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CBRN-Einsatz in Charlottenburg

Straße: Franklinstraße

Ortsteil: Charlottenburg

Um 09:30 Uhr wurde die Berliner Feuerwehr zu einer ausgelösten Gefahrenmeldeanlage in einen Produktionsbetrieb für Kosmetikartikel alarmiert. Die erste Erkundung ergab, dass Chemikaliendämpfe ursächlich für die Alarmierung waren.

Da bereits im Rahmen der ersten Erkundung durch die vorgehenden Einsatzkräfte ein stechender Geruch wahrgenommen werden konnte, wurde das Gebäude umgehend geräumt, der Gefahrenbereich gesichert und die weitere Erkundung unter Einsatz von sogenannten leichten Chemikalienschutzanzügen unter Verwendung von umluftunabhängigen Atemschutzgeräten durchgeführt.

Aufgrund dessen, dass während der weiteren Erkundung beim Öffnen der Tür des vom Austritt betroffenen Raumes ein zu dem Zeitpunkt undefinierbarer Dampf heraustrat, erfolgte nach Rückmeldung des Erkundungstrupps an den Einsatzleiter in Abstimmung mit dem hinzugezogenen Fachberater Umweltdienst die Erhöhung und Erweiterung der Alarmstufe. Im weiteren Verlauf kamen rund 85 Einsatzkräfte zum Einsatz, darunter auch Spezialkräfte unseres Technischen Dienstes und spezialisierter Feuerwachen, die neben einer besonderen technischen Ausstattung auch über eine spezielle Ausbildung in der Abarbeitung solcher Einsatzlagen verfügen.

Nach deren Eintreffen erfolgten alle weiteren Maßnahmen im Gefahrenbereich unter Einsatz sogenannter schwerer Chemikalienschutzanzüge, welche unseren Einsatzkräften den größten Schutz bieten, da sie flüssigkeits- und gasdicht sind. Die unter Sonderausrüstung vorgehenden Einsatzkräfte konnten in dem betroffenen Raum eine Leckage durch Abschiebern einer Zuleitung für ein Desinfektionsmittel beseitigen. Der Chemikalienaustritt beschränkte sich auf die anlagentechnisch vorgesehenen Auffangeinrichtungen, so dass es zu keiner Ausbreitung kam und es bei dem einen betroffenen Raum blieb.

Für die anschließende Dekontamination der eingesetzten Einsatzkräfte unter Sonderausrüstung wurde eine Dekontaminationsstrecke aufgebaut und betrieben.

Eine Gefährdung des Gebäudes und der Umgebung konnte zu jeder Zeit ausgeschlossen werden. Personen kamen bei dem Einsatz nicht zu Schaden. Nach Abschluss der Maßnahmen durch die Feuerwehr wurde die Einsatzstelle an den Betriebsverantwortlichen übergeben.

Es handelte sich um einen sehr materialintensiven und - insbesondere für die eingesetzten Einsatzkräfte unter Sonderausrüstung - um einen sehr kräftezehrenden Einsatz. Besonders hervorzuheben ist die gute Zusammenarbeit mit den Betriebsverantwortlichen vor Ort, was den Einsatzverlauf positiv beeinflusst und somit unterstützt hat.

Der Einsatz vor Ort dauerte insgesamt etwa 4,5 Stunden, so dass die letzten Einsatzkräfte die Einsatzstelle gegen 14 Uhr verlassen konnten.

Eingesetzt wurden: 7 LHF, 2 DLK, 2 RTW, 5 Führungsfahrzeuge, 10 Sonderfahrzeuge, Umweltdienst der Berliner Feuerwehr, Pressedienst der Berliner Feuerwehr

Anwesend waren auch: Schutzpolizei, Betriebsverantwortliche, Medienvertretende

Bildmaterial: Berliner Feuerwehr

(mw)

CBRN-Kräfte im Bereitstellungsraum
ELW 2 und FMeW als Befehlsstelle der Örtlichen Einsatzleitung
Einsatzkräfte im leichten Chemieschutzanzug (KSF 2)
Einsatzabschnittsleiter und Fachberater Umweltdienst
Einsatzkräfte im schweren Chemikalienschutzanzug (KSF 3)
Einsatzkräfte bei der Interpretation der Messwerte
Sicherheitstrupp in Bereitstellung
Dekontamination der im Gefahrenbereich eingesetzten Spezialkräfte