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FF Rudow - Geschichte

Der Wohnort Rudow gehört zweifellos zu den ältesten Ortschaften in der Mark. Bei Ausgrabungen hat man Urnen gefunden die aus der zeit von 200-250 Jahre vor Christi Geburt stammen. Mannigfache Veränderungen hat der Name "Rudow" im Laufe der Jahre erfahren ; so finden sich in den alten Akten und Urkunden folgende Formen: "Rudau", "Rudawe", "Rüd", "Rude", "Rüdow", "Rhudow" und schließlich "Rudow". An der Endung "-ow" erkennt man den wendischen Ursprung; diese Silbe bedeutet "Aue" oder "Wiese". Auch die Anlage dieses Dorfes - ein nach einer Seite offenes Rechteck- weist zweifellos auf wendischen Ursprung hin.

Die erste Urkundliche Erwähnung Rudows findet sich in einem Lehnsbrief vom 4. Juni 1373. Darin wird dem Ritter und Gutsherren Betecke Dyreke aus Rudow vom Markgrafen Otto dem faulen der Besitz einer Bruchwiese zwischen Rudow und Buckow bestätigt. Dies allerdings beweist, dass das Dorf schon einige Zeit bestand.

In den früheren Zeiten waren alle gesunden Bürger durch Feuerlöschordnungen - eine der letzten stammt aus dem Jahre 1847 - verpflichtet, bei Bränden Löschhilfe zu leisten.

Nach der Gründung der Berufsfeuerwehr Berlin, im Jahre 1851 ging man dazu über, den Feuerschutz durch Bildung von Pflicht- und später Freiwilligen Feuerwehren besser zu gewährleisten.

Die Freiwillige Feuerwehr Rudow wurde am 10.November 1904 gegründet. Damals wurden die Feuerwehrmänner noch durch Hornsignale von dem Ausbruch eines Feuers unterrichteten ein Horn hatte der Wehrführer und zwei weitere waren in Gaststätten im Ort etabliert.In den Anfangsjahren kam es zu einem regen Erfahrungsaustausch zwischen der Rudower Wehr und denen von Tempelhof und Alt-Glinicke. Weitere Kontakte wurden mit den wehren von Britz, Friedrichsfelde, Johanisthal, Buckow, Adlershof, Groß-Ziehten, Neukölln, Grünau, Bohnsdorf und Schönefeld gepflegt. 1921 gab es in Rudow zwei Brandmeister und 20 Mannschaften. Der Brandmeister erhielt 500 Reichsmark und der 2 Brandmeister 300 Reichsmark jährlich. Den Mannschaften wurde als Entgelt ein sogenanntes Stiefelgeld gezahlt.

In der zweiten Hälfte der 30iger Jahre wurde die in der Köpenicker Straße gelegene Wache umgebaut bzw. erweitert. Da der Boden nicht genügend Tragfähigkeit besaß, wurde Betonpfähle in eine Tiefe von 8m eingelassen.

Seit Anfang 1937 wurden die Freiwilligen Feuerwehrmänner von der Wache durch eine Sirene alarmiert. Im Oktober 1937 wurde der bisher eingesetzte Pferdewagen abgeschafft und die FF erhielt einen Gerätewagen mit Kraftzugspritze. Später erhielt der Zug ein Löschfahrzeug (LF15) und einen Anhänger mit einer Tragkraftspritze (TS).Bereits im Sommer 1933 begannen die neuen Machthaber die Feuerwehr zu beeinflussen. 1937 wurde die Feuerwehr in den Luftschutz mit einbezogen. Mit modernen Fahrzeugen (Dieselkraftfahrzeugen) ausgerüstet, ihre Organisation luftschutztechnisch ausgerichtet, und durch das Gesetz über das Feuerlöschwesen vom 23.Novermber 1938 wurde sie als Sparte "Feuerlöschpolizei" in die Polizei eingegliedert. Mit der Besetzung Rudows durch die "Rote Armee" im April 1945 war dieser Dienst beendet.

Der Zusammenbruch 1945 traf auch die Berliner Feuerwehr schwer. Von allen vorhanden gewesenen Fahrzeugen und Geräten blieb nur ein Bruchteil übrig. Von den Berufswachen waren 6 total zerstört, 15 schwer- und 16 mittelbeschädigt. Auch die Rudower Wache ist Anfang 1945 stark beschädigt worden, als auf der gegenüberliegenden Straßenseite die Kirche und das Pfarrhaus durch eine Luftmine zerstört wurden.

Schon kurz nach Kriegsende fanden sich einige ehemalige Mitglieder zusammen und stellten unter schwierigen Bedingungen die Einsatzbereitschaft der FF Rudow wieder her. So wurde z.B. ein alter Peugeot-Lieferwagen ausfindig gemacht und als Krankenwagen umgebaut. Im September 1945 wurde ein Teil der Fahrzeughalle zu einem Unterkunftsraum umgebaut. In den Jahren 1950 bis 1951 wurden die dringend erforderlichen Instandsetzungsarbeiten mit überwiegend eigenen Kräften durchgeführt.

In der alten Wache in der Köpenicker Straße waren die Räumlichkeiten schon immer zu klein. Das Tanklöschfahrzeug konnte nur im Sommerhalbjahr und nur hinten im freien Hof stationiert werden. Für den 24-Stundendienst tätigen Beamten der Berufsfeuerwehr stand nur ein unzureichender Raum zur Verfügung, und in dem Aufenthalts- und Schulungsraum konnte man sich nur "hautnah" bewegen.

So wurde ein Neubau in Alt-Rudow geplant. Am 27.April 1977 wurde der Grundstein für die neue Wache gelegt und am 27.September das Richtfest gefeiert. Ein fast identischer Bau mit dem der FF Staaken. Am 2 August wurde der Neubau in Dienst gestellt. Damit stand der FF Rudow jetzt eine Wache zur Verfügung, die eine große Fahrzeughalle mit drei Ausfahrten, einen mit allen nachrichtentechnischen Einrichtungen einer Berufsfeuerwache ausgerüsteten Fernmelde- und Wachraum und im Obergeschoß Aufenthalts- und Waschräume hatte. Die Fahrzeugtechnische Ausstattung der FF Rudow bestand damals aus:

  • 1 Löschgruppenfahrzeug - LF 16
  • 1 Tanklöschfahrzeug - TLF 16/20W
  • 1 Krankentransportwagen - KTW
  • 1 Rettungsboot auf Anhänger - RB
  • 1 Tragkraftspritzenanhänger mit TS 24/3

Später wurde der KTW durch einen Rettungswagen (RTW) mit einer erweiterten notfallmedizinischen Ausrüstung ersetzt.

Am 2.Februar 1981 wurde die Jugendfeuerwehr Rudow gegründet zu diesem Zeitpunkt die fünfte Jugendfeuerwehr im ehemaligen Westteil von Berlin. Aus ihren Reihen sind bis heute der größte Teil des Nachwuchses der Rudower Wehr entstanden.

Bis 1985 nahmen die Alarmtätigkeiten für den Rettungswagen so stark zu, dass die große Anzahl der Alarme (über 120 pro Monat) nicht mehr von der Freiwilligen Feuerwehr zu bewältigen war. So wurde auf der Feuerwache Rudow ein zusätzlicher Rettungswagen mit einer Besatzung aus Berufsfeuerwehrleuten stationiert.

Im September 1983 wurden bei der Berliner Feuerwehr die ersten 9 Lösch- Hilfeleistungsfahrzeuge, eine bei der Berliner Feuerwehr neu entwickelte Fahrzeuggeneration, in Dienst gestellt und die Rudower Wehr erhielt damals als einzige Freiwillige Feuerwehr Berlins dieses neue Löschfahrzeug. Diese Fahrzeuge gehören heute zur Standardausrüstung der Freiwilligen- und Berufsfeuerwehren in Berlin. 1988 erhielt die FF Rudow als weiters Fahrzeug ein Löschgruppenfahrzeug mit Tragkraftspritze LF-16/ TS ein weiters folgte 1998. 1989 nahm auch die erste Frau bei der FF Rudow ihren Dienst auf mittlerweile sind es schon 2.

Mit der Wiedervereinigung am 3.10.1990 vergrößerte sich auch der Ausrückebereich der Rudower so das auch Hilfeleistungen außerhalb Berlins mit abgedeckt wurden. Außerdem nahmen Einsatztkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Rudow als Berliner Hilfskräfte an der Waldbrandbekämpfung in Weißwasser Sachsen- Anhalt sowie am Oderhochwasser im Jahre 1997 teil.

Nach der Aussonderung des beliebten TLF 16/20W wegen TÜVmängel erhielt die FF Rudow als zweites Löschfahrzeug ein City LHF 16/12 somit steht jetzt ein Fahrzeugpark zur Verfügung der den der Berufsfeuerwehr gleicht.