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Beatrice

Wachabteilungsleiterin auf der Feuerwache Tiergarten

Seit wie vielen Jahren arbeitest du für die Berliner Feuerwehr?
Ich arbeite seit 2010 für die Berliner Feuerwehr. Von 2010 bis 2017 als angestellte Rettungsassistentin, seit 2017 dann als feuerwehrtechnische Beamtin, nachdem ich den Einstieg 112 Bachelor absolviert habe.

War Feuerwehrfrau schon immer dein Traumberuf? Warum hast du dich für die Berliner Feuerwehr entschieden?
Nein, es war nicht mein Traumberuf. Eigentlich wollte ich in meinem erlernten Beruf, Rettungsassistentin, bleiben. Nachdem ich aber den Dienst bei der Bundeswehr als Zeitsoldatin beendet habe, ergab es sich aufgrund der Stellenlage im kommunalen Rettungsdienst damals, dass ich mich initiativ bei der Berliner Feuerwehr beworben habe.

Du bist Wachabteilungsleiterin auf der Feuerwache Tiergarten, wie sieht dein Arbeitsalltag aus?
Zunächst bin ich für den reibungslosen Ablauf einer Dienstschicht und das Führen meiner Wachabteilung verantwortlich. Dazu gehört die Dienst- und Personalplanung, die Terminüberwachung von relevanten Aus- und Fortbildungen der Kolleginnen und Kollegen, die Beachtung und Umsetzung von Arbeitsaufgaben und Anordnungen der Behörde. Nicht zuletzt gehört auch das Führen einer Staffel auf dem Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug im Einsatz als elementarer Bestandteil dazu.

Gibt es besondere Herausforderungen für dich als Frau in einer Führungsposition?
Diese Frage wird mir oft gestellt. Meistens nicht. Ich werde größtenteils vor die gleichen Herausforderungen wie meine männlichen Kollegen gestellt. Sicherlich spielt es eine Rolle, dass ich eine Frau bin und vereinzelt merkt man auch, dass es für einige Menschen ungewohnt ist, dass eine Frau diese Rolle einnimmt, aber das sind zum Glück Einzelfälle. Es gab und wird vermutlich in Zukunft Situationen geben, in denen ich mir als Frau energischer Gehör einfordern muss als ein Mann dies machen müsste. Aber wenn man weiß was man tut und einen klaren Standpunkt hat, werden sich auch Menschen, die Frauen bei der Feuerwehr und in Führungspositionen kritisch gegenüber stehen, sich an den Anblick und Umgang gewöhnen. Das müsste eigentlich selbstverständlich sein, wir befinden uns aber in einem Prozess.

Welchen Ratschlag würdest du jungen Frauen mitgeben, die sich bei der Berliner Feuerwehr bewerben wollen?
Bereitet Euch im Vorfeld gut vor, besucht auch mal eine Wache und informiert Euch was genau auf Euch zukommt. Lasst Euch von Rückschlägen oder ein wenig Gegenwind nicht abschrecken. Es ist nicht immer leicht und auch mal anstrengend, aber wenn einem die Feuerwehr und der Rettungsdienst liegt, ist es ein schöner Beruf mit viel Spaß und Abwechslung.