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Brand in einem Müllbunker einer Abfallbehandlungsanlage in Britz

Straße: Gradestraße

Ortsteil: Britz

Um 08:58 Uhr wurde die Berliner Feuerwehr durch Mitarbeitende einer Abfallbehandlungsanlage zu einem Brand innerhalb des dortigen Müllbunkers alarmiert. Bereits auf der Anfahrt erkannte der erstalarmierte Führungsdienst eine weit sichtbare Rauchwolke in Richtung der Einsatzstelle, weshalb er die Alarmstufe umgehend erhöhte, um von vornherein eine effektive Führungsstruktur etablieren zu können und ausreichend Einsatzkräfte für den Erstangriff vor Ort zu haben.

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte brannte es in einem 8.000 m3 fassenden Müllbunker, welcher zum besseren Verständnis mit einem 100 m langen, 20 m breiten und 4 m tiefen Becken verglichen werden kann. Zum Zeitpunkt des Ereignisses war der Müllbunker etwa zur Hälfte gefüllt, so dass rund 4.000 m3 Müll von dem Brand betroffen waren. Es handelte sich ausschließlich um Haus- und Sperrmüll. Zusätzlich vom Brand betroffen war eine Förderanlage, die in den Müllbunker führte.

Aufgrund der anfangs starken Rauchentwicklung und bedingt durch die Wetterlage kam es im Verlauf des Einsatzes zu einer leicht wahrnehmbaren Verrauchung des Gebietes nord-westlich der Einsatzstelle. Wir informierten die Bevölkerung im 1,5 km-Umkreis der Einsatzstelle über das Modulare Warnsystem (MoWaS), an welches unter anderem die Warn-Apps KATWARN und NINA angeschlossen sind und empfahlen möglichst zu Hause zu bleiben und Fenster sowie Türen geschlossen zu halten, solange die Warnung aktiv ist. Bei der Information der Bevölkerung unterstützten uns auch lokale Radio- und Fernsehsender.

Wir alarmierten Spezialkräfte unseres Technischen Dienstes und unserer Feuerwachen mit der Sonderaufgabe CBRN-Erkundung, welche mit Messfahrzeugen und mobilen Messgeräten in dem von der Verrauchung betroffenen Gebiet Messungen der Luft durchführten. Hierbei konnten keine gesundheitsschädlichen Rauchgaskonzentrationen festgestellt werden, so dass wir im Anschluss die Warnung zurücknehmen konnten.

Zur Brandbekämpfung setzten wir 2 B-Rohre und 4 C-Rohre ein. Zusätzlich wurden zeitweise betriebseigene Löscheinrichtungen genutzt. Da wir überwiegend und in großen Mengen über mehrere Stunden mit Druckluftschaum und Mittelschaum löschten, war der Bedarf an Schaummittelkonzentrat entsprechend hoch und ein Nachschub musste genau koordiniert werden. Zudem waren die zurückzulegenden Wegstrecken – sowohl Laufstecken, als auch Wasserförderstrecken – sehr lang und die eingesetzten Einsatzkräfte mussten aufgrund der langen Einsatzdauer auch mit kalten und warmen Getränken, sowie mit einer Mahlzeit versorgt werden. Daher bildeten wir neben den bereits bestehenden Einsatzabschnitten für die Brandbekämpfung und die Luftmessung einen zusätzlichen Einsatzabschnitt für die logistischen Aufgaben.

Die eigentliche Brandbekämpfung war um etwa 13:30 Uhr abgeschlossen, wobei die anschließenden Nachlöscharbeiten erst gegen 17 Uhr erstmalig unterbrochen werden konnten. Von uns verlegte Löschgeräte verblieben zunächst an der Einsatzstelle, um diese bei den anschließend notwendigen Kontrollen im Bedarfsfall weiter nutzen zu können, bis keine Glutnester mehr aufspürbar sind. Nach Abschluss aller Maßnahmen wurde die Einsatzstelle am Vormittag des 30.12. an den Betreiber übergeben, so dass unsere dortigen Tätigkeiten nach rund 48 Stunden endeten.

An der Einsatzstelle waren 113 Einsatzkräfte tätig. Insgesamt kamen unter anderem 2 B-Rohre, 4 C-Rohre, 16 Atemschutzgeräte, sowie mehrere Wärmebildkameras und mobile Rauchverschlüsse zum Einsatz.

Besonders hervorzuheben ist die gute Zusammenarbeit mit den vor Ort befindlichen Betriebsverantwortlichen und deren Mitarbeitenden, was den Einsatzverlauf sehr positiv beeinflusst und somit unterstützt hat.

Zur Sicherstellung des Brandschutzes in den entblößten Ausrückebereichen wurden 2 Freiwillige Feuerwehren zur Wachbesetzung alarmiert. Vor Ort unterstützte die Freiwillige Feuerwehr den Einsatz mit 1 LHF.

Eingesetzt wurden: 13 LHF (inkl. Ablösungen), 2 DLK, 2 RTW, 6 Führungsfahrzeuge, 10 Sonderfahrzeuge, Pressedienst der Berliner Feuerwehr 

Anwesend waren: Schutzpolizei, Betriebsverantwortliche, Medienvertretende

Bildmaterial: Berliner Feuerwehr 

(mw)

Blick auf den Müllbunker
Eine der genutzten Wasserentnahmestellen
Ein Trupp erhält seinen Einsatzauftrag
Führungskräfte besprechen die Messergebnisse
Nachfüllen von Schaummittelkonzentrat an einem LHF
AB Brand Schaum
Eines der einspeisenden LHF
Grobreinigung der Einsatzkräfte am GW Hygiene nach PA-Tausch am AB Atemschutz