würden.

Stand 20.08.2020

Welche Aufgaben haben die Ersthelfenden vor Ort?

In erster Linie ist es die Aufgabe der Ersthelfenden die Zeit zwischen Kreislaufstillstand und Beginn der Herzdruckmassage weiter zu verkürzen. Ziel ist es, die Situation zu erkunden und erste lebensrettende Sofortmaßnahmen wie die Herzdruckmassage durchzuführen. Wenn eine Rückmeldung an die Leitstelle erforderlich ist (z.B. anderer Einsatzort), werden die Ersthelfenden gebeten, dies über den Notruf 112 unter Angabe der Einsatznummer zu melden.

Im Anschluss an den Einsatz sind alle Ersthelfenden angehalten, den Fragebogen in der App auszufüllen.
Stand 20.08.2020

Gibt es Besonderheiten im Zusammenhang mit COVID-19?

Eine aktuelle wissenschaftliche Analyse aus einem Risikogebiet in den Vereinigten Staaten hat ergeben, dass der Nutzen einer Ersthelferreanimation das Risiko einer möglichen Ansteckung bei weitem überwiegt. (Quelle in englischer Sprache: https://newsroom.heart.org/news/analysis-of-seattle-ems-and-hospital-data-indicates-low-covid-infection-risk-from-bystander-cpr)  

Daher hat die Ärztliche Leitung Rettungsdienst bei der Berliner Feuerwehr entschieden, dass das KATRETTER System weiterhin aktiv bleibt.

In Ergänzung zu den allgemeinen Maßnahmen bei KATRETTER wurden folgende Festlegungen getroffen:

  • Ersthelfende, die bei sich selbst Symptome einer möglichen Erkrankung feststellen oder die sich in behördlicher Quarantäne befinden dürfen keine Einsätze übernehmen.
  • Falls sich bei der Abfrage des Notrufes ein dringender Verdacht auf eine Erkrankung an COVID-19 ergibt erfolgt keine Alarmierung von Ersthelfenden
  • Wir empfehlen, im Rahmen der Einsätze mindestens eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen
  • Bei einem begründeten Verdachtsfall, sollen die Ersthelfenden zusätzlich ihren Namen und Telefonnummer auf der Einsatzdokumentation der Notärztin oder des Notarztes dokumentieren lassen.
  • Bei einem bestätigten COVID-19 Fall wird die Berliner Feuerwehr die Ersthelfenden in allen Belangen unterstützen.
  • Sollten Sie bei einem bestätigten Fall oder begründeten Verdachtsfall im Einsatz gewesen sein, empfehlen wir auf Basis der Empfehlungen des RKI im Anschluss Ihre Kleidung mit herkömmlichem Vollwaschmittel bei 60° zu waschen.

Die Berliner Feuerwehr bewertet die COVID-19-Lage täglich neu, bei Änderungen in den Vorgaben werden die Ersthelfenden informiert und ggf. weitere Vorkehrungen treffen.
Stand 11.09.2020

Wie verhalte ich mich am Einsatzort?

  • Jeder Ersthelfende muss sich bei Ankunft bei den anwesenden Personen kurz vorstellen und seine Hilfe anbieten.
  • Sollte kein Zugang gewährt werden oder die Hilfe abgelehnt werden, hat sich der Ersthelfende zu entfernen.
  • Die lebensrettenden Sofortmaßnahmen sollen solange durchgeführt werden, bis die professionellen Rettungskräfte die Versorgung übernommen haben. Diesen sollte sich kurz als KATRETTER vorgestellt werden.
  • Nach Übernahme der Versorgung durch die Rettungskräfte endet der Einsatz des Ersthelfenden.

Stand 20.08.2020

Was soll ich machen, wenn der Rettungsdienst schon da ist?

Es kommt vor, dass der Rettungsdienst vor dem KATRETTER am Einsatzort eintrifft. In einem solchen Fall wird der KATRETTER an der Einsatzstelle nicht mehr benötigt und soll den Einsatz in der App mit der Begründung "Rettungsdienst bereits vor Ort" abbrechen. Es kann auch sein, dass bereits trainierte Ersthelfende, wie zum Beispiel die Polizei, Sanitätsdienste oder Pflegekräfte, vor Ort sind. In diesem Fall kann der KATRETTER seine Unterstützung anbieten.

Vielen Dank für das Engagement.
Stand 20.08.2020

Wann endet der Einsatz für Ersthelfende?

Der Einsatz endet in der Regel nach der Übergabe der Patientin bzw. des Patienten an die eintreffenden Rettungskräfte.
Stand 20.08.2020

Wie wird für meine Sicherheit gesorgt?

Ein Alarm über KATRETTER wird nur dann ausgelöst, wenn der Einsatzort von der Leitstelle als ungefährlich eingeschätzt wird und die Situation vor Ort für den Ersthelfenden sicher erscheint. Eine Alarmierung erfolgt grundsätzlich nicht bei Einsätzen im Zusammenhang mit Straftaten, Waffen, Chemikalien, Verkehrsunfällen und anderen Gefährdungssituationen.

Sollte sich am Einsatzort eine Gefährdung ergeben, bitten wir den Ersthelfenden sich sofort aus dem Gefahrenbereich zu entfernen und eine Rückmeldung an die 112 unter Angabe der Einsatznummer zu geben.
Stand 20.08.2020

Was, wenn mir bei einem Einsatz etwas zustößt?

Eine umfangreiche Absicherung für alle Beteiligten ist gewährleistet. Schutz bei Haftungsfällen ist durch die sogenannte Amtshaftung gegeben. Bei Unfällen und Sachschäden übernimmt die Unfallkasse Berlin die Kostenerstattung. Weitere Informationen befinden sich unter: Hilfe für Helfende
Stand 20.08.2020

Welchen Rechtsstatus haben die Ersthelfenden?

Mit der Annahme eines Alarms in der App, erhalten Ersthelfende i.d.R. den Status des sogenannten Verwaltungshelfenden.
Stand 20.08.2020

Wo bekomme ich Hilfe, wenn mich ein Einsatz belastet?

Das Einsatznachsorgeteam der Berliner Feuerwehr steht allen KATRETTER-Ersthelfenden, die nach einem belastenden Einsatz Hilfe benötigen zur Verfügung. Bei dringendem Bedarf kann die Anforderung über die Leitstelle der Berliner Feuerwehr unter 112 erfolgen.

Zudem kann in der App nach Abschluss des Einsatzes die psychische Belastung dokumentiert werden, worauf hin sich die Berliner Feuerwehr mit dem Ersthelfenden in Kontakt setzen wird.
Stand 20.08.2020

Kann ich mit meiner Organisation an KATRETTER teilnehmen?

Prinzipiell handelt es sich bei KATRETTER um ein System für natürliche Personen mit ihren personengebundenen Smartphones.

Daher ist es am besten, wenn Sie versuchen innerhalb Ihrer Organisation möglichst viele Menschen zur Teilnahme am System zu ermuntern.

Sollten Sie im Einzelfall auch für sogenannte „funktionsgebundene Smartphones“ mit wechselnden Nutzenden eine Registrierung im System anstreben, würden wir Sie bitten, dies mit dem KATRETTER Team der Berliner Feuerwehr unter KATRETTER@berliner-feuerwehr.de abzustimmen. So können die spezifischen Bedingungen hierfür direkt abgestimmt werden.

Prinzipiell gilt:

  • Es handelt sich bei der Aktivierung nicht um eine Alarmierung der Leitstelle der Berliner Feuerwehr. Z. B. eine Inanspruchnahme von Sonder- und Wegerechten ist insoweit ausgeschlossen!
  • Die Organisation hat sicherzustellen, dass die Nutzenden die Verhaltensegeln auf dieser Seite einhalten und die Kenntnisnahme intern in geeigneter Weise zu organisieren.
  • Das Katretter Team benötigt feste Ansprechpartner*innen für die Organisation für sich ggf. ergebene Rückfragen (z. B. im Nachgang an Patient*innen mit ansteckenden Erkrankungen)
  • Die Organisation muss sicherstellen, dass die Nutzenden der App im Nachgang innerhalb der Organisation recherchiert werden können
  • Die KATRETTER App muss, sofern das Mobiltelefon nicht besetzt ist, deaktiviert werden, um vermeidbare Verzögerungen in der Aktivierung andere Katretter zu vermeiden

Diese Regelung ist vorbehaltlich etwaiger Änderungen, die Berliner Feuerwehr behält sich vor, einzelne Organisationen oder oben genannte Verfahrensweise bei neuen Erkenntnissen zu Ändern oder die Regelung zu widerrufen.
Stand 11.09.2020

Ist die App kostenpflichtig?

Die Teilnahme an KATRETTER ist selbstverständlich kostenlos! Einzig gegebenenfalls anfallende Kosten für die Mobilfunkdaten müssen von Teilnehmenden selbst getragen werden.
Stand 20.08.2020

Erhalte ich für die Teilnahme eine Vergütung?

Nein, die Teilnahme an KATRETTER ist komplett freiwillig, eine Vergütung oder Entschädigung (z.B. von Verdienstausfällen) ist nicht vorgesehen.
Stand 20.08.2020

Wer sind die Projektpartner?

Die Entwicklung der App wird durch Fraunhofer FOKUS durchgeführt. Den technischen Betrieb gewährleistet die CombiRisk Risk-Management GmbH. Die Berliner Feuerwehr ist für die Verwaltung und Betreuung der Teilnehmenden, für die Durchführung der Einsätze und medizinische Aspekte in der Weiterentwicklung zuständig.

Alle Partner entwickeln KATRETTER gemeinsam auf Basis der gewonnenen Erfahrungen kontinuierlich weiter.
Stand 20.08.2020

An wen kann ich mich wenden, wenn ich noch Fragen habe?

Bei weiteren Fragen steht das KATRETTER Team der Berliner Feuerwehr gerne unter der Adresse KATRETTER@berliner-feuerwehrde zur Verfügung.
Stand 20.08.2020