Stroke-Einsatz-Mobil

Berliner Feuerwehr beteiligt sich am Forschungsprojekt "STEMO"

Jedes Jahr erleiden in Deutschland ca. 300.000 Menschen, davon 12.000 allein in Berlin, einen Schlaganfall.

Die frühzeitige Erkennung und Behandlung von Schlaganfällen ist sehr wichtig Zeitliche Verzögerungen führen häufig zu bleibenden Behinderungen oder sogar zum Tod. Daher zählt jede Minute.

Die Berliner Feuerwehr beteiligt sich mit Partnern aus Forschung und Wirtschaft an der Entwicklung eines Spezialfahrzeuges zur Versorgung eines Schlaganfalls; das Stroke-Einsatz-Mobil. Der Name ist vom englischen Wort für Schlag (bzw. Schlaganfall) Stroke abgeleitet. Ziele des Forschungsprojekts sind die Früherkennung eines Schlaganfalls und die sofortige Einleitung der Therapie. Die Behandlung kann also direkt vor Ort beginnen! Damit erhöhen sich die Heilungschancen der Patienten. Ein speziell ausgebildetes Team aus Rettungsassistenten medizinisch technischen Radiologieassistent (MTRA) und einem als Notarzt qualifizierten Neurologen kümmert sich auf diesem Fahrzeug um den Schlaganfallpatienten. Mittels hochmoderner Technologie ist das STEMO telemedizinisch mit dem Krankenhaus verbunden.

Bis Ende April, der sogenannten Pilotphase, wird das Fahrzeug in erster Linie zum Stichwort „Apoplex“ in der Zeitzone 1 bis 4 rund um die FW 3400 parallel zu einem RTW alarmiert, montags bis freitags von 7 bis 18:30 Uhr. Im Mai beginnt dann die eigentliche Studienphase, in der das STEMO im o.g. Bereich allein zum Stichwort „Apoplex“ ausrücken soll. Stellt sich vor Ort heraus, dass es sich nicht um einen Schlaganfall handelt, wird das STEMO wie ein „normaler“ RTW oder ein normales NEF tätig, versorgt also den Patienten und bringt ihn erforderlichenfalls ins Krankenhaus. Um eine hohe „Trefferquote“ zu erzielen, wurde für die Leitstelle ein eigenes Abfrageschema entwickelt, um schon bei der Notrufaufnahme gezielt Schlaganfälle zu erkennen. Eine Nachalarmierung des STEMOs  zu anderen Einsatzstellen an denen der Verdacht eines Apoplexes besteht, ist zunächst nicht möglich!

Von der Technologiestiftung Berlin wurden der Berliner Feuerwehr und der Charité Universitätsmedizin Forschungsgelder zur Verfügung gestellt, damit sie gemeinsam mit zwei Unternehmen, der Firma MEYTEC GmbH und Thermo Fischer Scientific ein Fahrzeug entwickeln können, das es ermöglicht die Lysetherapie in die prähospitale Notfallversorgung zu verlegen.

Um belegbare Ergebnisse in der Forschung der Schlaganfalltherapie zu bewirken, ist nicht nur eine Millionenstadt wie Berlin mit einer ausreichenden Anzahl an Patienten zwingende Voraussetzung, sondern es sind auch Neurologen erforderlich, die viel Erfahrung in der Versorgung von Schlaganfallpatienten haben. „Ich denke, dass wir mit der Charité einen sehr kompetenten Kooperationspartner an unserer Seite haben. Nicht zuletzt aber war ein Rettungsdienstleister nötig, der über genügend know how verfügt, ein solches, noch nie dagewesenes, Fahrzeug zu entwickeln und zu realisieren. Wir, die Berliner Feuerwehr haben gezeigt, dass wir dazu in der Lage sind.“ So Landesbranddirektor Wilfried Gräfling. Dass es dem Forschungsteam „STEMO“ gelungen ist, innerhalb eines Jahres dieses Fahrzeug zu entwickeln und die organisatorischen Herausforderungen zu lösen, ist vielen Kolleginnen und Kollegen zu verdanken. Wilfried Gräfling: „Ich bin stolz, dass die Berliner Feuerwehr am Forschungsprojekt STEMO mitwirken kann und bin gespannt, was uns die Praxiserfahrungen für Erkenntnisse bringen werden."

Video:Berliner Feuerwehr

 

Dieses Vorhaben wird durch die TSB Technologiestiftung Berlin aus Mitteln des Zukunftsfonds des Landes Berlin gefördert, kofinanziert von der Europäischen Union - <br> Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung. Investition in Ihre Zukunft!