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FF Staaken - Geschichte

Am 26. März 1273 wir das Dorf Staaken erstmals in einer Urkunde erwähnt. Im Februar 1433 war das Dorf Staaken durch ein Feuer zu größten Teil abgebrannt und auch die Dorfkirche fiel dem Feuer zum Opfer. Der gefasste Brandstifter musste damals zwei Schock und neun Schilling Strafe zahlen. Von weiteren Feuern wird erst wieder aus der Zeit des "dreißigjährigen Krieges" berichtet. Am 9. Januar 1737 wurden durch Fahrlässigkeit vier Höfe vom Feuer vernichtet und durch einen Blitzschlag brannte im Jahr 1745 die Kirchenmeierei ab.

1846 wurde durch Staaken die Eisenbahnlinie Berlin-Hamburg gebaut, eine weitere Linie, Berlin-Lehrte, kam 1871 dazu. Einen Bahnhof erhielt Staaken im Jahr 1900, nachdem die Gemeinde die Kosten übernehmen konnte. Zu dieser Zeit hatte Staaken ca. 1.500 Einwohner. Am 02. Juni 1902, Staaken hatte jetzt schon 2.000 Einwohner, wurde die Freiwillige Feuerwehr Staaken gegründet. Herzstück der ersten Ausrüstung bildete eine Handdruckspritze. Die damals üblichen Handdruckspritzen förderten immerhin schon 100–200 Liter Wasser pro Minute. Zum Betreiben waren 12 kräftige Männer erforderlich. 50 Staakener Bürger traten damals der Wehr als fördernde Mitglieder bei und zahlten einen Monatsbeitrag von 25 Pfennigen.

Kurz nach dem 1. Weltkrieg entstand die Gartenstadt Staaken und nicht zuletzt Am Heideberg 15 auch ein Feuerwehrgerätehaus mit Steigeturm. Unter den Einwohnern der Gartenstadt fanden sich schnell Mitglieder für die Feuerwehr, sodass die Freiwillige Feuerwehr Staaken nun zwei Gruppen bildete; Dorf und Gartenstadt. Das Gerätehaus in der Gartenstadt wurde 1924 erbaut und kostete 15.000 Mark. 1926 konnte auch eine "elektrische Lichtanlage" finanziert werden. Mit Bildung von Groß-Berlin wurde Staaken in den Bezirk Spandau zu Berlin eingemeindet. Motorbetriebene Feuerwehrfahrzeuge setzten sich zu dieser Zeit schnell durch. Staaken bemühte sich sehr früh um ein Motorfahrzeug. Da eine gute Unterbringungsmöglich im Gerätehaus der Gartenstadt bestand, konnte dort ein Gerätewagen mit Tragkraftspritzenanhänger in Dienst gestellt werden.

1935 wurde die FF Staaken von den neuen Machthabern als Halbzug in den Provinzialverband Berlin eingeordnet. Mit Kriegsausbruch wurde ein großer Teil der Mitglieder, so weit diese nicht zum Militär eingezogen wurden, für den Sicherheits- und Hilfsdienst (SHD) der Abwehrorganisation gegen Bombenschäden, verpflichtet.

Im Juli 1945 wurde Staaken in den britischen Sektor einbezogen und die Feuerwehr einem Militärbeauftragten unterstellt. Schon kurz nach Kriegsende fanden sich ehemalige und neue Mitglieder zusammen, um die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr in Staaken wieder herzustellen. Im Herbst 1945 erhielt der F-Zug Staaken (Gartenstadt) einen Gerätewagen, die Alarmierung erfolgte über Sirenen

Die schwerste Stunde nach dem 2. Weltkrieg erlebte Staaken am 1. Februar 1951, durch die Teilung des Ortes Staaken durch die Alliierten. Dadurch hatte Staaken nun zwei getrennte Feuerwehren, das Gerätehaus in der Gartenstadt im britischen Sektor (später West-Berlin) und das Andere im sowjetischen besetzten Teil (späteres DDR Gebiet). Ab 1968 erhielten die Kameraden Funkalarmempfänger in der Größe eines Schuhkartons, somit wurde die Feuerwehr nur noch am Tage mit der Sirene alarmiert. 1976 wurden dann kleine Taschenmeldeempfänger eingeführt und die Sirenenalarmierung entfiehl.

Durch den Bau der großen Neubausiedlung erhöht sich die Einwohnerzahl 1961 von 9.300 Einwohnern auf über 30.000 im Jahr 1977. Zu dieser Zeit hat die FF Staaken 20 aktive Kameraden. Am 05.12.1975 wurde dann der Neubau der Feuerwache Staaken in Dienst gestellt. Mit dem Neubau entstand eine Feuerwache, die den Ansprüchen gerecht wurde. Für rd. 1,8 Mio. DM erhielt die FF Staaken eine große Fahrzeughalle mit drei Ausfahrten, Lagerräume, einem Fernmelde- und Wachraum und im Obergeschoss Schulungs-, Büro-, Sozial- und Waschräume. Mit dem Neubau verfügte die FF Staaken über 1 LF 16/8, 1 TLF 16/25, 1 KTW, 1 TSA 22/3 und ein Rettungsboot mit Außenbordmotor.

Mit 19 Schülern wurde am 22.07.1978 die von der Wehr schon seit 1974 ins Leben gerufene Jugendgruppe, als erste Jugendfeuerwehr Berlins von der Berliner Feuerwehr anerkannt. Am 07.06.1979 hatte die Freiwillige Feuerwehr Staaken wieder eine Vorreiterrolle übernommen. Es wurden die ersten Frauen auf einer Feuerwache in West-Berlin in den aktiven Dienst übernommen. Acht Frauen werden in Zukunft ihre männlichen Kollegen bei Ihrer Tätigkeit unterstützen.

Mit dem Fall der Mauer am 9. November 1989 trafen erstmals nach Jahren der Trennung die Kameraden aus dem Ost- und Westteil Staakens wieder zusammen. Durch die Initiative der Kameraden, konnte ein ausgemustertes TLF 16 mit Monitor aus Ost-Staaken (West-Berlin) an die Kameraden in West-Staaken (ehem. DDR) übergeben werden, da diese ihr Fahrzeug, ein TLF 16 (IFA S4000) an die FF Falkensee abgeben mussten.

Da die Jahreseinsatzzahlen der FF Staaken fast die magische Zahl von 1.000 Einsätzen überschritten und es für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr auf Grund der hohen Einsatzzahlen unmöglich geworden war einen Rettungswagen allein zu besetzen, war es 1989 unabdingbar, einen zweiten RTW in Staaken zu stationieren, der von Berufsfeuerwehrmännern (SB) der Feuerwache Spandau-Nord besetzt wird. Mit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 wird auch der Ortsteil West-Staaken (ehem. DDR) wieder in Spandau eingemeindet und die FF West-Staaken von der Berliner Feuerwehr als Feuerwache mit der Wachnummer 212 übernommen. Aus diesem Grunde musste aber auch das zur Maueröffnung übergebene TLF 16/25 wieder abgegeben werden, das an die brandenburgische Nachbarwehr Dallgow-Döberitz weitergegeben wurde, wo das Fahrzeug heute noch seinen Dienst versieht.

Am 01. November 1991 werden beide Wehren zusammengeschlossen, mit Standort in der Hackbuschstraße 65. 1993 wird durch Stellenkürzungen bei der Berliner Feuerwehr der so genannte Maschinist und Hausposten bei den Freiwilligen Feuerwehren mit eigenem Ausrückebereich, die es bis dahin nur bei den FF im ehem. West-Berlin gab, eingespart und somit auch der auf der Feuerwache Staaken. Weiterhin wird der dritte Berufsfeuerwehrmann auf dem RTW durch einen Zivildienstleistenden ersetzt. 1996 erhält die FF Staaken digitale Funkmeldempfänger und 1997 werden die Kameraden mit der neuen Einsatzkleidung der Berliner Feuerwehr ausgerüstet.

Zur Hochwasserkatastrophe im brandenburgischen Odergebiet im Sommer 1997 werden zwölf Kameraden der FF Staaken eingesetzt. Im Februar 1999 wird der Ausrückebereich der FF Staaken, d.h. der Bereich in dem die FF Staaken als erster Abmarsch alarmiert wird, erweitert. Nun ist die FF Staaken bis zur Falkenseer Chaussee in nördlicher Richtung und von der Stadtgrenze bis zum Bahnübergang der "Bötzowbahn" in Ost-West Richtung zuständig. Heute ist die FF Staaken mit ihrem Ausrückebereich für beide staakener Ortsteile mit ca. 40.000 Einwohnern verantwortlich und wird ein- bis zweimal pro Tag alarmiert. Gelegentlich unterstützt die FF Staaken auch die Kameraden der Nachbarwehren aus dem brandenburgischen Umland.