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1897: Großbrand bei Schering

Am 2. Juni 1897 ist die Berliner Feuerwehr mit einem Einsatz konfrontiert, der zu ihren folgenschwersten zu zählen ist. Bei einem Brand in der Firma Schering in Wedding strömen giftige Salz- und Salpetersäuredämpfe aus, die von vielen Feuerwehrmännern aufgrund fehlender Atemschutzgeräte eingeatmet werden. Insgesamt müssen sich 60 Männer in ärztliche Behandlung begeben, darunter auch der Leiter der Berliner Feuerwehr, Branddirektor Giersberg. Ein Oberfeuerwehrmann stirbt am nächsten Morgen an den Vergiftungen, weitere 45 Feuerwehrangehörige sind monatelang dienstunfähig. Obwohl mit den damals bekannten Heilmitteln und Methoden alles versucht wird, bildet sich bei sechs Kranken eine derartige Nervenschwäche aus, dass sie vorzeitig pensioniert werden müssen. Andere Feuerwehrmänner verlieren nach und nach jede Widerstandskraft gegen Raucheinwirkung, was zu weiteren Pensionierungen führt.