2. Ensure Vollübung

Was passiert bei großen Unwettern, wenn die Einsatzkräfte nicht ausreichen? Aus der Erfahrung mit Hochwassern in Deutschland weiß man, dass die Menschen helfen oder helfen wollen. Aber funktioniert das? Können sich Feuerwehren oder Hilfsorganisationen auf viele spontane Helfer vorbereiten?

Rund 50 freiwillige Berlinerinnen und Berliner proben heute gemeinsam mit ebenso vielen Rettungskräften der Berliner Feuerwehr und des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) den Ernstfall. In einem realistischen Übungsszenario zeigen sie, dass freiwillige Hilfe ein wichtiger Bestandteil der Schadensbewältigung sein kann.

Die Übung ist Teil des Forschungsprojekts ENSURE. Das Projekt wird seit 2013 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit“ gefördert.

Parallel zur Übung sind 50 Gäste aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland eingeladen, die die Übung beobachten und mit dem Forschungsteam diese neuen Ansätze zur Einbindung spontaner Hilfe diskutieren.

Die Erstversorgung von Verletzten, die Evakuierung Hilfebedürftiger oder die Schadensbegrenzung wenn Kulturgüter in Gefahr geraten, sind nur einige der insgesamt zehn verschiedenen Szenarien, die getestet werden. Ein wichtiger Bestandteil der Übung ist eine vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) entwickelte App, mit der hilfsbereite Menschen informiert, alamiert und deren Hilfsbereitschaft organisiert werden kann.

„Um die Rettungskräfte dafür zu schulen haben wir neue Ausbildungsmodule im Projekt entwickelt und über das Forschungsteam für das DRK die Funktion der sogenannten „Mittlerperson“ etabliert. Sie sorgt dafür, dass unsere Rettungskräfte und freiwillig Helfende Hand in Hand arbeiten,“ berichtet Sascha Joschko vom DRK.

„Moderne Informationstechnik und die sozialwissenschaftlichen Einschätzungen aus der Forschung helfen uns, solche Einsätze zu planen“, erläutert Wilfried Gräfling, Landesbranddirektor der Berliner Feuerwehr. „Außer der Übung läuft zur Zeit in Berlin auch ein Großfeldversuch mit der App,“ so der Feuerwehrchef. „Mit Szenarien, die zwar ausgedacht sind, so aber im ganzen Stadtgebiet eintreten könnten, wollen wir mehr über die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung und die Einsatzmöglichkeiten ungebundener Helfer herausfinden.“ Die App ist unter dem Namen ENSURE hinterlegt und kann kostenfrei heruntergeladen werden.

Am 31.12.2016 endet das Projekt und im Anschluss werden die Ergebnisse zusammengefasst und veröffentlicht. Die Informationen finden Sie dann unter:   www.ensure-projekt.de

oder auch auf der Homepage der Berliner Feuerwehr unter:  

www.berliner-feuerwehr.de/forschung/ensure/

Fotos: frei

(bb)