Feuerwache Charlottenburg‑Nord feierlich wiedereröffnet

Die Berliner Feuerwehr hat am 24. Juni 2026 die umfassend energetisch generalsanierte Feuerwache Charlottenburg-Nord offiziell wieder in Betrieb genommen. Im Beisein der Senatorin für Inneres und Sport, Iris Spranger, des Senators für Finanzen, Stefan Evers, des Landesbranddirektors der Berliner Feuerwehr, Prof. Dr. Karsten Homrighausen, sowie des Geschäftsführers der BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, Dr. Matthias Hardinghaus, wurde die modernisierte Feuerwache feierlich an die Einsatzkräfte übergeben.

Mit dem Abschluss der Baumaßnahme steht der Berliner Feuerwehr eine leistungsfähige und zukunftsfähige Infrastruktur zur Verfügung, die den Anforderungen eines modernen Feuerwehrbetriebs entspricht und langfristig einen wichtigen Beitrag zur Gefahrenabwehr in der Hauptstadt leistet.

Ein Standort mit besonderer Bedeutung für die Berliner Feuerwehr

Der Standort am Nikolaus-Groß-Weg in Charlottenburg-Nord gehört zu den bedeutendsten Liegenschaften der Berliner Feuerwehr. Seine Entstehung geht auf die umfassende Modernisierung des Berliner Feuerwehrwesens nach dem Zweiten Weltkrieg zurück.

Angesichts steigender Einsatzzahlen, wachsender technischer Anforderungen und begrenzter Entwicklungsmöglichkeiten an der damaligen Hauptfeuerwache in der Lindenstraße beschloss der Berliner Senat Anfang der 1960er-Jahre den Neubau eines modernen Feuerwehrzentrums im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf.

Die Entwicklung des rund 47.500 Quadratmeter großen Areals zwischen Siemensdamm und Spree begann am 25. November 1963. Aufgrund seiner verkehrsgünstigen Lage und der unmittelbaren Nähe zur Stadtautobahn bot der Standort optimale Voraussetzungen für kurze Anfahrtswege in alle Bereiche des damaligen West-Berlins.

Als erster Bauabschnitt wurde das Wachgebäude errichtet und am 19. November 1965 offiziell in Dienst gestellt. Von hier aus übernahm die Berliner Feuerwehr den Brandschutz für die stark wachsenden Wohn- und Industriegebiete Siemensstadt, Haselhorst und Gartenfelde.

In den folgenden Jahren entwickelte sich der Standort zu einem modernen Feuerwehrzentrum. Neben Einheiten des Lösch- und Rettungsdienstes wurden hier der Technische Dienst, Werkstätten sowie zentrale Verwaltungs- und IT-Bereiche der Berliner Feuerwehr angesiedelt. Mit der vollständigen Inbetriebnahme der Gesamtanlage Ende der 1960er-Jahre löste der Standort die traditionsreiche Hauptfeuerwache in der Lindenstraße ab und markierte einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung der Berliner Feuerwehr.

Bis heute steht der Standort am Nikolaus-Groß-Weg für hohe Einsatzbereitschaft, moderne Technik und die kontinuierliche Anpassung des Feuerwehrwesens an die Anforderungen einer wachsenden Metropole.

Umfassende Modernisierung für einen zukunftsfähigen Feuerwehrbetrieb

Im Rahmen der Baumaßnahme wurde die Feuerwache Charlottenburg-Nord umfassend generalsaniert und an aktuelle funktionale, technische sowie baurechtliche Anforderungen angepasst. Das Bestandsgebäude mit einer Bruttogrundfläche von rund 1.278 Quadratmetern wurde grundlegend modernisiert, um die Einsatzfähigkeit des Standortes langfristig zu sichern.

Zentrale Ziele der Maßnahme waren die Verbesserung der Arbeits- und Aufenthaltsbedingungen für die Einsatzkräfte, die Optimierung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sowie die technische Erneuerung wesentlicher Gebäudebereiche.

Hierzu gehörten unter anderem:

  • die umfassende Sanierung der Fahrzeughalle,
  • die Modernisierung der Funktions- und Nebenräume,
  • die Erneuerung der technischen Gebäudeausrüstung,
  • die Umsetzung energetischer Verbesserungsmaßnahmen,
  • die Beseitigung brandschutztechnischer Defizite sowie
  • die funktionale Optimierung der Grundrissstrukturen zur Unterstützung zeitgemäßer Einsatz- und Wachabläufe.

Besonderes Augenmerk lag auf dem nachhaltigen Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz. Bestehende Gebäudeteile wurden erhalten, instandgesetzt und teilweise wieder sichtbar gemacht. Dadurch konnten Ressourcen geschont, die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme gestärkt und zugleich die bauliche Geschichte des Standortes bewahrt werden.

„Mit der Sanierung der Feuerwache Charlottenburg-Nord verbessern wir die Notfallversorgung nachhaltig und zukunftssicher. Die Modernisierung ist ein wichtiger Meilenstein für die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr und für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. Die Einsatzkräfte der Berliner Feuerwehr leisten Tag für Tag Herausragendes und das oft unter extremen Belastungen. Diese Investition ist daher auch ein Zeichen der Wertschätzung. Die wiedereröffnete Feuerwache zeigt, dass wir auch in Zeiten angespannter Haushaltslage weiter konsequent in die Sicherheit in unserer Stadt investieren. Allein das Sanierungsbudget für die Berliner Feuerwehr haben wir von 6,7 auf 10,2 Millionen Euro im Jahr 2026 erhöht. Das ist ein notwendiger Schritt, um den in vielen Jahren entstandenen Sanierungsstau abzubauen.", Iris Spranger, Senatorin für Inneres und Sport

„Die sanierte Feuerwache Charlottenburg-Nord zeigt, wie Berlin investiert: Wir erhalten landeseigene Gebäude, stärken die Einsatzfähigkeit unserer Berliner Feuerwehr und senken gleichzeitig dauerhaft Energieverbrauch und CO₂-Ausstoß. Sanierung statt Abriss ist hier nicht nur wirtschaftlich vernünftig, sondern auch ein starkes Signal für nachhaltiges Bauen im Bestand.“, Stefan Evers, Senator für Finanzen

„Dieser Termin heute stimmt mich zuversichtlich, denn es ist ein weiterer von vielen, dringend nötigen Schritten, die wir derzeit gehen und noch gehen müssen, um den Sanierungsstau bei der Instandsetzung unserer Wachen abzubauen. Charlottenburg-Nord ist dabei im wahrsten Sinne des Wortes eines der "zentralen" Sanierungsprojekte gewesen. Danke an alle, die am Prozess dieser Sanierung beteiligt waren, insbesondere an die Kolleginnen und Kollegen der Wache, die diese Belastung zusätzlich zu ihrem eigentlichen Tätigkeitsbereich, dem Einsatzdienst, gemeistert haben.", Prof. Dr. Karsten Homrighausen, Landesbranddirektor der Berliner Feuerwehr

„Die Entscheidung für die Sanierung des Bestandsgebäudes ist auch ein Bekenntnis für nachhaltiges Bauen im Bestand – gegenüber einem Abriss und Neubau sparen wir etwa 290 Tonnen CO₂.“, Dr. Matthias Hardinghaus, BIM-Geschäftsführer

 

Anspruchsvolle Rahmenbedingungen erfolgreich bewältigt

Die Umsetzung der Baumaßnahme war von zahlreichen Herausforderungen geprägt. Während der Bauausführung mussten unvorhergesehene Veränderungen der Rahmenbedingungen berücksichtigt werden, die fortlaufende Anpassungen in Planung, Organisation und Projektsteuerung erforderlich machten.

Zusätzlich wirkten sich externe Faktoren auf die Verfügbarkeit von Fachkräften, Baumaterialien und Dienstleistungen aus. Lieferengpässe sowie volatile Marktbedingungen erschwerten die planmäßige Durchführung des Projekts.

Durch die enge Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten sowie eine flexible und vorausschauende Projektsteuerung konnten diese Herausforderungen erfolgreich bewältigt und die Baumaßnahme kontinuierlich fortgeführt werden. Das Projekt verdeutlicht die Bedeutung resilienter Planungs- und Steuerungsprozesse bei komplexen öffentlichen Bauvorhaben.

Investition in die Sicherheit Berlins

Mit einem Investitionsvolumen von rund 13,1 Millionen Euro wurde die Feuerwache Charlottenburg-Nord umfassend und nachhaltig modernisiert sowie gezielt auf die zukünftigen Anforderungen im Feuerwehr- und Rettungsdienst ausgerichtet. Die Wache verfügt über insgesamt acht Fahrzeugstellplätze.

Zum Fahrzeugbestand zählen drei Rettungswagen, ein Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug, ein Drehleiterfahrzeug, ein Kleineinsatzfahrzeug, ein Notarzteinsatzfahrzeug sowie ein Stroke-Einsatz-Mobil.

Mit dieser Modernisierung stärkt die Berliner Feuerwehr ihre Infrastruktur um einen weiteren zukunftsfähigen Standort. Gleichzeitig werden moderne und leistungsfähige Arbeitsbedingungen für die Einsatzkräfte geschaffen und die Sicherheit der Berlinerinnen und Berliner nachhaltig verbessert.

 

Fotos

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