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HERZenssache

Und ganz plötzlich ist ALLES anders!

Noch Anfang des Jahres führte Familie W. ein völlig alltägliches Leben in Schleswig-Holstein, zwischen Lübeck und Kiel. Die Eltern Daniel und Anni arbeiten beide bei der Polizei. Die beiden Söhne Moritz und Felix sind elf und drei Jahre alt.

Eines Tages klagte der Jüngste über starke Bauchschmerzen und regelmäßiges Erbrechen. Anni W. ging mit ihrem Sohn zum Arzt, ohne zu ahnen, dass die darauffolgende Diagnose das Leben der gesamten Familie für immer verändern würde. Bei Felix wurde eine Tachykardie, ein Herzrasen, festgestellt. Der Junge wurde umgehend in das UKSH Kinderherzzentrum Kiel eingewiesen. Bereits in der ersten Nacht verschlechterte sich der gesundheitliche Zustand des Dreijährigen derart, dass die behandelnden Ärzte entscheiden, Felix in das Deutsche Herzzentrum (DHZ) auf dem Charité Campus Virchow-Klinikum in Berlin zu verlegen.

Der Zustand des kleinen Felix entwickelte sich zunehmend dramatischer. Wetterbedingt gab es keine zivilen Hubschrauber für die Notverlegung von Felix. Zum Glück und dank des Einsatzes der örtlichen Mitarbeitenden konnte jedoch ein Hubschrauber der Bundeswehr für den Transport nach Berlin organisiert werden. Weder Mutter noch Vater durften den kleinen Patienten auf seiner Reise im Hubschrauber begleiten. Und so sahen sie hilflos zu, wie Felix sediert und intubiert die Reise Richtung Berlin antrat.

In Berlin wurde für eine genauere Diagnose schließlich ein Herzkatheter durchgeführt. Doch auch hier kam es zu Komplikationen. Während des Standardeingriffs kam es zu einer Einblutung im Herzen, Felix‘ Herz hörte auf zu schlagen und der Junge musste 50 Minuten lang reanimiert werden. Doch der tapfere Patient machte seinem Namen „Felix – Der Glückliche“ alle Ehre und kämpfte sich zurück ins Leben.

Weitere Eingriffe folgten, erst wurde der Dreijährige an ein so genanntes ECMO-Gerät - einem speziellen Oxygenator - der technisch einer Herz-Lungen-Maschine gleicht, angeschlossen. Im weiteren Verlauf, nachdem sich Felix‘ Zustand stabilisiert hatte, folgte eine sechsstündige OP am offenen Herzen. In dieser OP wurde Felix an ein künstliches Herz angeschlossen, welches die Funktion seines eigenen Herzens unterstützt. Felix braucht dringend ein neues Herz, doch die Wartelisten sind lang.                        

Die Berliner Feuerwehr wurde auf der Lehrfeuerwache auf Felix aufmerksam. HBMZ Michael K. selbst wurde von Gesundheits- und Krankenpflegerin Paula O. angesprochen. Sie arbeitet auf Felix‘ Station. Frau O. erzählte den Kolleginnen und Kollegen, dass Felix ein ausgesprochener Fan der Feuerwehr sei und bat uns, dem Jungen eine Freude zu machen. Felix‘ Lieblingskleidung ist das auf dem Bild zu sehende Outfit von „Feuerwehrmann Sam“. Wenn der kleine Patient abends ins Bett geht, dann wartet dort kein Kuscheltier, sondern eine Drehleiter auf ihn.

Da die LFW 2500 nur zwei Kilometer vom Virchow-Klinikum Berlin entfernt ist, war ab diesem Zeitpunkt klar, dass die Kolleginnen und Kollegen diesem beeindruckenden jungen Mann, der trotz seiner ergreifenden Gesundheitsgeschichte das Lachen nicht verloren hat, eine Freude machen wollen. In Absprache mit den Leitern der LFW begannen wir uns Gedanken zu machen, wie wir Felix in dieser schwierigen Zeit unterstützen und eine Freude machen können.

Es entstand die Idee für einen ganz besondere Überraschung. Wir fragten bei Kolleginnen und Kollegen in Berlin an, ob sie ein Feuerwehrpatch ihrer Wache für einen guten Zweck zur Verfügung stellen würden. Die Resonanz und Anteilnahme von den Feuerwachen sowie aus den verschiedenen Fachbereichen der Berliner Feuerwehr war überwältigend. Innerhalb von nur drei Tagen erhielten wir von den Unterstützenden die Zusage für 46 Patches. Auch über die Berliner Feuerwehr hinaus fand die Aktion große Anteilnahme. Sowohl die Flughafenfeuerwehr, die Bundeswehr, der Flughafen BER sowie das SEK beteiligten sich tatkräftig. Neben der Freiwillige Feuerwehr sowie Jugendfeuerwehr beteiligten sich weiterhin Kinder von Kolleginnen und Kollegen, die sich ungefähr im selben Alter wie Felix befinden mit Briefen und Geschenken.

Am 02.06.2022 war es dann soweit – Ein Tag als Feuerwehrmann. Die Kolleginnen und Kollegen der Lehrfeuerwache rückten mit einem Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug sowie einer Drehleiter mit Gelenkarm aus, um Felix ein paar schöne Stunden zu bereiten und die gesammelten Geschenke zu übergeben.

Die Berliner Feuerwehr möchte sich an dieser Stelle ausdrücklich bei allen bedanken, die diese Aktion unterstützt haben. Ein besonderer Dank gilt HBMZ Steffen T. und BOI Robert H., die einen Großteil dieser Überraschung für einen kleinen Helden organisiert haben.

Wir wünschen Felix und seiner Familie für die Zukunft viel Kraft und alles Gute!

(jk)

Übergabe der Geschenke an Felix
Felix und seine Mutter auf der Fahrt mit der Drehleiter
Felix beim Löschangriff mit der Kübelspritze
Felix vor dem mit einem Strahlrohr vor dem Löschfahrzeug
Felix und seine Mutter im Korb der Drehleiter
Zwei Kollegen erklären Felix die Geräte des Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuges