Wasserrohrbruch in Siemensstadt

Straße: Wernerwerkdamm

Ortsteil: Siemensstadt 

In der Nacht kam es zum Bruch einer großen Trinkwasserleitung. Das Absperren der havarierten Leitung gestaltete sich umständlich, so dass die Leitung erst nach mehreren Stunden geschlossen werden konnte. 

In Folge der Havarie liefen insgesamt 14 Hauskeller und ein Industriegebäude mit Wasser voll, so dass die Keller der Häuser teilweise bis unter die Kellerdecke unter Wasser standen. Zudem kam es durch den Rohrbruch zu Unterspülungen und Einbrüchen in Gehwegen und Hauszugängen. In den Straßenzügen Wernerwerkdamm, Ohmstraße, Hefnersteig und Reisstraße musste die Strom- sowie Wasserversorgung unterbrochen werden. Hiervon waren rund 1.200 Anwohnende betroffen, die jedoch in ihren Wohnungen verbleiben konnten. Personen kamen bei dem Einsatz nicht zu Schaden. 

Mit mehreren Elektrotauchpumpen sowie dem Feuerwehranhänger Lenz wurde das Wasser aus den Kellern abgepumpt. Diese Arbeiten zogen sich bis in die Nachmittagsstunden hin. In den betroffenen Wohnhäusern konnte die Wasserversorgung komplett sowie die Stromversorgung größtenteils wieder hergestellt werden.

Im Bereich der Havariestelle an der Ohmstraße Ecke Wernerwerkdamm wurde durch den Rohrbruch große Mengen Erdreich ausgespült, was dazu führte, dass ein ca. 20 Meter langes Rolltor mit darunterliegendem Betonfundament freigespült wurde. Dieses Tor drohte auf mehrere ebenfalls freigespülte Leitungen abzusacken und diese zu beschädigen. Da die Tragfähigkeit des Untergrundes um die Havariestelle unsicher war, konnte kein Kran für die Sicherung des Tores aufgestellt werden. Es mussten daher eine Wasser- und eine Gasleitung abgesperrt werden. Bei der Gasleitung gestaltete sich das Absperren zeitaufwendig, da hierfür vom Gasversorger ein Zugang zu der Leitung in ca. 20 Meter Entfernung zur Havariestelle gegraben werden musste, um die Leitung dort zu schließen. Vorsorglich wurde wegen der Gefahr des Gasaustritts durch die Einsatzleitung ein Sperrkreis um die Einsatzstelle festgelegt. Die Arbeiten zum Absperren der Gasleitung dauerten bis ca. 21.30 Uhr. Anschließend konnte der Sperrkreis aufgehoben werden.

Alle von der Havarie betroffenen Gebäude wurden durch einen Prüfstatiker und dem zuständigen Bauamt geprüft. Hierbei wurde ein Wohnhaus im Hefnersteig für unbewohnbar erklärt und durch die Polizei geräumt. Die Anwohnenden kamen zunächst entweder bei Freunden oder Bekannten unter, oder wurden durch das Bezirksamt in einem nahegelegenen Hotel untergebracht. Das Hotel stellte zudem ihre Sanitäranlagen für die Dauer des Einsatzes den Einsatzkräften zur Verfügung. 

Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk unterstützte die Feuerwehr mit mehreren ehrenamtlichen Kräften und stellte provisorische Hauszuwegungen zu den durch Unterspülungen betroffenen Wohnhauszugängen her.

Während des gesamten Einsatzes mussten durch die Polizei Berlin die oben genannten Straßen sowie zwei Richtungsfahrbahnen des Siemensdamm für den Fahrzeugverkehr gesperrt werden. 

Während des rund 21 Stunden dauernden Einsatzes kamen hier 142 Einsatzkräfte der Berliner Feuerwehr zum Einsatz. Um 22.53 Uhr war die Einsatzstelle unter Kontrolle und wurde anschließend an die Wasserbetriebe übergeben. 

Eingesetzt wurden: 16 LHF - darunter 2 LHF der Lehrfeuerwache, 4 RTW, 12 Sonderfahrzeuge, 5 Führungsdienste und der Pressedienst.

Anwesend waren: Schutzpolizei, Bezirksbürgermeister von Spandau, Vertretende von Bezirks- und Sozialamt, Bauaufsicht und Prüfstatiker, Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, Wasserbetriebe, Gas- und Stromversorger, Vertretende betroffener Firmen, Medienvertretende

Bilder: Berliner Feuerwehr 

(dp) 

  • Ausgespültes Erdreich und Sand an der Einsatzstelle Wernerwerkdamm Ecke Ohmstraße.

    Ausgespültes Erdreich und Sand an der Einsatzstelle Wernerwerkdamm Ecke Ohmstraße.