Am 29. August 2026 setzte die Berliner Feuerwehr mit einem außergewöhnlichen Fahrzeugkorso einen zentralen Höhepunkt ihres 175‑jährigen Jubiläums. Seit dem Start um 10:00 Uhr am ehemaligen Flughafen Tegel fuhren rund 80 historische und moderne Einsatzfahrzeuge durch die Hauptstadt und machten die technische Entwicklung des Brand‑ und Katastrophenschutzes über nahezu zwei Jahrhunderte sichtbar. Die Route führte über den Jakob‑Kaiser‑Platz, den Großen Stern, das Brandenburger Tor und den Potsdamer Platz bis zum Deutschen Technikmuseum. Entlang der Strecke begleiteten zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer die Fahrzeugreihe, der rbb übertrug live vom Brandenburger Tor.
Der Korso begann mit Fahrzeugen der historischen Sammlung, die die frühen Jahrzehnte der Berliner Feuerwehr repräsentieren. Dazu gehörten die Dampfspritze, die Hoenische Drehturmleiter aus dem Jahr 1900 sowie ein Handkarren als Symbol der Anfänge organisierter Brandbekämpfung. Ergänzt wurden diese Exponate durch Motorspritzen und historische Drehleitern, die auf Tiefladern transportiert wurden. Auch Fahrzeuge wie das Löschfahrzeug (LF) 25, das S 4000‑Tanklöschfahrzeug oder die Drehleiter (DL) 30h MAN/Metz zeigten die Entwicklung der Löschtechnik im 20. Jahrhundert. Ein besonderes Einzelstück war erneut der Löschtrabbi, dessen Ost‑ und West‑Gestaltung die unterschiedlichen Ausgangslagen nach dem Mauerfall sichtbar macht.
In der Kategorie der Feuerwachen folgten moderne Einsatzmittel, die heute im Berliner Stadtgebiet im Dienst stehen. Dazu zählten unter anderem Lösch und Hilfeleistungsfahrzeug (LHF) 20/12 auf MAN‑Fahrgestellen, Tanklöschfahrzeug (TLF) 4000, verschiedene Drehleiter mit Korb wie die DLK 26/12 oder die DLK 42 sowie die beiden LF 20 Katastrophenschutz (KatS) von Land und Bund. Ergänzt wurde die Reihe durch Kleineinsatzfahrzeuge und Gerätewagen (GW)-Mess, -Wasser oder -Hygiene. Diese Fahrzeuge verdeutlichten die heutige Breite des Einsatzspektrums und die technische Weiterentwicklung der vergangenen Jahrzehnte.
Die Fahrzeuge des Rettungsdienstes zeigten die medizinische Versorgung im Wandel. Neben klassischen Rettungswagen wie dem RTW MB 308 und dem Notarztwagen (NAW) MB Binz waren auch moderne Fahrzeuge wie RTW‑C, RTW‑S für überschwere Notfallpatienten, Stroke-Einsatz-Mobil (STEMO), Notarzteinsatzfahrzeug (NEF), Intensivtransportwagen (ITW), GW‑RettMat und -San vertreten. Die Vielfalt dieser Fahrzeuge machte sichtbar, wie sich die rettungsdienstliche Versorgung in Berlin professionalisiert und spezialisiert hat.
Mit den alternativen Antrieben rückte die Berliner Feuerwehr ihre aktuellen Innovationsschritte in den Fokus. Das elektrisch betriebene Lösch‑ und Hilfeleistungsfahrzeug (eLHF), seit 2025 mit sieben Exemplaren im Einsatz, repräsentierte den aktuellen Stand moderner und nachhaltiger Einsatztechnik. Ergänzt wurde es durch die eDLK, den eRTW, den eKdoW sowie den eLKW 1. Diese Fahrzeuge zeigten, wie alternative Antriebe zunehmend Teil des operativen Alltags werden.
Abgeschlossen wurde der Korso durch den Technischen Dienst und den Sonderfahrzeugen, darunter der Feuerwehr-Informations‑Truck, der Rüstwagen (RW) 3 mit Feuerwehranhänger (FwA)‑Tieflader und Radlader, der Feuerwehrkran (FwK) 30, verschiedene Wechselladerfahrzeuge mit Abrollbehältern für CBRN‑Lagen, Atemschutz, Schiene oder Rüst/Wasser sowie Einsatzleitwagen wie der Einsatzleitwagen (ELW) 2 und der ELW‑C Allrad. Auch Sonderfahrzeuge wie der Fernmeldeeinsatzdienstwagen und der Werkstattwagen waren Teil der Reihe. Den Abschluss bildete ein LKW, der traditionell den Korso beschließt.
Am Deutschen Technikmuseum konnten Besucherinnen und Besucher anschließend rund 30 historische Fahrzeuge aus dem Korso aus nächster Nähe betrachten. Viele dieser Exponate sind sonst nicht öffentlich ausgestellt, sodass der Korso den seltenen Anlass bot, historische Technik im direkten Vergleich zu modernen Einsatzmitteln zu erleben. Zahlreiche Zuschauer nutzten die Gelegenheit, die Fahrzeuge in Ruhe zu betrachten, Fragen zu stellen und fotografische Eindrücke mitzunehmen.
Landesbranddirektor Prof. Dr. Karsten Homrighausen würdigte den Fahrzeugkorso als besonderen Moment im Jubiläumsjahr und betonte die Bedeutung der Fahrzeuge als Sinnbild für jene, die seit 175 Jahren tagtäglich im Einsatz für Berlin stehen. Der Fahrzeugkorso setzte ein sichtbares Zeichen für verlässlichen Brand‑ und Katastrophenschutz in Berlin. Die Berliner Feuerwehr dankt allen beteiligten Kräften, Partnerorganisationen und Unterstützern, die diesen besonderen Tag ermöglicht haben.



















